Chanel legt erstmals Zahlen vor: Jahresumsatz erreicht fast zehn Milliarden US-Dollar

Modisch stehen das Label Chanel und sein Designer Karl Lagerfeld regelmäßig im Fokus. Wirtschaftlich gesehen war das Unternehmen aber traditionell die große Unbekannte der Luxusgüterbranche. Noch nie in seiner mehr hundertjährigen Geschichte hatte es Geschäftszahlen veröffentlicht. Das änderte sich erst vor wenigen Tagen: Am Donnerstag legte die Muttergesellschaft Chanel Limited ihre Resultate für das Jahr 2017 vor.

Anders als die börsennotierte Konkurrenz war das Modehaus, das den Brüdern Alain und Gérard Wertheimer gehört, dazu nicht verpflichtet. Aber mit der neuen Transparenz wollte es ein Statement setzen: Die Eigenständigkeit von Chanel stehe angesichts der wirtschaftlichen Erfolge nicht infrage. „Unsere finanzielle Stärke gibt uns die Mittel, unabhängig zu bleiben und uns weiterhin auf die langfristige Entwicklung zu konzentrieren“, erklärte Finanzchef Philippe Blondiaux in einer Mitteilung.

Tatsächlich geht aus den vorgelegten Zahlen hervor, dass Chanel zu den umsatzstärksten Marken der Branche gehört – und zuletzt wie die wichtigsten Wettbewerber von der guten Konjunktur im Luxusmodesegment profitieren konnte. So belief sich der Umsatz im vergangenen Jahr auf rund 9,62 Milliarden US-Dollar (8,26 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das eine Steigerung um 11,5 Prozent. Wechselkursveränderungen spielten dabei keine große Rolle: Währungsbereinigt wuchsen die Erlöse um 11,0 Prozent.

Der Jahresüberschuss von Chanel stieg um 18,6 Prozent

Alle Marktregionen trugen zu der deutlichen Verbesserung bei: In Europa stieg der Umsatz um 10,2 Prozent auf 3,91 Milliarden US-Dollar, im asiatisch-pazifischen Raum wuchs er sogar um 16,5 Prozent auf 3,75 Milliarden US-Dollar. In der Region Amerika wurden die Erlöse um 5,3 Prozent auf 1,96 Milliarden US-Dollar verbessert.

Gleichzeitig erwies sich Chanel als ausgesprochen profitabel: Das operative Ergebnis wuchs im Vergleich zu 2016 um 22,5 Prozent auf 2,69 Milliarden US-Dollar, der Gewinn nach Steuern um 18,6 Prozent auf 1,79 Milliarden US-Dollar (1,54 Milliarden Euro).

Im Modesegment trugen nach Angaben des Unternehmens gute Resultate der Bereiche Ready-to-Wear und Lederwaren zur Umsatzsteigerung bei. Dabei habe Chanel neue Kundengruppen erschlossen, insbesondere durch die Einführung des Taschenmodells „Gabrielle“. In der Kosmetiksparte sorgte unter anderem das Marktdebüt des Dufts „Gabrielle Chanel“ für Zuwächse. Mit beiden Produktneuheiten verwies das Label auf seine Ursprünge: Gabrielle ist der richtige Vorname der legendären Gründerin „Coco“ Chanel.

Zudem investierte das Modehaus in den Ausbau seiner Produktions- und Vertriebskapazitäten und den eigenen Einzelhandel. So wurde im Dezember 2017 ein neuer Flagshipstore in Tokio eröffnet.

Chanel Limited, Geschäftsjahr 2017
Umsatz 9,62 Milliarden $
Nettogewinn 1,79 Milliarden $

Foto: Chanel Facebook-Page
 

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