Brexit: Großbritannien und Schweiz unterzeichnen Handelsabkommen

Der Schweizer Bundesrat Guy Parmelin und der britischen Minister für internationalen Handel, Liam Fox, haben am Montag in Bern ein bilaterales Handelsabkommen unterzeichnet, das garantieren soll, dass die Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder so reibungslos wie möglich weitergehen, sollte Großbritannien am 29. März den Weg eines ungeregelten Brexits ohne Übergangsphase gehen. Denn derzeitige Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern gelten nur, solange Großbritannien ein Mitglied der EU ist.

„Die BSCC begrüßt die Unterzeichnung des Kontinuitätshandelsabkommens der britischen Regierung mit der Schweiz. Für unsere Mitglieder, sowohl für britische als auch für Schweizer Unternehmen, ist es unerlässlich, dass der Handel weitergeht“, kommentierte Anne-Marie de Weck, Präsidentin der Britisch-Schweizerischen Handelskammer (BSCC).

Britisch-Schweizer Handelsabkommen fördert Kontinuität

Das Abkommen vereinfacht den Handel und ermöglicht es Unternehmen, den freien Handel ohne zusätzliche Zölle fortzusetzen und die Zölle auf die überwiegende Mehrheit der zwischen den beiden Ländern gehandelten Waren zu beseitigen.Das bedeutet, dass britische Verbraucher weiterhin von einem besseren Angebot und niedrigeren Preisen für Schweizer Produkte wie Lebensmittel, Wand- und Armbanduhren und pharmazeutische Produkte Gebrauch machen können.

Beide Länder profitieren also von der Auffanglösung, werden so doch Unsicherheiten beseitigt und Hürden wie beispielsweise aufwendige Zollformalitäten und höhere Zölle für Agrar- und Industrieprodukte gemeistert und ein beidseitiger Marktzugang gewährleistet. Das Ministerium für internationalen Handel stellt fest, dass der Handel zu diesen „ Vorzugsbedingungen“ und nicht zu den Bedingungen der Welthandelsorganisation „erhebliche Einsparungen bringen und zur Sicherung britischer Arbeitsplätze beitragen wird“.

„Mit einem jährlichen Handelsvolumen von mehr als 32 Milliarden Pfund [36,4 Milliarden Euro] ist die Schweiz einer der wertvollsten Handelspartner, für den wir Kontinuität anstreben. Dies ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung für britische Unternehmen und sichert Kontinuität für 15.000 britische Exporteure.Dies wird nicht nur dazu beitragen, Arbeitsplätze in ganz Großbritannien zu fördern, sondern es wird auch eine solide Grundlage für uns sein, um beim Verlassen der EU eine noch engere Handelsbeziehung mit der Schweiz aufzubauen“, sagte Fox in einer Erklärung.

Mit einem Handelsvolumen von knapp 14,5 Milliarden Euro im Jahr 2018 ist Großbritannien weltweit der sechstwichtigste Handelspartner für die Schweiz und war 2017 der sechstwichtigste Exportmarkt beziehungsweise der achtgrösste Importmarkt. Die Schweiz ist der siebtgrößte Exportmarkt für Großbritannien weltweit beziehungsweise der drittgrößte Nicht-EU-Markt. Da jedoch Handelswege, Verbraucher und Lieferketten oft auch die EU einschließen, ist die Schweiz auch von Einigungen zwischen der EU und Großbritannien abhängig.

Foto: Pixabay
 

Themenverwandte Nachrichten

WEITERE NACHRICHTEN

 

AKTUELLSTE STELLENANGEBOTE

 

MEISTGELESEN