Ottolinger interpretiert Desigual-Archiv neu
Das spanische Modeunternehmen Desigual treibt seine zunehmend anspruchsvolle Kooperationspolitik weiter voran und kündigt eine Zusammenarbeit mit der Berliner Marke Ottolinger an. Gemeinsam haben beide Unternehmen eine Kapselkollektion entwickelt, die auf dem historischen Archiv des 1984 in Barcelona gegründeten Unternehmens basiert.
Desigual betont, dass die Zusammenarbeit mit Ottolinger eine besondere Bedeutung hat. Die Gründerinnen Christa Bösch und Cosima Gadient riefen ihr Label 2015 in Berlin mit einer einzigartigen kreativen Vision ins Leben. Ihr Ansatz konzentriert sich auf die Dekonstruktion traditioneller Schneiderei und Mode – sowohl konzeptionell als auch formal. Das spanische Unternehmen erklärt zudem, dass Bösch und Gadient bereits zu Beginn ihrer Karriere Vintage-Kleidungsstücke von Desigual über Secondhand-Plattformen kauften. Sie zerlegten, interpretierten und gestalteten diese neu, um daraus neue, von ihrer eigenen Kreativität geprägte Stücke zu schaffen.
Diese Zusammenarbeit knüpft direkt an dieses Erbe an und wird als „organische“ Allianz präsentiert. Sie verbindet die Vorliebe der Ottolinger-Gründerinnen für Upcycling mit dem Universum, den Codes und dem Archiv von Desigual. All diese Einflüsse fließen in eine kollaborative Kapselkollektion ein, die auf dem Archiv der Marke aus Barcelona basiert.
„Mit Ottolinger entwickelt Desigual seine Strategie weiter, sein kreatives Erbe als Plattform für Innovation und internationale Zusammenarbeit zu nutzen“, erklärt das spanische Unternehmen in einer Mitteilung. Dabei konzentriere man sich darauf, „Allianzen mit Marken zu schmieden, die die zeitgenössische Mode definieren“. Weiter heißt es, dass Desigual mit der Berliner Marke „seine Kreativität international weiter ausstrahlt, seine kulturelle Relevanz stärkt und eine zunehmend globale Positionierung festigt“.
Veröffentlichung im September
Obwohl bislang keine Bilder der Kollektion veröffentlicht wurden, kündigt Desigual an, dass diese ab dem 3. September erhältlich sein wird. Ab diesem Zeitpunkt können die Stücke der Kapselkollektion erworben werden. Bestätigt wird, dass die Kollektion aus Archivstücken von Desigual besteht, die von den Gründerinnen und Designerinnen von Ottolinger neu interpretiert wurden. Dieser Gestaltungsprozess führte zu „exklusiven, in Barcelona handgefertigten Stücken“.
Für diesen Prozess arbeiteten Bösch und Gadient eng mit dem Designatelier von Desigual in Barcelona zusammen. Sie wählten Archiv- und Lagerbestände aufgrund ihrer Muster, Farben und Materialqualität aus. Diese Stücke wurden anschließend von Hand zerlegt und neu zusammengesetzt. So entstanden die dekonstruierten Silhouetten, die die Kleidungsstücke dieser Kapselkollektion prägen. Die Designs vereinen die kreativen Handschriften von Desigual und der Berliner Marke.
„Die neuen Stücke spiegeln die unverkennbare kreative Sprache von Ottolinger wider“, erklärt der spanische Modekonzern. „Doch in ihren Materialien, Mustern und Farben bewahren sie die Essenz von Desigual.“ Das Ergebnis sei eine „Kollektion, die einen Dialog zwischen dem Erbe der Marke und einem neuen Blick auf die zeitgenössische Mode führt“. Mit solchen Kooperationen „bringt Desigual sein kreatives Universum neuen Zielgruppen näher, bewahrt seinen Innovationsgeist und seine Fähigkeit, Design aus verschiedenen Perspektiven neu zu interpretieren“.
Eine Strategie mit drei Zielen
Die Zusammenarbeit zwischen Desigual und Ottolinger ist Teil der Offensive zur Aufwertung der Marke und ihrer Kollektionen. Diese Strategie verfolgt Desigual seit der historischen Modenschau in Barcelona im Juni 2024. Die damalige Präsentation der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 markierte einen Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte. Sie bildete den Höhepunkt des Relaunch-Plans und zugleich den Ausgangspunkt für die sorgfältig geplante Strategie zur Aufwertung der Marke und ihres Modeangebots.
Neue Meilensteine folgten zunächst mit der Einführung der neuen Premium-Linie „Studio“ und anschließend mit den ersten Kooperationen mit aufstrebenden internationalen Marken.
Im Juli 2025 gab Desigual eine Zusammenarbeit für eine Kapselkollektion mit der niederländischen Marke Botter bekannt. Diese Kooperation kann als Auftakt einer Reihe internationaler Allianzen mit aufstrebenden, aber bereits etablierten Designer verstanden werden. Es folgten die angekündigte Zusammenarbeit mit der Pariser Marke Egonlab im November desselben Jahres, mit der in London lebenden ukrainischen Designerin Masha Popova im Januar 2026 und nun die Kooperation mit der Berliner Marke Ottolinger.
Obwohl diese Kooperationspolitik Teil der „Premiumisierungs“-Strategie von Desigual ist, bildet sie zugleich eine eigenständige Säule innerhalb des Unternehmens unter der Leitung von Thomas Meyer. Wie das Unternehmen selbst bestätigt, verfolgt es mit jeder neuen Zusammenarbeit mit jungen internationalen Marken drei Ziele. Erstens soll die internationale Positionierung von Desigual gestärkt werden. Zweitens sollen durch die Neuinterpretation des Markenarchivs durch prägende neue Stimmen der Modewelt Verbindungen zu jüngeren Verbraucher geschaffen werden. Drittens sollen die Positionierung und Sichtbarkeit von Desigual in wichtigen Schlüsselmärkten wie den Niederlanden, Frankreich und Deutschland erhöht werden.
„Mit dieser Allianz setzt das Unternehmen weiterhin auf die Zusammenarbeit mit Marken, die neue kreative Perspektiven in für Desigual wichtigen Regionen einbringen – wie in diesem Fall Deutschland, einem der wichtigsten Märkte für Desigual, sowohl online als auch im stationären Handel“, betont das spanische Unternehmen. Gleichzeitig knüpft die Marke mit dieser Strategie enge Verbindungen zu einigen der relevantesten Designer der neuen Generation und stärkt ihre internationale Positionierung. Dies geschieht in einem „entscheidenden Moment für ihre Zukunft“, in dem sich das Unternehmen auf die „Erneuerung seines Images, seiner Kollektionen und seiner Räumlichkeiten konzentriert, mit dem Ziel, eine neue Generation von Verbraucher anzuziehen“.