Gerry Weber: Umbaumaßnahmen prägen Neun-Monats-Zahlen

Der deutsche Bekleidungskonzern Gerry Weber International AG hat bei seinen Restrukturierungsbemühungen Fortschritte gemacht, musste aber in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2016/17 einen Umsatzrückgang hinnehmen. Auch der Betriebsgewinn schrumpfte leicht. Immerhin konnte der Nettoverlust etwas verringert werden.

„Wir haben alle Maßnahmen des Programms zur Neuausrichtung Fit4Growth innerhalb des geplanten Zeitraumes erfolgreich umgesetzt. Erste positive Effekte zeigen sich sowohl auf der Kostenseite als auch bei der Umsatzentwicklung“, erklärte Vorstandschef Ralf Weber am Donnerstag, „trotzdem ist es uns nicht gelungen, die Ergebnissituation deutlich zu verbessern.“ Grund dafür sei vor allem „die Anpassung des Warenmanagements“.

In den Monaten November bis Juli erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz in Höhe von 620,1 Millionen Euro. Damit verfehlte er das Vorjahresniveau um 2,9 Prozent. Zum Umsatzrückgang trug die Schließung von 88 Verkaufsflächen im Core-Segment bei, zu dem das Unternehmen die Marken Gerry Weber, Taifun und Samoon rechnet. So sanken die Retail-Erlöse in dieser Sparte um 6,9 Prozent auf 291,8 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Fläche sank der Umsatz um 2,5 Prozent. Im Großhandelsgeschäft stieg der gemeinsame Umsatz der drei Marken um 2,0 Prozent auf 187,5 Millionen Euro.

Zulegen konnte demgegenüber das Segment Hallhuber: Dort erreichte der Umsatz im Berichtszeitraum 140,8 Millionen Euro, was eine Verbesserung um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Vor allem im dritten Quartal zogen die Erlöse kräftig an (+13,9 Prozent). Verantwortlich für das deutliche Wachstum war aber hauptsächlich die Eröffnung von 34 neuen Verkaufsflächen im Verlauf der vergangenen zwölf Monate: Auf vergleichbarer Fläche sanken die Erlöse von Hallhuber um 10,3 Prozent.

Der Vorstand hält an seinen Jahresprognosen fest

Obwohl der Konzern seine Personal- und Sachaufwendungen wie geplant senken konnte, blieben höhere Betriebsgewinne aus. „Dies ist ausschließlich auf den Bestandsabbau sowie die veränderte Bestandsführung verbunden mit einer Verminderung der Rohertragsmarge zurückzuführen“, erklärte das Unternehmen. So sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,8 Prozent auf 35,1 Millionen Euro. Das EBIT schrumpfte von 0,6 auf 0,2 Millionen Euro. Weil das Finanzergebnis niedriger ausfiel als im Vorjahr, stand unter dem Strich immerhin ein geringerer Nettoverlust: Er schrumpfte von 4,0 Millionen Euro in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres auf 3,4 Millionen Euro.

Angesichts der vorliegenden Zahlen hielt der Vorstand an seinen Jahresprognosen fest. Er rechnet damit für 2016/17 weiterhin mit einem Umsatzrückgang um zwei bis vier Prozent. Das EBIT soll bei zehn bis zwanzig Millionen Euro liegen. Ob diese Ziele erreicht werden, hängt nun entscheidend vom besonders umsatzträchtigen Schlussquartal ab.

Foto: Gerry Weber