Amazon: Rückzug aus China

Sonst in den wichtigsten Märkten der Welt vertreten, doch gerade in einem der größten gescheitert: Der Internetriese Amazon muss in China aufgeben, kommt er doch gegen die heimische, gut etablierte Konkurrenz wie Alibaba und JD.com nicht an. Er werde in China ab Juli keinen Marktplatz mehr betreiben teilte der Onlinehändler mit. Auf der chinesischen Website Amazon.cn ist jedoch bis jetzt alles „Business as usual“. Die Verkäufer würden informiert, heißt es bei Amazon. Das Unternehmen gab jedoch noch nicht bekannt, was mit seinen chinesischen Logistikzentren und den Mitarbeitern dort geschehen werde.

„Wir benachrichtigen die Verkäufer, dass wir keinen Marktplatz mehr auf Amazon.cn betreiben werden, und wir werden ab dem 18. Juli keine Verkäuferdienste mehr auf Amazon.cn anbieten“, sagte das Unternehmen in einer E-Mail an CBS MoneyWatch. „Verkäufer, die daran interessiert sind, weiterhin außerhalb von China auf Amazon zu verkaufen, können dies über Amazon Global Selling tun.“

Amazon.cn wird eingestellt

Chinesische Kunden können zwar keine Waren von Drittanbietern mehr über Amazon beziehen, können aber weiterhin importierte Produkte über andere Amazon-Websites beziehen und sie sich nach China liefern lassen. Zudem können sie weiterhin Cloud Computing über Amazon Web Services und Kindle E-Books nutzen.

Obwohl Amazon schon 2004 auf den chinesischen Markt trat, konnte das Unternehmen seinen Marktanteil, der derzeit bei 6 Prozent liegt, innerhalb von mehr als 15 Jahren nicht genügend steigern. Im Vergleich dazu hat der Internetriese Alibaba, der bereits seit drei Jahren auch in Deutschland vertreten ist, in China einen Anteil am Onlineumsatz von 32 Prozent. Initiativen wie der von Alibaba kommerzialisierte Singles Day stellten sich dabei als Volltreffer heraus, der inzwischen auch außerhalb Chinas Wellen schlägt.

Jetzt bleibt die Frage, ob Amazon aus seinen Fehlern in China - nicht genug Anpassung an den heimischen Markt, zu wenig neue Anreize, im Vergleich höhere Preise – lernt und diese nicht wiederholt, zum Beispiel im zweitgrößten asiatischen Markt Indien, wo das Unternehmen eher schleppend vorankommt, denn auch hier schläft die Konkurrenz wie Reliance, Flipkart, Walmart & Co. nicht.

Foto: Amazon.cn Website
 

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