1. Wirtschaftsausblick für die Bekleidungsindustrie 2026
Modebranche wappnet sich für neue Regeln und geringes Wachstum
Die globale Modebranche navigiert im Jahr 2026 durch eine grundlegend neue Realität. Diese ist geprägt von anhaltender makroökonomischer Volatilität, neu gezeichneten Handelsrouten und rasanter technologischer Disruption. Führungskräfte suchen nach Klarheit inmitten systemischer Veränderungen, die eine erhöhte Agilität und einen disziplinierten Kapitaleinsatz erfordern.
Das übergeordnete Thema des Jahres ist die Neukalibrierung. Marken müssen sich schnell an ein Umfeld anpassen, in dem Verbraucherprioritäten, Handelspolitik und Technologie in ständigem Wandel sind. In Umfragen von McKinsey & Company unter Führungskräften der Modebranche hat das Wort „herausfordernd“ den Begriff „Unsicherheit“ bei der Beschreibung der Aussichten abgelöst. Dies geht aus dem jährlichen Bericht ‘State of Fashion’ hervor, der in Zusammenarbeit mit BOF Insights erstellt wurde.
Laut McKinsey wird für die Branche 2026 ein niedriges einstelliges Wachstum erwartet. Dies zwingt Führungskräfte dazu, Effizienz und Rentabilität über reines Mengenwachstum zu stellen. Gedämpft wird dieser Ausblick durch geopolitische Spannungen, schwankende Zinsumfelder und eine sich wandelnde Verbraucher:innennachfrage nach Mehrwert, Erlebnissen und Wohlbefinden.
Dieser Artikel soll Fachleuten der Modebranche die vorhandenen Daten, Datenschätzungen und strategischen Einblicke für eine fundierte Planung im kommenden Jahr liefern.
Prognostizierte Auswirkungen von BIP und Inflation auf die Konsumausgaben
Das globale Wirtschaftswachstum wird sich 2026 voraussichtlich leicht verlangsamen. Diese Verlangsamung ist hauptsächlich auf den anhaltenden makroökonomischen Gegenwind und die hartnäckige, wenn auch nachlassende, Inflation zurückzuführen. Laut dem im Oktober 2025 vom Internationalen Währungsfonds (IWF) veröffentlichten World Economic Outlook (WEO) wird die Weltwirtschaftsleistung 2026 voraussichtlich um verhaltene 3,1 Prozent wachsen. Dieser Trend deutet darauf hin, dass politische Entscheidungsträger:innen in wichtigen Volkswirtschaften, einschließlich der USA und des Euroraums, weiterhin Spielraum für eine geldpolitische Lockerung und Zinssenkungen haben werden.
Die Inflation schwächt sich in den großen Volkswirtschaften weiter ab. Ihre Hartnäckigkeit hat jedoch einen starken direkten Einfluss auf die frei verfügbaren Ausgaben. Dies zwingt die Verbraucher:innen dazu, in allen Einkaufskategorien nach einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis zu suchen. Dieses preisbewusste Verhalten ist besonders in den Massenmarkt- und Mittelklassesegmenten ausgeprägt.
Analyse der Schlüsselmärkte zeigt unterschiedliche Entwicklungen
Die USA: Das Wachstum wird durch einen robusten Konsum gestützt. Laut dem Wirtschaftsausblick 2026 von Morgan Stanley ist dies auf gesunde Haushaltsbilanzen und steigenden Wohlstand zurückzuführen. Die Expansion wird zudem durch erhebliche Investitionsausgaben für Technologien der künstlichen Intelligenz (KI) angetrieben. Das US-Wirtschaftswachstum wird für 2026 auf 2,1 Prozent prognostiziert. Obwohl die Haushaltsfinanzen stark sind, stellen strengere Kreditbedingungen und die Unsicherheit über neue Handelshemmnisse Risiken für das Wachstum der real verfügbaren Einkommen dar. Folglich muss sich die Modebranche in den USA mit einer Kundschaft auseinandersetzen, die ihre Ausgaben weiterhin überlegt tätigt.
