Nicht die sportlichen Leistungen standen beim ersten Spiel der Mannschaft aus Kamerun beim Arifka-Cup in Tunesien im Mittelpunkt, sondern die Kleidung der Kameruner. Den Ausrüster Puma dürfte es gefreut haben, dass seine Weiterentwicklung vom klassischen Duo Trikot und Hose zum durchgehenden Einteiler UniQT soviel Aufsehen erregte. Dabei war auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen, dass es sich bei dem grünen hautengen Oberteil und der etwas weiteren roten Hose um ein zusammenhängendes Kleidungsstück handelte. Der Sportartikelhersteller Puma hat eben nicht einfach Ober- und Unterteil zusammengenäht, sondern lange an UniQT getüffelt: So wird der Einteiler über zwei verdeckte Reißverschlüsse an den Schultern angezogen. Der Übergang vom hautengen Oberteil zur hautengen Innenhose und der etwas weiter sitzenden Shorts wird durch ein Bündchen markiert. Und auch ein Hinweis darauf, dass die Kameruner den Spitznamen "unbezwingbare Löwen" tragen, findet sich auf dem Oberteil, rote Mesheinsätze in Form von Krallenspuren sollen sowohl die Luftzirkulation als auch die Optik des Trikotersatzes verbessern.

Der Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes, Joseph Blatter fand trotzdem keinen Gefallen daran: Er hatte schon vor dem Auftaktspiel gegen Algerien, das 1:1 endete, beanstandet, dass der Einteiler nicht vorschriftsmäßig sei. Dabei hat die Puma-Kreation, die aus einer Kombination von Lycra und Polyester besteht, sogar Vorteile gegenüber der normalen Fußballbekleidung: Keine nackten Oberkörper nach dem Torjubel oder Spielende, der Gegner kann nicht mehr an der Hose zerren und zupfen, T-Shirts mit Botschaften bleiben unter dem Einteiler verborgen, und der Wegfall des Trikottausches spart Geld. Um das Problem aus der Welt zu schaffen, wurde eine Krisensitzung einberufen, die sich mit dem Für und Wieder des grün-roten Kleidungsstückes beschäftigte. Heraus kam ein Kompromiss: die Kameruner dürfen dieses Turnier im Einteiler weiterspielen, nach dem Afrika-Cup allerdings sollen wieder Trikot und Hose in die Sporttaschen.

Schon beim letzten Afrika-Cup vor zwei Jahren in Mali hat Puma mit den ersten ärmellosen Trikots für eine Nationalmannschaft für Trubel auf dem Rasen gesorgt - damals wurde Kamerun Afrika-Meister. Puma scheint von dem Erfolg des Einteilers jedenfalls überzeugt: Die Firma hat UniQT schutzrechtlich angemeldet.

 

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