Das Konsumklima in Deutschland bleibt weiter auf einem guten Niveau. Dies zeigt die neueste Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die am vergangenen Freitag in Nürnberg veröffentlicht wurde. Demnach liegen die Einkommenserwartung und auch die Anschaffungsneigung nur knapp unter den Spitzenwerten des Vormonats.

Zwar zeige sich die Konjunkturerwartung nach dem Enthusiasmus der vergangenen Monate etwas verhaltener, das Konsumklima bleibe davon jedoch weitgehend unberührt und liegt im Juli bei 8,5 Punkten. Für den August erwartet die Gfk sogar wieder einen leichten Anstieg und prognostiziert einen Index von 8,7 Punkten.

"Steigende Zinsen, anhaltend hohe Energiepreise sowie ein erstarkender Euro erwecken bei den Verbrauchern den Eindruck, dass die gegenwärtige Dynamik der deutschen Wirtschaft etwas nachlassen könnte" so das Institut. "Aufgrund der weiterhin günstigen Arbeitsmarktentwicklung werden diese Risiken jedoch bei der Einschätzung der künftigen Einkommensentwicklung größtenteils kompensiert. Damit bleibt das Niveau bei Konjunktur- und Einkommenserwartung nach wie vor überaus erfreulich. In deren Umfeld konnte auch die Konsumneigung ihr Niveau halten."

So gilt also auch hier derselbe Grundsatz wie in anderen, gesellschaftlichen Bereichen: Der Juli versinkt im Sommerloch. Die Menschen schalten allenthalben einen Gang zurück oder legen den Leerlauf ein, auch was die Anschaffungsneigung anbelangt. Nach dem deutlichen Plus von gut 13 Punkten im Vormonat blieb diese im Juli praktisch unverändert. Es schlägt nur ein minimales Minus von 0,1 Punkten zu Buche. Damit kann sich die Konsumneigung deutlich im positiven Wertebereich stabilisieren. Mit einem Indikatorwert von 9,0 Punkten liegt die Anschaffungsneigung nach wie vor signifikant über ihrem langjährigen Durchschnittswert von 0 Punkten.

Aufgrund des guten Niveaus der Einkommenserwartung besteht nach Ansicht der GfK auch für die Anschaffungsneigung noch Wachstumspotenzial. Bei einer weiter verbesserten Kauflaune könne auch der Einzelhandel für das zweite Halbjahr 2007 auf steigende Umsätze hoffen, so das Institut.

Die Stimmung bleibt also auf einem Allzeit-Hoch, vor allem beflügelt durch die positiven Zahlen vom Arbeitsmarkt. Trotzdem sieht die GfK die Politik weiter in der Pflicht: "Es ist weiterhin notwendig, dass das Konsumklima Rückendeckung durch die Politik erhält. Vor allem Verlässlichkeit und die Vermeidung zusätzlicher finanzieller Belastungen für die privaten Haushalte bleiben entscheidende Faktoren für eine positive Entwicklung des Konsumklimas" so die Forscher.

 

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