Baumwollpreise weiterhin unter Druck

Auch wenn der Handelsstreit zwischen den USA und China seit dem G20 Treffen im Juni in Osaka von Eskalation in Richtung Versöhnung pendelt, sind die Auswirkungen des nun schon ein Jahr anhaltenden Schlagabtauschs der beiden größten Akteure der internationalen Baumwollwirtschaft deutlich zu spüren: Starke Verunsicherung haben sich bei Vertragsabschlüssen im internationalen Baumwollwollhandel breitgemacht; „Unsicherheit ist das neue Normal“ resümierte auch die Bremer Baumwollbörse in ihrem Cotton Telegramm vom 16. Juli 2019.

Dementsprechend nahm die Volatilität der Baumwollpreise weiter zu und die rückläufigen Werte aller maßgeblichen Preisindizes wie Cotlook A, NY Futures und auch des CIF Bremen lassen sinkende Preise erkennen. Zu Beginn des Monats Juni 2018, also der ersten Erhöhung von Einfuhrzöllen durch die USA und der Erhöhung von Zöllen auf Agrarprodukte in China, wurde Baumwolle auf Basis des A Index noch mit 100 US-Cents pro Pfund (ct/lb) gehandelt. Die Notierungen fielen im August/September letzten Jahres auf 94 ct/lb, als die Handelsspannungen durch erhöhte Importzölle und Gegenzölle zunahmen. Im Zeitraum zwischen Oktober 2018 und April 2019 folgte ein weiterer Rückgang mit Schwankungsbreiten zwischen 80 ct/lb im Februar und 88 ct/lb im April. Als die Verhandlungen zur Beilegung des Streits Anfang Mai einen Rückschlag erlitten, wurde nur noch 76 ct/lb notiert. Mit Stand vom 17. Juli lag die Notierung bei 79 ct/lb.

„Obwohl Unsicherheit das ‚neue Normal‘ zu bleiben scheint, kann nach Berechnungen des International Cotton Advisory Committee (ICAC) davon ausgegangen werden, dass der weltweite Baumwollverbrauch in der Saison 2019/20 auf 26,9 Millionen Tonnen um 1 Prozent ansteigt. Für China wird ein Rückgang von 200.000 t auf 8,25 Millionen Tonnen erwartet“, so die Bremer Baumwollbörse.

Damit bleibt China jedoch weiterhin der größte Baumwollverbraucher, wobei die Baumwollimporte aufgrund der Normalisierung der Baumwollbestandsreserven im Lande auf 2,1 Millionen Tonnen zunehmen dürften. Das Land ist neben Indien auch der weltgrößte Produzent von Baumwolle. Die USA sind der größte Baumwollexporteur und der viertgrößte Baumwollproduzent mit anwachsenden Beständen.

Insgesamt dürfte die Baumwollproduktion in der Saison 2019/20 bei einer Steigerung von 7 Prozent 27,6 Millionen Tonnen erreichen. Bei diesem Niveau von Angebot und Nachfrage ist damit zu rechnen, dass die weltweiten Lagerbestände auf 18,6 Millionen Tonnen ansteigen. Sie hatten in der vergangenen Saison 2018/19 mit 17,9 Millionen Tonnen das niedrigste Niveau seit 2012/13 erreicht, so die Bremer Baumwollbörse.

Baumwollpreise weiterhin unter Druck

„Allein dadurch dürfte der Druck auf die Baumwollpreise mittelfristig anhalten. Hinzukommen die Unsicherheiten durch Handelskonflikte sowie durch eine sich abzeichnende Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Europa und möglicherweise auch in den USA als große Nachfrager nach Textil- und Bekleidungsprodukten aus Baumwolle“, schätzt die Bremer Baumwollbörse abschließend ein.

Foto: Kimberly Vardeman, Creative Commons; Grafik: Baumwoll-Preisindizes Juli 2018 -Juni 2019 / Bremer Baumwollbörse

 

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