China: Trotz anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten im Immobiliensektor und einer nachlassenden globalen Nachfrage beginnt sich die Marktstimmung in China zu erholen. Laut Morgan Stanley wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas im Jahr 2026 voraussichtlich um fünf Prozent wachsen. Für das Luxussegment bleibt das Tempo der Erholung nach der Pandemie eng mit der Rückkehr der Ausgaben von vermögenden Privatpersonen (High-Net-Worth Individuals, HNWIs) im In- und Ausland verbunden.
Europa: Für den Euroraum wird 2026 ein moderates BIP-Wachstum von 1,1 Prozent prognostiziert (Morgan Stanley). Die Verbraucherstimmung in den fünf Hauptmärkten bleibt trotz eines robusten Arbeitsmarktes verhalten. Dies führt zu einem weit verbreiteten Abwanderungsverhalten zu günstigeren Produkten. Die Handelshemmnisse nach dem Brexit beeinträchtigen weiterhin die Effizienz der Lieferketten und den grenzüberschreitenden E-Commerce.
Luxussegment steht vor verhaltenem Wachstum, während der Value-Sektor weiter zulegt
Die Wirtschaftsprognose für die Modebranche deutet auf eine klare Marktsegmentierung hin. Es wird erwartet, dass die oberen und unteren Preissegmente widerstandsfähig sind, während das mittlere Preissegment zunehmend unter Druck geraten wird.
Luxus (Haute Couture und High-End Ready-to-wear)
Nach einer Verlangsamung im Jahr 2025 steht der Luxussektor vor einem moderaten Wachstum. Angetrieben wird dies durch eine strategische Neuausrichtung und erneute Investitionen in Schlüsselmärkten wie den USA. Luxusmarken distanzieren sich von preisgeführten Wachstumsstrategien, die aufstrebende Konsument:innen verprellt haben. Der Fokus verlagert sich nun auf die Betonung von hoher Produktqualität, Seltenheit und Handwerkskunst. Dies soll den Markenwert stärken und etablierte vermögende Privatpersonen (HNWIs) ansprechen, wie Bain & Company und Altagamma - auf Englisch - berichten.
Die Performance der Kategorien zeigt klare Gewinner
Feiner Schmuck und Uhren übertreffen die Leistung von Lederwaren und Bekleidung. Die Schmuckkategorie widersetzte sich der allgemeinen Verlangsamung im Luxusbereich. Die Preise stiegen langsamer als in anderen Bekleidungskategorien. Zudem profitierte die Kategorie vom wachsenden Wunsch der Verbraucher:innen nach langlebigen Investitionen. Dies spricht HNWIs an und fördert den Trend, sich selbst zu beschenken. Laut dem ‘State of Fashion’-Bericht wird erwartet, dass dieser Sektor bei den Stückzahlen mehr als viermal so stark wachsen wird wie die Bekleidungsbranche.
Value/Fast Fashion und das Aufwertungsspiel
Angesichts des anhaltenden Drucks durch die Lebenshaltungskosten bleibt die Attraktivität von Value-Angeboten hoch. Der Wettbewerb in diesem Sektor ist jedoch intensiv. Er ist geprägt von neuen Marktteilnehmer:innen, die Social-Commerce-Modelle nutzen und ihre Volumina ausweiten. Das am schnellsten wachsende Segment der Branche ist laut Bain & Company derzeit der Mid-Market oder der zugängliche Luxus. Dieser wird zunehmend als Hauptquelle der Wertschöpfung im Markt angesehen.
Als Reaktion auf die Marktsättigung und den Wettbewerb durch Ultra-Billig-Anbieter:innen verfolgen viele Marken im Value-Segment bis hin zum erschwinglichen Luxus ein sogenanntes ‘Aufwertungsspiel’. Sie konzentrieren sich auf die Verbesserung der Produktqualität, der Designästhetik und des Einkaufserlebnisses im Geschäft. Damit wollen sie die emotionale Bindung erreichen, die bisher dem Luxussegment vorbehalten war. Diese strategische Aufwärtsbewegung zielt darauf ab, Käufer:innen zu gewinnen, die durch steigende Luxuspreise verdrängt wurden, und sich gleichzeitig von Konkurrent:innen auf der Haupteinkaufsstraße abzuheben.
Mid-Market/Facheinzelhandel
Das mittlere Preissegment steht unter starkem Druck. Es wird durch ein High-Low-Konsumverhalten eingeengt, das entweder extrem günstige Angebote oder Kernluxus bevorzugt. Marken ohne ein klar definiertes Wertversprechen oder authentisches Marken-Storytelling riskieren den Verlust von Marktanteilen und möglicherweise eine Konsolidierung.
