Bangladeschs Bekleidungsindustrie will autistische Arbeiter einstellen

Die Bekleidungsindustrie Bangladeschs macht wieder einmal von sich reden, aber diesmal geht es nicht um Exportzahlen, Gehälter oder die Sicherheit am Arbeitsplatz. Der Verband der Bekleidungshersteller und -exporteure in Bangladesch (BGMEA) stellt sich einer neuen Herausforderung, und zwar der Beschäftigung autistischer Arbeiter in den Bekleidungsfabriken Bangladeschs.

“Wie andere auch sollten autistische Menschen ein besseres und angesehenes Leben haben. Um dies zu erreichen, will der BGMEA ihnen helfen, Arbeitsplätze in der Bekleidungsindustrie zu finden und entsprechende Schulungen durchzuführen”, sagte BGMEA-Päsident Atiqul Islam. “Wir geben ihnen Arbeit, sie geben uns etwas im Gegenzug. Dies ist kein wohltätiger Zweck”, betonte er und fügte hinzu: “Dann können wir ‘Made in Bangladesh’ sogar noch stolzer aussprechen. Aber dies wird nur möglich sein, wenn alle Anstrengungen gemeinsam gemacht werden.”

Rekrutierung im großen Stil

Saima Wazed Hossain, Vorsitzende des Nationalen Beratungsausschusses für Autismus und neurologische Entwicklungsstörungen, bat die Anwesenden der am letzten Donnerstag im BGMEA-Hauptsitz in Dhaka abgehaltenen Veranstaltung “Capacity Building and Employment of Persons with Autism in the RMG Industry” darüber nachzudenken, wie autistische Menschen systematisch und im großen Stil rekrutiert werden könnten, nicht nur sporadisch ein oder zwei Personen. “Es geht nicht darum, einen oder zwei Jobs zu vergeben”, sagte sie und fügte hinzu, dass das Motto der Branche “Made in Bangladesh with Pride” nur dann eine Realität werden würde, wenn es niemanden ausschließe.

Die vom Interessenverband der Bekleidungshersteller und -exporteure organisierte Veranstaltung brachte Fabrikbesitzer, die Eltern autistischer Kinder und Regierungsvertreter zusammen, um auf das Thema der Beschäftigungsfähigkeit von jungen Menschen mit Autismus aufmerksam zu machen.

Die Bekleidungsindustrie mit ihren strikten und sich wiederholenden Arbeitsvorgängen scheint sich gut für autistische Arbeiter zu eignen: “Es geht nicht um einen wohltätigen Zweck. Sie sind ehrlich, sie können nicht lügen. Sie sind perfekt. Sie arbeiten konzentriert. Sie tun, was sie können. Sie können durchgehend ähnliche Arbeiten verrichten, die andere Arbeiter nicht tun wollen. Sie halten sich streng an Arbeitsabläufe”, erklärte Sajida Rahman Danny, Vorsitzende des Parents Forum for Differently Abled.

Danny fügte hinzu, dass bereits einige Bereiche identifiziert wurden, in denen autistische Arbeiter sich “perfekt“ einfügen könnten, zum Beispiel bei der Qualitätskontrolle, Nummerierung, Etikettierung, Entfernung von zusätzlichen Fäden, Kragenbügeln, Anpassung von Knöpfen, Verschweißung der Ware und Saubermachen.

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen sind weltweit mehr als 80 Prozent aller autistischen Erwachsenen arbeitslos, obwohl sie begabt sind. “Ab einem bestimmten Alter gehen sie nicht zur Schule. Sie müssen zu Hause bleiben, es sei denn die Eltern finden eine geeignete Arbeit für sie”, bestätigte Danny.

Foto: BGMEA
 

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