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Pariser Modewoche für Herrenmode Herbst/Winter 2026: das Urteil

Mode|KOMMENTAR
Backstage bei der Show von Ami Paris FW26. Bild: ©Launchmetrics/spotlight
Von Julia Garel

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Wer von dieser Fashion Week erwartet hatte, dass sie Grenzen verschiebt, wurde eines Besseren belehrt: Die Herbst/Winter-Saison 2026 ist in einer greifbaren Realität verankert und setzt auf Sicherheit. Luxusmarken versuchen nicht, die Mode von morgen zu erfinden, sondern wollen den Mann von heute kleiden und ihre Handschrift mit konkreten und rationalen Stücken unterstreichen. Ein Rückblick auf einige der einflussreichsten Modenschauen und Präsentationen der Pariser Modewoche.

Jeanne Friot: „It’s never too late to fight fascism“

Jeanne Friot. Bild: ©Launchmetrics/spotlight

In dieser Saison nutzten nur wenige Designer:innen ihre Modenschau als Ort für Protest und Aktivismus; Jeanne Friot stach daher besonders hervor. Sie präsentierte queere Mode an Tänzer:innen mit einer kämpferischen Choreografie und blieb ihrer genderlosen Vision treu.

„Als Antwort auf die zeitgenössischen Versuche, Körper zu fixieren – sie zu formen, lesbar, gefügig und normalisiert zu machen – feiert die Show die Bewegung“, war in den Notizen zu ihrer Herbst/Winter 2026 Show zu lesen.

Mit dieser Modenschau stärkte Jeanne Friot ihre Position als Sprachrohr für Minderheiten. Sie zeigte ihre Botschaft auf T-Shirts mit Slogans wie „It’s never too late to fight fascism“, die bereits im E-Shop der Marke erhältlich sind. Auch die stilistischen Codes des Hauses waren stärker und intensiver. Dazu gehörten mit Pailletten besetzter Schottenstoff und Kilts, die länger oder weiter wurden. Ihre ikonischen Stücke aus Gürteln waren in fast jeder Silhouette zu sehen; von Bustierkleidern über den Kragen eines Mantels bis hin zu einer Bomberjacke, einem Rock und Overknee-Stiefeln.

Louis Vuitton: mehr als nur Kleidung

Louis Vuitton HW26. Bild: ©Launchmetrics/spotlight

Bei Louis Vuitton wurde der Blick der Betrachter:innen mehr vom Bühnenbild als von der Kollektion selbst gefesselt. Diese bestand aus nützlichen und unprätentiösen Kleidungsstücken. In der Mitte des Sets stand ein von Pharrell Williams entworfenes Fertighaus, das den Traum von hochwertigem Wohnen verkaufte. Die Inszenierung sollte den Namen Louis Vuitton als Kulturmarke etablieren, bei der Kleidung nur ein Element von vielen ist.

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IM Men: Produkte, die umhüllen

IM Men FW26. Bild: ©Launchmetrics/spotlight

IM Men ist die 2021 gegründete Marke des japanischen Konzerns Issey Miyake. Sie lieferte, was man von ihr erwartete: weite Mode mit kunstvoll berechneten Falten. Diese spiegeln die technische Vision der japanischen Ingenieur:innen wider, die sie entwerfen.

Der von der Marke beanspruchte „Produkt“-Ansatz führte zu starken Stücken. Der Name IM leitet sich von „im product“ ab, einer Marke von Issey Miyake aus den späten 1970er Jahren. Die Kollektion umfasste dicke, kuschelige Mäntel, die wie aus Bettdecken geschnitten wirkten; Capes aus einer Ansammlung flauschiger Schals; Mützen-Stolen und eine Vielzahl von umhüllenden Teilen, die alle begeistern werden, denen immer kalt ist.

Dries Van Noten: Parallele zum Dior-Stil von Jonathan Anderson

Dries Van Noten FW26. Bild: ©Launchmetrics/spotlight

Gegen den Oversize-Trend eröffnete die Dries Van Noten-Show mit einem taillierten Mantel. Er wirkte wie eine neue Version des Dandy- und Aristokraten-Geistes, den Jonathan Anderson letzte Saison mit seiner ersten Herrenmodenschau für Dior einführte. Doch ähnlich wie beim Haus Dior achtete Kreativdirektor Julian Klausner darauf, den vornehmen Look mit lässigen Details zu modernisieren. So gab es Denim, Hüte im Stil von peruanischen Mützen und Broschen mit Fransen. Gekrempelte Ärmel, Jacquards in leuchtenden Farben und natürlich eine Vielzahl von Drucken, dem Markenzeichen der Marke, waren ebenfalls zu sehen.

Kenzo: auf Neuauflagen setzen

Kenzo FW26. Bild: ©Launchmetrics/spotlight

Für Kenzo gab es in dieser Saison keine Modenschau. Stattdessen fand eine Präsentation an Stockman-Puppen in der ehemaligen Residenz von Kenzo Takada statt. Das Haus im japanischen Stil befindet sich im Stadtteil Bastille. Diese wahrscheinlich kostengünstigere Wahl geht mit einem zeitgemäßen kreativen Ansatz einher, der in einer betonten Rückkehr zu den Archiven des Hauses besteht.

