Wer ein so bahnbrechendes Kleidungsstück erfunden hat, der muss nicht bescheiden sein. Mary Quant hat so auch nichts dagegen, mit Coco Chanel und Christian Dior in die Reihe der Designer, die zur rechten Zeit am rechten Ort mit den richtigen Talenten waren, gestellt zu werden. So lautet ein Zitat über sie, das man auf ihrer Homepage lesen kann. Und wirklich kann sich die englische Modedesignerin, die am Mittwoch den 11. Februar 70 Jahre alt geworden ist, immer noch davon überzeugen, dass das Kleidungsstück, das sie populär machte, weiterhin ganz frisch ist. Sie muss nur ein aktuelles Modemagazin aufschlagen, der Mini fehlt nie.

Die richtige Zeit waren die 60er Jahre, die Frauen wollten selbstständig sein, und gewannen an Selbstbewusstsein. Da kam ihnen der Rock, der die Knie frei ließ und damit für Empörung bei konservativen Zeitgenossen sorgte, gerade recht. Der rechte Ort war Swinging London allemal, und Mary Quant hatte das Talent, sich über geltende Konventionen hinwegzusetzen. So schnitt sie den Rock ab und schickte superschlanke Models wie Twiggy mit dem Streifen Stoff über den Laufsteg.

Ihre Mode war eine Gegenbewegung gegen all die damenhafte Eleganz des französischen Modeschöpfers Christian Dior, der die Mode der 50er Jahre dominierte. Sie fand diese Mode spießig, langweilig und unzeitgemäß. So eröffnete Quant nach ihrem Studium an der Kunsthochschule 1955 einen eigenen Laden in Knightsbridge. Sie entwarf kurze Hängerkleider, die sie zu erschwinglichen Preisen anbot. Die Kreationen waren alles andere als ladylike - sie stellten vielmehr das Kindliche der Trägerin heraus. Die 60er wurden das Jahrzehnt des Jugendkults, und Mary Quant schuf die Kleider dazu. Den Erfolg konnte sogar das britische Königshaus, nicht gerade als Trendsetter verschrien, schließlich nicht mehr ignorieren - 1966 bekam Mary Quant den "Orden des Britischen Empire". Das Unternehmen Mary Quant Ltd. existierte auch heute noch, allerdings werden die Umsätze nicht mehr mit dem Verkauf von Miniröcken, sondern mit Kosmetik gemacht. In Japan verkaufen sich die Mary-Quant-Produkte besonders gut, dort gibt es mehr als 200 eigene Geschäfte, dagegen gibt es in London, Paris und New York jeweils nur einen Laden.

 

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