Erste grüne Karte zur Lieferkette verbindet Marken mit ihren Fabriken in China

Eine interaktive Karte, die die Verbindungen zwischen internationalen Auftraggebern wie Marken und Einzelhändlern und ihren Zulieferfabriken in China aufzeigt, ist ein wichtiger Schritt in Richtung dringend notwendiger Transparenz in der Lieferkette. Die „Green Supply Chain Map“ geht auf eine Idee des US-amerikanischen Natural Resources Defence Council (NRDC) und des Instituts für Öffentliche & Umweltangelegenheiten (IPE) in China zurück, die letzte Woche vorgestellt wurde.

„Die Green Supply Chain Map ist eine Initiative, die Führungsqualitäten zeigt und sich der Präsentation des Engagements widmet, das Marken für mehr Transparenz in der Lieferkette und mehr Umweltmanagement zeigen. Sie verknüpft die Listen der Zulieferer der Marken mit öffentlich zugänglichen Umweltdaten, einschließlich Echtzeitdaten für Luftemissionen und Abwasserentsorgung“, heißt es in der IPE-Erklärung zur Karte.

Erste grüne Karte zur Lieferkette verbindet Marken mit ihren Fabriken in China

„Die Karte hat das Potenzial, ein wahrer Wendepunkt für die öffentliche Umweltaufsicht und die Verbesserung der industriellen Fertigung in China zu werden“, kommentierte Ma Jun, Umweltaktivist und Direktor am IPE. "Wir hoffen, dass mehr Marken ihre Anstrengungen verstärken und sich der Karte anschließen werden, um die fehlenden Punkte der Verantwortlichkeit im Netzwerk der weltweiten Lieferkette zu verbinden.“

Green Supply Chain Map stellt Verbindung zwischen Marken, Zulieferern und Umwelteinflüssen her

Als weltweit erste öffentliche Verbindung multinationaler Konzernen mit der Umweltleistung ihrer Zulieferer ist die Karte ein wirkungsvolles Instrument, dem sich interessierte Marken auf freiwilliger Basis anschließen und damit ihre Führungsrolle in Bezug auf die Transparenz in der Lieferkette und die Überwachung von Umweltbemühungen unter Beweis stellen können. Zulieferer können ihre Einhaltung der Umweltvorschriften öffentlich nachweisen (und damit werben) und so möglicherweise mehr Aufträge erzielen. Schließlich bietet die „Green Supply Chain Map“ Verbrauchern eine Möglichkeit, die Bemühungen von Marken und Händlern zu überprüfen und eventuell ihre Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Bislang haben sich sechs Marken der Initiative angeschlossen und die Daten ihrer Zulieferer offengelegt - Esprit, Gap, Inditex, New Balance, Puma und Target.

„Bis jetzt hatten Kunden keine effektiven Hilfsmittel, um die Umweltauswirkungen der globalen Aktivitäten ihrer Lieblingsmarken bewerten zu können“, sagte Linda Greer, leitende Gesundheitswissenschaftlerin für NRDC und Gründerin des grünen Lieferketten-Programms Clean by Design. „Die Unternehmen, die für diese erste Karte vorgetreten sind, zeigen ein neues Maß an Transparenz bei ihrer Herstellung im Ausland sowie echte Führungsqualitäten bei der Verantwortung in der Lieferkette.“

Benutzer können die Karte nach Marken sortieren, um die Lieferketten einzelner Unternehmen anzuzeigen und zu verstehen. Die Luft-, Wasser- und Wetterbedingungen am Standort einer Fabrik werden ebenfalls angezeigt, zusammen mit den Luft- und Abwasserverschmutzungen, die jede Fabrik freisetzt - alarmierend ist, dass diese in beiden Fällen nicht den Anforderungen entsprechen (s. Abb.).

Für jede Fabrik werden Name, Provinz und Stadt genannt, sowie die Information, ob Anforderungen in der Vergangenheit nicht erfüllt wurden. Einige von ihnen haben auch Echtzeit-Emissionsdaten, Rückmeldungen über Korrekturmaßnahmen zur Verbesserung der Umweltleistung und der jährlichen Schadstoffemissionen und Ressourcenverbrauchsdaten zur Verfügung gestellt. Die Informationen basieren aufden Daten der chinesischen Regierung für fast 15.000 industrielle Großanlagen sowie Zugang zu über einer halben Million mehr Betrieben.

Die Karte ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des NRDC und IPE in den letzten acht Jahren, um Chinas Probleme mit Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung anzusprechen, da das Land seine industrielle Produktionsbasis massiv erweitert hat. Ein erschreckender Anteil dieser Umweltverschmutzung - bis zu 25 Prozent der CO2-Emissionen zum Beispiel - hängt mit dem Export ins Ausland zusammen, insbesondere mit der Kleidungs- und Textilbranche.

„Wir hoffen, dass unsere Karte als Ausgangspunkt für andere Länder dienen kann, die ähnlichen Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen oder der raschen Industrialisierung innerhalb ihrer eigenen Grenzen gegenüberstehen“, sagte Kate Logan, Green Choice Outreach-Direktorin beim IPE.

Die „Green Supply Chain Map“ ist über wwwen.ipe.org.cn/MapBrand/Brand.aspx auf Englisch und Chinesisch erhältlich.

Abbildungen: IPE-Website
 

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