Die Pressemitteilung liest sich wie eine Nachbestellungsliste und spricht für sich: „Der Tiger, ein Symbol der Kenzo Jungle Kollektion aus den 1980er Jahren, kehrt zurück und ziert nun die Hemden“; „Das zweifarbige Neo-Tailoring feiert sein großes Comeback und interpretiert Archivsilhouetten aus den 1990er Jahren neu, die zuletzt in der Herbst/Winter 2022 Kollektion zu sehen waren“; „Die Kite-Tasche von 1986 kehrt als exakte Nachbildung zurück und ist in neuen Versionen aus kontrastierendem Color-Block-Leder erhältlich“.

Das Ergebnis ist eine tragbare und brave Kollektion mit Preppy-Akzenten. Sie entfernt sich deutlich von der Streetwear-Kultur, das Markenzeichen von Nigo, Kenzos Kreativdirektor seit 2021.

Dior: junge Aristokratie als Zielgruppe

Dior FW26. Bild: ©Launchmetrics/spotlight

Dior spielt mit offenen Karten. Die Hauptmarke des LVMH-Konzerns und ihr Kreativdirektor Jonathan Anderson richten sich an die junge Aristokratie, also die neue globale Elite. Für sie entwerfen und verkaufen sie ihre Kollektionen. „Diese junge Aristokratie mit Dior-Geist knüpft neue stilistische Verbindungen, geleitet von Freude und Spontaneität. Sie trägt gelb gefärbte, aufgestellte Haare, bestickte Schulterklappen und zeigt ein Gefühl von eklektischer Opulenz“, heißt es in den Show-Notizen.

Im bunten Mix dieser Kollektion mit oft schillernden Silhouetten fielen mehrere Kleider und Röcke für Männer auf. Sie verstärkten die bereits in der vorherigen Kollektion von Jonathan Anderson für Frühjahr/Sommer 2026 vorhandene Gender-Freiheit. Diese ist nicht nur geschlechtsspezifisch, sondern auch stilistisch. Sie distanziert sich bewusst von einer konservativen Aristokratie. Stattdessen entspricht sie den Wünschen einer Jugend, die sich mehr nach lässigem Luxus als nach dem steifen Dreiteiler der Generation der Großelternn sehnt.

Ami Paris: eine Kollektion für das Jetzt

Ami Paris FW26. Bild: ©Launchmetrics/spotlight

Die Wahl einer See-Now-Buy-Now-Strategie hätte bei Ami Paris viel Sinn ergeben. Die Modenschau präsentierte eine ebenso aktuelle wie tragbare Kollektion. „Die Kollektion erinnert an eine echte Garderobe, die das Leben repräsentiert und im Laufe der Zeit zusammengestellt wurde“, heißt es in den Notizen zur Show. Dieser konkrete Ansatz zeigte sich in Alltagskleidung, die dem heutigen Trend entspricht. Zu sehen waren Oversize-Mäntel, weite Hosen, gestreifte Hemden und klassische Pullover. Kurz gesagt, nichts Revolutionäres, aber viele praktische Stücke.

Jacquemus: gefestigte Codes

Jacquemus FW26. Bild: ©Launchmetrics/spotlight

Die französische Marke beendete die Pariser Modewoche mit einer Kollektion, die ihrer DNA treu blieb. Sie hatte einen knalligen Titel, „Palmier“, eine sinnliche Silhouette und einen Hauch von Humor. Die Palmenfrisur bestand aus einem Pferdeschwanz, der gerade auf dem Kopf getragen wurde.

Bei Jacquemus, wie auch bei anderen, wurden die Codes des Hauses betont, auch wenn dies explizite Anspielungen auf die Archive bedeutet. In dieser Herbst/Winter 2026 Kollektion fanden sich geometrische Formen in runden Hüten und abgerundeten Schultern wieder. Ein kindlicher Geist zeigte sich in einem Konfetti-Muster aus Rot, Blau, Gelb und Schwarz. Die taillierten Formen waren den Show-Notizen zufolge eine Neuinterpretation der Kollektion „La Bomba“.

Über die Wiederholung der Codes hinaus diente die Veranstaltung dazu, die Preispositionierung und Legitimität gegenüber Luxuskonzernen zu rechtfertigen. Die Marke nannte in ihrer Mitteilung ihre renommierten Lieferanten Maison Février und Maison Lemarié. Sie scheute auch nicht davor, komplexe Materialien wie Taft, Straußenfedern und Rocaille-Stickereien zu verwenden.

Neue aufstrebende Designer:innen

Neben den Schwergewichten der Luxusbranche bot diese Ausgabe auch Raum für eine aufstrebende Szene. Diese war geprägt von Engagement, starkem Storytelling und großer kreativer Vielfalt. Dabei mischten sich Designer:innen, die neu im offiziellen Kalender der Fédération de la Haute Couture et de la Mode (FHCM) waren, mit „Off“-Veranstaltungen. Zu den jungen Designer:innen, die man im Auge behalten sollte, gehören Jeanne Friot, die bereits erwähnt wurde, aber auch die saudische Marke KML oder Georges Laurence, FFF Postal Academy, Ssstein und andere.

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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