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Europas Sourcing-Neuausrichtung: Unabhängigkeit, aber zu welchem Preis?

In Europas Produktionsdebatte geht es nicht mehr nur um Kosten. Sie dreht sich zunehmend um Risiko, Reaktionsfähigkeit und die Einhaltung von Vorschriften.
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Faktoren, die die europäische Sourcing-Debatte verändern

Das Industrieklima in Europa bleibt angespannt. Euratex berichtet, dass die Kapazitätsauslastung in der EU-Fertigung bis Ende 2024 unter 80 Prozent gefallen ist. Der Verband betont zudem, dass die Energiepreise im Vergleich zu wichtigen Wettbewerbern hoch bleiben. Gleichzeitig erschweren geopolitische Unsicherheiten und Handelsspannungen Investitionsentscheidungen zusätzlich. Die Volatilität der Frachtkosten hat den „Entfernungsmalus“ verstärkt. Die UNCTAD führt die erneuten Schwankungen der Transportkosten auf Störungen auf wichtigen Routen zurück, darunter das Rote Meer/der Suezkanal und der Panamakanal. Dort verstärken Umleitungen, ein höherer Kraftstoffverbrauch und steigende Versicherungsprämien die Unsicherheit. Parallel dazu verschärfen sich die regulatorischen Anforderungen. Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive der EU (CSDDD) trat am 25. Juli 2024 in Kraft. Sie verpflichtet die betroffenen Unternehmen, negative Auswirkungen auf Menschenrechte und Umwelt in ihren Betrieben, bei Tochtergesellschaften und relevanten Geschäftspartner:innen entlang der Wertschöpfungsketten zu identifizieren und zu beheben. Gleichzeitig trat am 1. Januar 2026 das CBAM in seiner endgültigen Form für ausgewählte kohlenstoffintensive Importe in Kraft, darunter Zement, Eisen und Stahl, Aluminium, Düngemittel, Strom und Wasserstoff. Dies verschärft die Kontrolle der Emissionen, die in den Vorstufen von Fertigprodukten entstehen.

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Wirtschaftliche Kompromisse und branchenspezifische Eignung

Nearshoring und Reshoring können die Vorlaufzeiten verkürzen und die Entwicklung, Bemusterung sowie das Qualitätsmanagement erleichtern. Sie stehen jedoch im Wettbewerb mit der strukturellen Kostenbasis Europas, vor allem wenn die Energie- und Compliance-Kosten hoch sind. Daher lässt sich eine Produktion in Europa wirtschaftlich am ehesten dort rechtfertigen, wo Marge und Risiko die Nähe erfordern. Dies gilt für Premiumwaren, technisch anspruchsvolle Produkte und Accessoires. Hier können Verarbeitung, Materialhandhabung und schnelle Entwicklungszyklen den Markenwert schützen. Bei preisgünstigen Basisartikeln mit hohem Volumen bleibt die Beschaffung aus Übersee oft schwer zu ersetzen, da hier Skaleneffekte und Stückkosten dominieren. McKinsey stellt fest, dass Nearshoring seit 2016 eine hohe Priorität für Führungskräfte hat. Dennoch hat sich der Nearshoring-Anteil der Branche nicht wesentlich erhöht. Dies ist ein Indiz dafür, dass Kosten- und Kapazitätsengpässe weiterhin eine Rolle spielen.

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Die pragmatische Antwort: Duales Sourcing mit klaren Benchmarks

Der sich abzeichnende „Mittelweg“ ist ein hybrider Ansatz: Das prognostizierbare Kernvolumen wird in kosteneffizienten Regionen belassen, während gleichzeitig eine nahe oder europäische Bezugsquelle für schnelllebige Kapselkollektionen und Nachlieferungen aufgebaut wird. McKinsey beschreibt das „duale oder Multi-Country-Sourcing“ ausdrücklich als Reaktion auf Volatilität und den Druck nach Schnelligkeit und Flexibilität. Die Marktbeobachtung deutet in die gleiche Richtung. QIMA meldet für 2025 ein starkes Wachstum der Inspektionen in Nearshore-Zentren im Mittelmeerraum, darunter Ägypten, Tunesien und Marokko. Gleichzeitig erwartet das CBI, dass die Türkei und Osteuropa davon profitieren werden, da europäische Einkäufer:innen verstärkt die Nähe suchen. Einkäufer:innen, die prüfen, ob „Unabhängigkeit“ sinnvoll ist, sollten ihre Entscheidungen konsequent bewerten. Dabei sollten sie folgende Kriterien berücksichtigen: die Gesamtkosten bei Anlieferung einschließlich Volatilitätspuffer; die Sicherheit der Lieferzeiten, nicht den Bestfall; die Mindestbestellmenge und Flexibilität bei Nachlieferungen; die Bereitschaft zur Einhaltung von Vorschriften und Dokumentationsanforderungen; sowie die Entwicklungsgeschwindigkeit von der Bemusterung bis zur Massenproduktion.

Beispielhafte europäische Optionen

Vor diesem Hintergrund zeigen mehrere konkrete europäische Beschaffungsoptionen, wie Nähe in die Praxis umgesetzt werden kann. Im Accessoire-Bereich ist die Fabrik Belt Fashion, Teil der HVEG Accessories Group, eine europäische und lokale Option. Das Unternehmen gibt an, Gürtel in seiner niederländischen Fabrik aus natürlich gegerbtem Leder aus Europa herzustellen. Es verweist zudem auf seine Mitgliedschaft in der Leather Working Group sowie auf Nachweise für Sozialaudits, darunter eine BSCI-Bewertung und Audits von Sedex und ICS. Über einzelne Lieferant:innen hinaus orientieren sich die Wahlmöglichkeiten oft an regionalen Stärken. Dazu gehört das Ökosystem für Lederwaren in Italien, wobei Assopellettieri feststellt, dass fast die Hälfte der italienischen Lederwarenhersteller:innen in der Toskana ansässig ist. Auch die Kapazitäten für Strickwaren in Portugal sind relevant; die Branchenstatistiken der ATP erfassen „gestrickte und gehäkelte“ Stoffe sowie „gestrickte und gehäkelte“ Bekleidung getrennt. Zudem gibt es Nearshoring-Routen in der Türkei und in Osteuropa, die Markteinführungsgeschwindigkeit und Kostenkontrolle in Einklang bringen.

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