Bekleidungskategorien und regionale Schwerpunkte
Kategorienanalyse
Damenmode treibt weiterhin das höchste Volumen an, ist aber mit einer fortschreitenden Fragmentierung konfrontiert. Herrenmode gewinnt an Dynamik. Dies ist laut McKinsey teilweise auf den Anstieg von Selbstgeschenken und Ausgaben für Nicht-Bekleidungsartikel wie Smart-Brillen zurückzuführen. Kindermode bleibt vergleichsweise stabil, angetrieben durch notwendige Käufe.
Regionaler Fokus
Europa: Für den Euroraum wird 2026 ein moderates BIP-Wachstum von 1,1 Prozent prognostiziert. Trotz eines robusten Arbeitsmarktes bleibt die Verbraucherstimmung in den fünf Hauptmärkten verhalten. Dies ist durch ein weit verbreitetes Abwanderungsverhalten zu günstigeren Produkten gekennzeichnet. Darüber hinaus beeinträchtigen die Handelshemmnisse nach dem Brexit weiterhin die Effizienz der Lieferketten und den grenzüberschreitenden E-Commerce, was die Geschäftskosten im Vereinigten Königreich und für seine Partner:innen erhöht.
Asien-Pazifik (APAC): Außerhalb Chinas bietet die APAC-Region wichtige Wachstumsbereiche. Es wird erwartet, dass sich Märkte wie Südkorea und Japan erholen werden. Angetrieben wird dies durch eine starke inländische Verbrauchendenbasis und kulturelle Relevanz, die die Ausgaben bestimmt. Dadurch etablieren sie sich als wichtige Zentren für den Luxus- und Premiumkonsum.
Beschaffung und Logistik bleiben entscheidende Kostentreiber
Die operative Kalkulation bleibt komplex. Sie ist geprägt von Margendruck und anhaltenden Risiken in der Lieferkette.
Die zentrale Herausforderung ergibt sich aus den Zoll-Turbulenzen, die die globalen Handelsnetze aktiv umgestalten. Höhere Zölle verursachen steigende Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette und belasten den Modesektor stark.
Arbeitsmarktdynamik und Lohndruck
Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich sowohl im Unternehmens- als auch im Produktionsbereich:
Produktionszentren: Die Lohninflation bleibt in wichtigen Produktionszentren wie Vietnam und Bangladesch ein zentrales Thema. Dies setzt die Gewinnmargen von Herstellern für den Massenmarkt unter Druck.
Unternehmens-Talente: Der ‘Kampf um Talente’ für spezialisierte Digital- und Datenanalyse-Rollen in den Unternehmenszentralen verschärft sich. Da KI zu einer geschäftlichen Notwendigkeit wird, müssen Unternehmen über das traditionelle Mode-Ökosystem hinaus konkurrieren. Sie müssen neue Talente gewinnen, die sich mit agentischer KI und komplexen Datenmodellen auskennen.
Investitionen verlagern sich in Richtung Rentabilität statt reinem Mengenwachstum
Kapitaldisziplin ersetzt den Fokus auf uneingeschränktes Mengenwachstum, der vor 2025 vorherrschte. Investitionen werden strategisch in Bereiche gelenkt, die Kernkompetenzen aufbauen und nachhaltige Margen fördern. Dies geht aus einer Umfrage unter Modefachleuten für den ‘State of Fashion’-Bericht hervor.
E-Commerce
Das explosive, reine Mengenwachstum des E-Commerce-Kanals während der Covid-19-Pandemie normalisiert sich. Die Priorität verschiebt sich vom Akquisevolumen zur Rentabilität innerhalb des Direct-to-Consumer-Modells (D2C). Ein wesentlicher Treiber hierfür ist die schnelle Disruption durch KI, da autonome KI-Shopping-Agenten die Art und Weise, wie Kund:innen Produkte entdecken und kaufen, grundlegend verändern. Der Wandel hin zu diesem Handel bedeutet, dass Marken in semantisch reichhaltige Daten und eine über APIs zugängliche E-Commerce-Infrastruktur investieren müssen. So stellen sie sicher, dass ihre Produkte für KI-Modelle sichtbar bleiben und von diesen bevorzugt werden. Diese Neupriorisierung bedeutet, dass die Kundschaftsgewinnungskosten (Customer Acquisition Cost, CAC) eine zentrale Kennzahl bleiben, die stark unter Aufwärtsdruck steht.
