Analysten:innen: Bewertung von Shein unter angestrebtem Ziel für Börsengang in Hongkong
Bloomberg Intelligence hat Shein im Vorfeld des Börsengangs (Initial Public Offering, IPO) des Fast-Fashion-Händlers in Hongkong mit 22 bis 25 Milliarden US-Dollar bewertet. Diese Spanne liegt deutlich unter dem Preis, den das Unternehmen anstrebt. Die Schätzung wurde am Montag veröffentlicht.
Diese Zahl bewertet das in Singapur ansässige Unternehmen Shein, das auf dem chinesischen Festland gegründet wurde, mit dem 13- bis 15-fachen des prognostizierten Gewinns für 2027. Bloomberg Intelligence, der Research-Zweig von Bloomberg, verwendet 2027 anstelle von 2026 als Basisjahr. Dies liegt daran, dass Frachtkosten und Zölle die Ergebnisse des laufenden Jahres belasten. Die Konsum- und Technologieanalyst:innen Catherine Lim und Jason Zhu erwarten, dass sich der Gewinn im Jahr 2027 auf 1,67 Milliarden US-Dollar erholen wird. Anschließend soll er bis 2029 jährlich um etwa 20 Prozent wachsen.
Shein strebt eine Bewertung von 30 bis 40 Milliarden US-Dollar für einen Börsengang an, der bereits Mitte August stattfinden könnte, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit den Plänen vertraute Personen vergangene Woche berichtete. Laut Bloomberg Intelligence würde diese Spanne das Unternehmen mit einem Aufschlag gegenüber dem Durchschnitt globaler E-Commerce- und Fast-Fashion-Unternehmen sowie chinesischer Plattformen bewerten. Einige Investor:innen plädierten jedoch für einen Wert näher an 30 Milliarden US-Dollar.
Zwischen Marktplatz und Fast-Fashion-Händler bewertet
Die Analyst:innen ordnen Shein zwischen zwei Vergleichsgruppen ein. Sie sagen, dass die Bewertungsspanne „den Mittelweg“ zwischen einem chinesischen Marktplatz und einem globalen Fast-Fashion-Unternehmen darstellt. Ein Marktplatz birgt geringere regulatorische Risiken, hat aber engere Margen. Ein Fast-Fashion-Unternehmen verfügt über eine Lieferkette, die schnell auf Trends reagieren kann. Bloomberg Intelligence fügt hinzu, dass Shein auch teilweise als chinesischer Exporteur bewertet werden muss. Die Produktionsbasis des Unternehmens konzentriert sich weiterhin auf das chinesische Festland, während die meisten Einnahmen im Ausland erzielt werden. Dadurch ist Shein von Versandkosten, Zöllen und unterschiedlichen Vorschriften in den verschiedenen Märkten abhängig.
In Hongkong notierte Konsumgüterexporteure wie Lenovo, Haier, Shenzhou, Yue Yuen, Stella International und Crystal International werden laut Bloomberg Intelligence mit dem acht- bis 13-fachen des prognostizierten Gewinns für 2027 gehandelt. Um das obere Ende von Sheins eigenem Ziel zu erreichen, müssten Investor:innen nach Ansicht der Analyst:innen auf zwei Dinge setzen: eine klare Verlagerung hin zum Marktplatzgeschäft und eine fehlerfreie regulatorische Umsetzung in Europa.
Verlangsamtes Wachstum drückt den Preis
Die Schätzung folgt auf die erste detaillierte Offenlegung der Finanzlage von Shein. Der im letzten Monat bei der Hongkonger Börse eingereichte Prospektentwurf wies einen Nettoverlust von 99 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2026 aus. Im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Nettogewinn von 395 Millionen US-Dollar erzielt. Der Umsatz stieg nur geringfügig von 8,95 Milliarden US-Dollar auf 9,05 Milliarden US-Dollar.
Für die gesamte Branche definieren diese Zahlen die Position von Shein unter den börsennotierten Bekleidungskonzernen neu. Mit den angestrebten 30 bis 40 Milliarden US-Dollar würde das Unternehmen laut Reuters etwa auf einer Stufe mit H&M liegen, das rund 26 Milliarden US-Dollar wert ist. Es läge jedoch weit hinter Fast Retailing mit etwa 161 Milliarden US-Dollar und dem Zara-Mutterkonzern Inditex mit rund 208 Milliarden US-Dollar. Nach der Schätzung von Bloomberg Intelligence würde Shein unter H&M liegen.
Shein erhielt am 10. Juli die Genehmigung der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde für die Börsennotierung in Hongkong. Zuvor waren Versuche, in New York und London an die Börse zu gehen, gescheitert. Das Unternehmen wird zudem von der US-amerikanischen Federal Trade Commission untersucht. Diesen Umstand legte es im selben Antrag offen.
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt.
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