Das deutsche Bündnis für faire Arbeitsbedingungen in der Textilbranche beschreitet in Afrika neue Wege. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) unterzeichnete am Dienstag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eine Absichtserklärung zur Förderung der Ausbildung von Arbeitern und Managern der Textilindustrie. Mit im Boot bei diesem Zwei-Millionen-Euro-Projekt sind der Textilhandelskonzern H&M und die DBL Group aus Bangladesch. Beide sind Mitglieder des Textilbündnisses. DBL expandiert im Niedriglohnland Äthiopien.

Müller besuchte in Addis Abeba auch eine Fabrik der äthiopisch-indischen Firma Jay Jay Textiles, die Babykleidung für H&M produziert. Rund 46 000 Menschen arbeiten in der äthiopischen Textilbranche. Die Regierung will ihre Zahl in den kommenden vier Jahren auf 400 000 Beschäftigte steigern. "Wenn wir den Boom der äthiopischen Textilindustrie begleiten, können wir verhindern, dass sich Fehler wie sie in Bangladesch früher gemacht wurden, hier wiederholen", hieß es aus dem Bundesentwicklungsministerium. Weltweit sind in der Textilbranche fast so viele Menschen beschäftigt wie in Deutschland leben. Äthiopien gehört neben Myanmar und Kambodscha zu den derzeit expandierenden Standorten.

Das Bündnis für nachhaltige Textilien existiert seit 2014. Die teilnehmenden Textilunternehmen und Textilhandelsketten repräsentieren etwa die Hälfte des deutschen Marktes. Das Bündnis strebt eine Verbesserung der Sozial- und Umweltstandards in ausländischen Fabriken an. (DPA)

 

Themenverwandte Nachrichten

WEITERE NACHRICHTEN

 

AKTUELLSTE STELLENANGEBOTE

 

MEISTGELESEN