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Doch kein Verkauf bei Breuninger?

Der geplante Verkauf des Stuttgarter Einzelhändlers E. Breuninger GmbH & Co. soll vorerst auf Eis gelegt werden. Wie mehrere Medien, darunter die Wirtschaftswoche, am Dienstag berichteten, haben die Eigentümerfamilien den laufenden Bieterprozess beendet. Offenbar lagen die eingegangenen Angebote deutlich unter den Erwartungen.

Der Verkaufsprozess war im Sommer 2024 gemeinsam mit der Investmentbank Macquarie gestartet worden. Ziel war es, strategische Investor:innen oder Finanzinvestor:innen für das Unternehmen zu gewinnen. Branchenberichten zufolge klaffte jedoch eine große Lücke zwischen den Preisvorstellungen der Verkäufer:innen und den Bewertungen potenzieller Käufer:innen.

Unternehmenswert stark von Immobilien abhängig

Im Markt wurde der Unternehmenswert zeitweise auf bis zu 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Ein Großteil entfällt dabei auf das Immobilienportfolio, das mit rund 1,8 Milliarden Euro bewertet wird. Nach Abzug der Verbindlichkeiten hätte ein Verkauf einen Erlös von etwa zwei Milliarden Euro ermöglicht.

Die operative Einzelhandelssparte wird von Investor:innen hingegen deutlich vorsichtiger bewertet. Angesichts vergleichsweise niedriger Margen im Warenhaus- und Modehandel galten die geforderten Preise vielen Interessenten als zu hoch. Für viele potenzielle Käufer:innen liegt der größte Wert des Unternehmens daher in seinen Immobilien.

Ein Verkauf der Immobilien getrennt vom Handelsgeschäft wurde offenbar ebenfalls diskutiert. Berichten zufolge lehnten die Eigentümer:innen diesen Schritt jedoch ab, da Filialnetz und Immobilien eng miteinander verknüpft sind.

Der Verkaufsprozess stieß auf großes Interesse. Rund 30 potenzielle Käufer:innen sollen sich beteiligt haben, darunter Handelsunternehmen, Private-Equity-Investor:innen und institutionelle Immobilieninvestoren. Unter den Interessenten befanden sich Medienberichten zufolge unter anderem der US-Konzern Amazon und die thailändische Central Group. Auch das Family Office des kanadischen Investors Richard Baker wurde genannt. Aus dem europäischen Warenhaussektor galten El Corte Inglés und Galeries Lafayette als mögliche strategische Käufer.

Für Teile des Immobilienportfolios zeigten zudem große Investmenthäuser wie Deka Immobilien, DWS und Union Investment sowie internationale Investoren Interesse. Ob die Eigentümer den Verkaufsprozess zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen, bleibt offen.

Anm. d. Red.: FashionUnited hat Breuninger um Stellungnahme gebeten.


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Breuninger
E. Breuninger GmbH & Co.