Forschung: Outdoor-Kleidung schon bald chemiefrei?

Dass vor allem Outdoor- und Funktionskleidung stark mit Chemikalien belastet ist, ist ein allseits bekanntes Problem. Allerdings unternahmen die Hersteller bislang wenig Anstrengungen, dies zu ändern und ernsthaft nach natürlichen Alternativen zu suchen. Dem will das Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige Technologien (UFT) der Uni Bremen gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Umwelt (DBU) nun entgegentreten. Dabei wollen die Forscher vor allem die umweltschädlichen Fluorkohlenstoffverbindungen ersetzen, die sich in fast allen Outdoor-Textilien finden.

„Sport-, Outdoortextilien und Berufsbekleidung haben häufig wasser-, öl- und schmutzabweisende Eigenschaften, die mit speziellen Fluorkohlenstoffverbindungen erzeugt werden. Neben diesen gewollten Eigenschaften sind viele Vertreter dieser Substanzklasse aber auch giftig, schwer abbaubar, verbleiben sehr lange in der Umwelt und reichern sich in Organismen an", so Projektleiter Dr. Stefan Stolte vom UFT. Zu dieser Gruppe gehöre auch die Perfluoroctansäure, die seit kurzem als besonders besorgniserregend eingestuft werde. Deshalb suchten die Sportartikelhersteller nach Alternativen. Diese Alternativchemikalien, die imprägnierend wirken und umwelt- und gesundheitsverträglich sind, will Stolte nun zusammen mit seinen Kollegen untersuchen.

Dafür sollen in Outdoor-Kleidung angewendete Textilveredelungschemikalien ausgewählt und ihre Umweltgefahrenpotenziale untersucht werden. „Als möglichen Ersatz untersuchen wir unter anderem fluorfreie Alternativstoffe", so Stolte. Die Molekülstrukturen und physikalischchemische Eigenschaften sollen dabei erste Rückschlüsse zu möglichen human- und ökotoxikologischen Wirkungen erlauben.

Danach sollen unterschiedliche Textilchemikalien in
(öko-)toxikologischen Tests experimentell untersucht werden. Dies sei die Voraussetzung dafür, die umwelt- und gesundheitsschädliche Wirkung der einzelnen Substanzen in den Textilien beurteilen zu können“, so Stolte. Die in dem Projekt zusammengetragenen und ermittelten Daten zu den Gefahrenpotenzialen der Textilchemikalien sollen so aufbereitet werden, dass sie vor allem ohne fachlich-ökotoxikologisches Wissen als Entscheidungshilfe für die Auswahl der Textilien genutzt werden können. Ein Prozess, der auch durch das Umweltbundesamt (UBA) als begleitender Partner unterstützt wird. „Das Ziel besteht darin, den Herstellern von Outdoor-Produkten wissenschaftlich belegbare Entscheidungskriterien an die Hand zu geben, damit sie umweltgefährdende Chemikalien in Textilien durch gesundheits- und umweltverträgliche Alternativen ersetzen können", so Dr. Maximilian Hempel, DBU-Referatsleiter für Umweltchemie. Somit verspreche das Projekt ein erhebliches Umweltentlastungspotenzial, indem die giftigen und umweltgefährdenden Chemikalien aus der Kleidung möglichst verbannt werden.

Foto: Michael Bührke / pixelio.de

 

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