Das Wortspiel ist so einladend, dass man sich ihm nicht entziehen kann: "Tom geht fort". Gemeint ist der amerikanische Designer Tom Ford, der im April nächsten Jahres zusammen mit dem jetzigen Präsident und Vorstandschef der Gucci-Gruppe, Domenico De Sole, das Unternehmen Gucci verlassen wird. Ford ist im Moment Creative Director für Gucci und Yves Saint Laurent. Ganz überraschend kommt der Abschied nicht - schon länger wurde über Unstimmigkeiten zwischen Ford und dem Eigentümer der Gucci-Gruppe, dem französischen Handelsunternehmen PPR (Pinault Printemps Redoute), berichtet. Der französische Konzern besitzt neben Gucci weitere Luxusmarken wie Yves Saint Laurent und Balenciaga. Der Präsident von PPR, François Pinault, wollte, dass sich Ford in Zukunft ganz auf die Designleitung bei Gucci konzentriert. Ford sieht sich aber wohl eher als Nachfolger von Yves Saint Laurent. Jetzt scheiterten die Verhandlungen über die neuen Verträge.

Die Erfolgsgeschichte Guccis vom traditionellen Kofferlabel hin zur begehrten Kultmarke ist ohne Tom Ford und Domenico De Sole undenkbar. 13 Jahre arbeitete Ford Saison für Saison daran, dass die Kleider von Gucci das Bild der Mode bestimmten. Aber nicht nur die engen Kleider und knappen Hüfthosen waren für den Erfolg verantwortlich - auch das strategische Handeln von De Sole und Ford trug zum Wachstum bei: Gucci kaufte im Laufe der letzten zehn Jahre tausende Lizenzen zurück, die es erlaubt hatten, den Namen Gucci auf billige Produkte zu drucken, eröffneten glamouröse Shops mit einheitlichem Ladendesign und sorgten für ein reibungslos funktionierendes Vertriebssystem.

 

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