Limettengrün, Keramik und Giraffen: Die FW26-Trends aus Barcelona
Die 37. Ausgabe der 080 Barcelona Fashion hat die katalanische Hauptstadt einmal mehr in einen Treffpunkt für Kreativität, Mode und die vielfältigen Identitäten verwandelt.
Der Umzug der Veranstaltung vom traditionellen Recinto Modernista de Sant Pau zum alten Hafengelände Port Vell hat die Ausrichtung auf das Mittelmeer verlagert. Das Meer prägt die Ästhetik der Stadt und dient ihren Kreativen, bewusst oder unbewusst, weiterhin als ständige Inspirationsquelle.
In diesem Kontext zeigt sich eine Mode, die von leichten Kleidungsstücken, neutralen Tönen und einem entspannten, vom Klima beeinflussten Stil geprägt ist. Gleichzeitig sind internationale Mode und zeitgenössisches Design stark vertreten. So treffen experimentellere Entwürfe auf klar kosmopolitische Ansätze. Es entsteht ein ständiger Dialog zwischen dem Lokalen und dem Globalen.
Genau diese Vielfalt war auf dem Laufsteg vergangene Woche zu sehen. Dort wird Kleidung zum Ausdruck der globalen Offenheit der Stadt. Angesichts der zunehmenden Individualität der Entwürfe wird es immer schwieriger, einzelne oder wiederkehrende Trends zu erkennen.
Der Laufsteg diente auch als Plattform für Diskurse. Das reichte vom viralen Moment, als die spanische Unternehmerin und Haute-Couture-Sammlerin Carmen Lomana und die Rapperin Metrika gemeinsam für Dominnico liefen, bis hin zum ‘Migrant Pride’ . Dieser wurde vom mexikanischen Designer Ricardo Seco in einem Kontext gesellschaftlicher Migrationsdebatten thematisiert. Erzählungen wie diese werden durch Entwürfe wie die der palästinensischen Designerin Sylwia Nazzal, Gründerin von Nazzal Studio, noch verstärkt. Sie bringt eine Perspektive ein, die von den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten geprägt ist.
Hinter dieser internationalen Konsolidierung steht die institutionelle Arbeit des Consorci de Comerç, Artesania i Moda de Catalunya, einer öffentliche Einrichtung der katalanischen Regierung, die sich auf die Förderung und Unterstützung des Handels, des Handwerks und der Mode in Katalonien spezialisiert hat.Unterstütz wird die Arbeit von der Stadtverwaltung der katalanischen Hauptstadt. Das Engagement für die Internationalisierung hat die Präsenz des Laufstegs auf der internationalen Bühne gestärkt. Dies geschah insbesondere durch ein strategisches Einladungsprogramm für die globale Presse. So rückt Barcelona nicht nur als Schaufenster, sondern auch als kreativer Knotenpunkt mit eigener Identität in den Fokus der globalen Mode.
Eine Farbe: Limettengrün
Säurehaltiges Limettengrün etabliert sich als der disruptive Akzent der Wintersaison. Es durchbricht die Vorherrschaft der neutralen Töne mit einer lebendigen, fast elektrischen Energie.
Auf dem Laufsteg in Barcelona reichte die Interpretation von chromatischem Minimalismus bei Adolfo Domínguez bis zu den futuristischen und aggressiven Vorschlägen von Dominnico. Adolfo Domínguez integrierte die Farbe in monochrome Stricklooks oder als gezielten Akzent, um die Intensität zu mildern. Dominnico kombinierte sie mit Krokodilledertexturen und metallischen Details. Bei XVStrange zeigte sich der Trend in einer schlichteren Form.
Ein Accessoire: Der Gürtel
Normalerweise wird der Gürtel eng an der Taille getragen, um die Silhouette zu betonen. Auf der 080 Barcelona Fashion verlässt er jedoch seine konventionelle Funktion. Er wird zu einem Element architektonischer Spannung innerhalb des Looks.
Bei den Entwürfen von Doblas sind mehrere Gürtel zu sehen. Sie sind zur Brust verschoben oder fallen unregelmäßig über die Hüften. Dadurch fragmentieren sie das Kleidungsstück und schaffen neue Kraftlinien in der Silhouette.
Habey Club interpretiert den Gürtel entspannter. Er wird tief und fast lässig platziert, um Oversize-Silhouetten oder Ballonröcke zu betonen. Bei Adolfo Domínguez bleibt der Gürtel ein kontrollierendes Element. Er bewahrt die Eleganz traditioneller Schneiderkunst in einem Kontext von alltäglichem, entspanntem Luxus.
