H&M veranstaltet Fair Living Wage-Gipfel

Der schwedische Bekleidungskonzern Hennes & Mauritz (H&M) lud am 11. Dezember zum Fair Living Wage-Gipfeltreffen in einer Bekleidungsfabrik in Phnom Penh, Kambodscha ein. Diskutiert wurde von den geladenen Marken, Zulieferern, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Investoren und Partnern, wie faire Existenzlöhne in den Produktionszentren der Welt der Textil- und Bekleidungsindustrie erreicht und durchgesetzt werden können.

Der 11. Dezember 2018 ist der Tag, an dem sich der Konzern selbst im Jahr 2013 eine Frist gesetzt hatte, um eine entsprechende Strategie in seiner weltweiten Lieferkette umzusetzen. Die ersten Schritte auf diesem Weg wurden von H&M auf dem Gipfeltreffen vorgestellt und vom Ethical Trading Institute (ETI) evaluiert.

Während das ETI fand, dass H&Ms Strategie „im Großen und Ganzen die richtige“ sei und „starke Elemente“ enthalte, die „langfristige, systemrelevante Grundursachen niedriger Löhne ansprächen“, so stellte es auch fest, dass das Lohnwachstum bei Bekleidungsarbeitern „langsam geblieben“ sei und drängte H&M, mehr zu tun, um sicherzustellen, dass die Arbeiter Zugang zu ihren grundsätzlichen Menschenrechten haben. Die gesamte Bewertung kann auf der Website der unabhängigen Organisation ( ethicaltrade.org) eingesehen werden.

„Die Modebranche ist einer der Hauptbereitsteller von Arbeitsplätzen und Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeiter in Schwellenländern. Als Branche tragen wir eine gemeinsame Verantwortung dafür, dass es sich um faire Arbeitsplätze handelt, die zu einem besseren Leben der betroffenen Menschen und Gemeinschaften führen. Die Sicherstellung einer gerechten Lohnverteilung, regelmäßiger Überprüfungen und der Deckung der Arbeitnehmerbedürfnisse ist jedoch in vielen Märkten eine Herausforderung“, sagte das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom 11. Dezember.

Demnach waren die ersten fünf Jahre von dem Versuch geprägt, Prozesse zu entwickeln, um faire Lohnverhandlungen zu ermöglichen. Zudem wurden Branchenpartner für Kollaborationen gesucht, um Veränderungen branchenweit zu erzielen. Diese wurde mit der ACT-Initiative für Existenzlöhne (Action, Collaboration, Transformation) und 20 Bekleidungsmarken und der Gewerkschaft IndustriALL gefunden. Zudem wurde eine Vereinbarung mit der ILO getroffen, die nachhaltige Veränderungen für Bekleidungsarbeiter mit sich bringen soll, sowie eine Rahmenvereinbarung mit IndustriALL und der schwedischen Gewerkschaft IF Metall.

Auf Fabrikebene berichtete H&M, dass es dem Unternehmen gelungen sei, 930.000 Bekleidungsarbeiter und -arbeiterinnen in Fabriken zu erreichen, die ihr Lohnsystem entweder verbessern oder demokratisch gewählte Vertreter unter den Arbeitern einsetzen, beides wichtige Ziele von H&M.

Zudem berichtete das Unternehmen, in den letzten fünf Jahren seine Beschaffungspraktiken verbessert zu haben und so zum Beispiel Änderungen in letzter Minute zu vermeiden, um die Kosten nicht in die Höhe zu treiben. Auch wurden Lohnkosten von den Preisverhandlungen mit den Zulieferern ausgeschlossen, um zu garantieren, dass diese nicht angegriffen und weiter nach unten gesetzt werden können.

Was die Durchschnittslöhne (ohne Überstunden) in den von der H&M Group beschäftigten Zulieferfabriken angeht, so liegen sie zwischen 24 Prozent (in Kambodscha) und 93 Prozent (China) über dem Mindestlohn, wobei dies eine eher vage Angabe ist, da die Mindestlöhne in den bekleidungsherstellenden Ländern immer noch erschreckend gering sind und weiter unter einem Existenzlohn liegen.

Foto: ACT Website (actonlivingwages.com)
 

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