Adidas berichtet Details zum starken Quartal

Nach der überraschenden Zahlenvorlage und Prognoseanhebung vergangene Woche ist für den Quartalsstichtag bei Adidas ein bisschen die Luft raus. Marktteilnehmer erhoffen sich am Donnerstag dennoch mehr Details zu den Hintergründen der starken Geschäftsentwicklung. Außerdem interessiert Investoren, ob es Neuigkeiten beim geplanten Verkauf von Teilen des Golfgeschäfts gibt.

Nach ersten Berechnungen stiegen die Erlöse zwischen April und Juni um 13 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, wie Adidas bereits mitteilte. Währungsbereinigt betrug das Plus sogar 21 Prozent. Einen noch größeren Sprung machten die Franken beim Ergebnis: Das Betriebsergebnis kletterte um 77 Prozent auf 414 Millionen Euro und der Nettogewinn sogar um 99 Prozent auf 291 Millionen Euro. Adidas profitierte dabei von einer Einmalzahlung aus der vorzeitigen Beendigung des Sponsorenvertrags mit dem britischen Fußballclub FC Chelsea. Dadurch floss dem Konzern laut eigenen Angaben ein mittlerer bis hoher zweistelliger Millionen-Euro-Betrag zu.

Die Prognose hob der Konzern gleich mit an. Der Umsatz soll sich 2016 nun im hohen Zehnprozentbereich verbessern, der Gewinn sogar im besten Fall um fast 40 Prozent auf bis zu eine Milliarde Euro steigen. Bislang hatte Adidas mit einem Umsatzanstieg von rund 15 Prozent und einem Gewinnplus von 25 Prozent gerechnet.

Die Erwartungen der Analysten konnten die Franken mit den Zahlen um Längen schlagen. Die Adidas-Aktie, die in diesem Jahr bislang ohnehin den stärksten Lauf aller Papiere im Dax hat, verstärkte ihre Rekordrally sogar noch.

Dabei hatte es vor etwa zwei Jahren noch ziemlich mau ausgesehen bei Adidas. Der Konzern hatte an Beliebtheit bei den Verbrauchern eingebüßt und auf manche Entwicklungen wie den Einbruch des weltweiten Golfmarktes zu spät reagiert. Das führte zu mehreren Prognosekorrekturen, einem Aktieneinbruch und dem Ruf nach einem Kurswechsel. Die Aufholjagd, die der scheidende Vorstandschef Herbert Hainer und seine Mannschaft daraufhin gestartet hatten, trägt nun immer deutlicher Früchte.

Die US-Bank Citigroup treibt allerdings die Frage um, wie nachhaltig das Wachstum ist. Denn viel vom Erfolg der Franken, insbesondere in den USA, beruhe auf modischen Lifestyleprodukten, die auch schnell wieder out sein könnten. Anders sieht das die Investmentbank Evercore. Analyst Omar Saad glaubt, dass das aufgeflammte Interesse der Verbraucher an modischen Sportklamotten und Sneakern ganz am Anfang steht. Der Erfolg aus dem Lifestyle könne zudem auf die reinen Sportperformance-Kategorien ausstrahlen.

Adidas selbst sieht sich ohnehin fest im Sport verankert. Mit Hilfe der Fußball-Europameisterschaft und der Copa America will der Konzern in diesem Jahr allein mit Fußballprodukten rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz erzielen. In Kürze wird sich in Rio de Janeiro alles um das Thema Olympia drehen. Umsatztreiber sind die Spiele für die Sportartikelindustrie in der Regel nicht, aber eine gute Gelegenheit, die eigene Marke in Szene zu setzen. (DPA)

Foto: Adidas Facebook

 

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