Omnichannel
Die Kernstärke einer Marke beruht heute auf der Harmonisierung von stationärem Handel und digitalen Erlebnissen. Das physische Geschäft muss vollständig in das digitale Erlebnis integriert werden. Dazu gehören die Verbesserung von Dienstleistungen wie die Effizienz von Click-and-Collect und der Einsatz von In-Store-Technologie für personalisiertes Clienteling und nahtlose Übergänge zwischen den Kanälen.
Nachhaltigkeit und Wiederverkauf
Nachhaltigkeit bleibt eine langfristige Priorität bei den Investitionsausgaben. Dies liegt insbesondere an den sich entwickelnden regulatorischen Anforderungen der Europäischen Union. Gleichzeitig ist der Secondhand-Modemarkt keine Nische mehr, sondern ein vollständig integrierter Wachstumskanal.
Die Attraktivität von Secondhand-Mode, oder ‘Pre-loved’-Artikeln, ist angesichts steigender Preise auf dem Primärmarkt hoch. Die Boston Consulting Group prognostiziert, dass der Wiederverkaufsmarkt bis 2027 zwei- bis dreimal schneller wachsen wird als der Markt für Neuware. Marken entwickeln eigene Wiederverkaufsstrategien, um ihre Geschäftsmodelle zu stärken. Sie nutzen diese nicht nur als unerschlossene Einnahmequelle, sondern auch als wirksames Instrument. Damit können sie die Loyalität bestehender Kund:innen fördern und aufstrebende Käufer:innen zu einem erschwinglicheren Preis gewinnen.
Aktivitäten bei Fusionen und Übernahmen bleiben voraussichtlich selektiv
Die Landschaft für Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions, M&A) wird voraussichtlich sehr selektiv bleiben. Strategische Deals werden gegenüber groß angelegten Konsolidierungen bevorzugt.
Zusammenfassung der zentralen Risiken und Chancen
Das Jahr 2026 bietet eine duale Landschaft aus Einschränkungen und Möglichkeiten. Die globale Modebranche steht vor einem niedrigen einstelligen Wachstum und einer anhaltenden operativen Komplexität durch Handelskonflikte. Die sich ändernden Regeln des Modesystems bieten jedoch auch agilen Unternehmen die Chance, diese komplett neu zu schreiben.
Für den Erfolg sollten sich Führungskräfte an drei strategischen Kernprioritäten orientieren:
Der langfristige Ausblick über 2026 hinaus hängt von der Fähigkeit der Branche ab, ihr Wirtschaftsmodell und ihre operativen Fähigkeiten jetzt grundlegend zu transformieren.
Dieser Ausblick für 2026 basiert auf Artikeln, die auf FashionUnited veröffentlicht wurden, und wurde mit externem Quellenmaterial kombiniert. Er wurde mit Hilfe von KI erstellt
FashionUnited verwendet KI-Tools, um große Datenmengen zu lesen und zu recherchieren. Für diesen Artikel wurden Informationen von Altagamma, Bain & Company, BOF Insights, Boston Consulting Group, Euromonitor, IFM, IWF, Joor, McKinsey & Company, Morgan Stanley und Oxford Economics verwendet. Artikel, die mit Hilfe von KI erstellt wurden, werden vor der Veröffentlichung von einem:einer menschlichen Redakteur:in geprüft und bearbeitet. Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen zu diesem Prozess haben, senden Sie uns eine E-Mail an info@fashionunited.com
Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.
FashionUnited nutzt Künstliche Intelligenz, um die Übersetzung von Artikeln zu beschleunigen und das Endergebnis zu verbessern. Sie helfen uns, die internationale Berichterstattung von FashionUnited einer deutschsprachigen Leserschaft schnell und umfassend zugänglich zu machen. Artikel, die mithilfe von KI-basierten Tools übersetzt wurden, werden von unseren Redakteur:innen Korrektur gelesen und sorgfältig bearbeitet, bevor sie veröffentlicht werden. Bei Fragen oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte per E-Mail an info@fashionunited.com
ODER ANMELDEN MIT