Gerry Weber im Umbruch: Volle Konzentration auf’s Digitalgeschäft

Für den Modekonzern Gerry Weber lief es in letzter Zeit nicht gut: Umsatz und Gewinn kannten nur eine Richtung, nämlich nach unten, und das deutsche Vertikal-Flaggschiff kam gehörig ins Schlingern. Doch das Management reagierte schnell, verabschiedete einen Zukunftsplan und macht sich nun daran, diesen mit Vehemenz in die Tat umzusetzen.

So will das Unternehmen vor allem seine einzelnen Marken stärker voneinander abheben und mit Image steigernden Maßnahmen zu relevanten Playern ausbauen. Eine neue, „kundenspezifische Ansprache“, also eine fundierte Zielgruppen-Kommunikation soll das Brand Building dabei ebenso unterstützen wie der Launch markeneigener Online Shops.

Die drei Marken Gerry Weber, Taifun und Samoon bekommen künftig eigene Internetauftritte und werden auf eigenen Plattformen vertrieben. Der übergreifende Online-Marktplatz House of Gerry Weber, der alle Core-Marken des Unternehmens anbietet, ist im Zuge der Launches überarbeitet worden und soll weiterhin für das gemeinsame Markendach stehen.

Onlinehandel wächst zweistellig

Alle vier neuen Online Shops sind Unternehmensangaben zufolge mit einem übergreifenden Warenkorb verbunden, sodass bequem zwischen den Shops gewechselt werden kann. „Die neuen Online Shops sind State of the Art und unterstreichen unsere Ambitionen im Bereich der Digitalisierung, die ein wichtiger Eckpfeiler unserer laufenden Neuausrichtung ist“, so Konzernchef Ralf Weber. Sie seien zudem „eine wichtige Voraussetzung, um unsere ehrgeizigen Ziele im E-Commerce zu erreichen und perspektivisch ein kanalübergreifend einheitliches Kundenerlebnis zu schaffen.“ Gleichzeitig stärke man damit die hauseigene Mehrmarken-Strategie.

Der Online Shop von Hallhuber soll laut Weber im Herbst 2017 aktualisiert werden. Langfristig strebe man so die vollständige Verzahnung aller Vertriebskanäle für ein übergreifend einheitliches Marken- und Einkaufserlebnis an.

Geht der Plan der Konzernführung auf, könnte sich Gerry Weber tatsächlich nochmals neu am hart umkämpften Modemarkt platzieren und mit seiner neuen Markenstrategie ein recht breites Zielgruppenspektrum bedienen. Auch die Entscheidung, sich voll auf den Ausbau des Digitalgeschäfts zu konzentrieren, könnte sich auszahlen. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr 2015/16 verzeichneten die Core Online Shops des Unternehmens einen Umsatz von 26,1 Millionen Euro, was einem Anstieg vom Vergleich zum Vorjahr von 10,3 Prozent entspricht.

Aktuell betreibt Gerry Weber eigenen Angaben zufolge Online Shops in neun Ländern: Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Großbritannien, Schweden und Polen. Seit 2005 verkauft das Unternehmen seine Produkte in Deutschland auch online. Der letzte Relaunch liegt jedoch bereits sechs Jahre zurück, so dass Gerry Weber nun ein siebenstelliges Investitionsvolumen einsetzen muss.

Foto: Gerry Weber

 

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