Ein Stilmittel: Der Knoten
Der Knoten dient als Ankerpunkt, der asymmetrische Faltenwürfe und dramatischere Drapierungen erzeugt. Er erscheint als Schleife auf Satinröcken oder als Tuch, um neue Kraftlinien zu schaffen und den Look interessanter zu gestalten.
Habey Club wiederum schnürt Kleider, ohne ihre fließende Form zu beeinträchtigen. Bei Moonsieur wird der Knoten als Schleife aus kontrastierendem Stoff neu interpretiert. Er kreuzt sich über der Taille und fungiert als visuelles Statement und Mittelpunkt der Komposition.
Eine Silhouette: Das Schößchen
Die Taille wird nicht mehr nur betont, sondern durch übertriebene Volumen nach außen projiziert. Dabei kommt die Schößchen-Silhouette zum Einsatz, die auf den Laufstegen der Herbst/Winter 2026 Saison ein starkes Comeback feiert. Dies spiegelt das aktuelle Interesse der Mode an kontrolliertem Volumen an den Hüften wider.
In seiner architektonischsten Version treibt Justicia diese Idee auf die Spitze und wählt eine gepolsterte Struktur.
Diese Entwicklung zeigt sich auch in ätherischeren Versionen wie bei Rubearth. Dort zerfällt das Schößchen in schwebende Rüschenlagen. Die technische Nüchternheit von Boulard und Doblas beweist, dass sich der Trend zu einem Designwerkzeug gewandelt hat. Es ist in der Lage, den Körper durch das Spiel mit Proportionen zu formen.
Ein Ornament: Federn
Federn etablieren sich in dieser Saison als das ultimative Ornament. Sie verwandeln schlichte Kleidungsstücke in bewegte Stücke.
Einige Designer:innen setzten sie gezielt ein, um eine unerwartete Textur zu schaffen. Zum Beispiel bei Midiröcken in Bleistift-Silhouette oder als Kontrapunkt zu strukturierterer Schneiderkunst. Andere entschieden sich für den ‚All-Over‘-Look und machten Kleider und Mäntel zu wahren taktilen Skulpturen.
Ein romantisches Detail: Schleifen
Die Vielseitigkeit dieses Elements zeigte sich in den verschiedenen Entwürfen. Einige Designer:innen integrierten Schleifen minimalistisch, um einen Hauch von Süße zu verleihen. Zum Beispiel als kleine Verzierung am Kragen eines rosa Kleides mit Puffärmeln oder als metallisches Detail auf einem weißen Spitzentop. Andere setzten auf Üppigkeit.
Wir sahen blaue Satinschleifen, die die Vorderseite eines gerippten Stricktops zierten. Eine Reihe schwarzer Samtschleifen bildete ein komplexes geometrisches Muster auf einem schwarzen Tüllkleid mit rosa Rüschen. Selbst bei Accessoires wie schwarzen Mary Janes in Kombination mit gepunkteten Strumpfhosen bestätigte sich die Schleife als das ultimative Ornament.
Ein Hauch von Underground
Reparto Studio brachte einen Hauch von Underground ein. Das Label präsentierte eine Kollektion, die Codes der Vergangenheit wie Band-Anstecker wieder aufgreift. Diese werden in einer eigenen ästhetischen Erzählung rekontextualisiert. Die Erzählung basiert auf dem Traum als konzeptioneller Achse, von seiner nächtlichen Dimension bis zu seiner Projektion in die Zukunft.
Die Kollektion greift Silhouetten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie die Underground-Kultur des späten 20. Jahrhunderts auf. Techniken wie Upcycling, die Wiederholung von Objekten und Moulage betonen die experimentelle Dimension der Kleidungsstücke.
Ein Tier: Die Giraffe
Der Giraffen-Print taucht in dieser Saison bei Coconutscankill als Alternative zum traditionellen Animal-Print auf. Es ist ein wenig genutztes Design mit viel Potenzial. In diesem Fall wurde es in einer sehr gelungenen Kombination mit roten Punkten umgesetzt.
Ein Material: Keramik
Obwohl Keramik aus funktionaler Sicht fast ein ‚Anti-Accessoire‘ ist, setzt SKFK auf Stücke aus gebranntem und glasiertem Ton. Ihre Verwendung wird ins Ornamentale verschoben. Sie laden dazu ein, den Blick auf großformatige Verschlüsse und Knöpfe zu richten, die wie kleine skulpturale Objekte im Kleidungsstück wirken. Diese wurden von Proyecto Hemen gefertigt.
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