Sex sells? Das war einmal, jetzt geben Ladies den Ton an. Zuviel kann auf Dauer auch langweilig sein: zuviel Haut. Deshalb wird diese jetzt verhüllt mit Röcken bis über die Knie, schmalen Pullovern und hoch geschlossenen Kostümen. Und schon wird in Paris diskutiert, ob nun zuviel Stoff auf den Laufstegen zu sehen war.

Elegant aber brav war die letzte Kollektion von Michael Kors für Celine. Inspirieren ließ er sich von Audrey Hepburn und der schmalen Silhouette der 50er und 60er, ab und an durch einen weit schwingenden Ballerinarock unterbrochen. Am Ende gab es ein paar Tränen des Abschieds und ein paar Gerüchte um die Nachfolge von Kors nahmen ihren Lauf: Danach gelten wohl Dean und Dan Caten von Dsquared2 als Favoriten für den Chefdesignerposten bei Celine.

Auch Julian McDonald gab sich bei seiner letzten Kollektion für Givenchy zurückhaltend. Er schien beim Entwerfen ebenso wie Kors an die zarte Audrey Hepburn gedacht zu haben, immerhin war sie eine treue Kundin von Givenchy. Schwingende Mäntel, Kostümjacken mit Peter-Pan-Krägen und romantische Volants an kniebedeckenden Röcken ließen die Models ladylike und unschuldig aussehen. Nicht ganz so schmal und schüchtern wirkte das, was John Galliano für Dior über den Laufsteg schickte: Bunte Farben und viel Volumen, das keine Rücksicht auf die Körperformen nimmt. Riesige Pelzkragen an Blousons, die ein wenig an bunte Ostereier erinnern, dazu Tüllröcke und viele Volants.

Bei Chanel waren zum ersten Mal Männer in Tweedjacken zu sehen. Die weiblichen Models trugen allerdings die gleichen, die etwas zu weit und zu lang schienen. Karl Lagerfeld hatte mal wieder in alten Fotoalben von Gabriele "Coco" Chanel geblättert und sich jenes zum Leitmotiv genommen, auf dem Coco in einem Herrenjackett abgebildet ist. Chiffon, Pailletten und das klassische Kostüm aus Tweed glätteten die maskulinen Wogen.

Helmut Lang blieb ganz seiner Linie treu und schickte ganz und gar unverkennbare, stilsichere Helmut-Lang-Entwürfe in Schwarz, Weiß und Nachtblau über die Bühne. An etwas Neuem versuchte sich aber auch der Österreicher: Es gab erstmals Abendkleider aus Chiffon und Satin.

 

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