​Hitzeopfer? K&L beantragt Sanierung in Eigenverwaltung

Das Weilheimer Modeunternehmen K&L will seine Restrukturierung innerhalb eines Schutzschirmverfahrens fortsetzen. Dieser Schritt ist wohl durch die wetterbedingte schlechte Ergebnisentwicklung im September nötig geworden.

Der Geschäftsbetrieb wird weiterlaufen. Auch die Löhne und Gehälter der 1.200 Mitarbeiter seien bis Ende des Jahres gesichert, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. K&L habe in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres “trotz Problemen aus der Vergangenheit und der schwierigen Marktentwicklung den Abwärtstrend” aufhalten können, sagte Jens Bächle, Geschäftsführer von K&L, in der Mitteilung. Der Umsatz wuchs auf vergleichbarer Fläche um 5 Prozent und auch das Ergebnis habe sich in dem Zeitraum um rund 4 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr verbessert.

Ein Strich durch die Rechnung machte jedoch das warme Wetter im vergangenen Monat. Das warme Wetter in diesem Jahr hat auch bei anderen Modeunternehmen zu Umsatzeinbußen geführt. Onlinehändler Zalando und Bekleidungshersteller Tom Tailor mussten ihre Umsatzprognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigieren.

K&L prüft Filialschließungen

“Der September war aber im Gesamtmarkt eine Katastrophe, die dazu geführt hat, dass die bisherige positive Entwicklung und bisherige Planerreichung auf den Kopf gestellt wurden", sagte Bächle. "Um K&L dauerhaft wieder wettbewerbsfähig zu positionieren und solchen aktuellen Marktentwicklung standhalten zu können, braucht es eine Sanierung durch ein gesteuertes Insolvenzverfahren. "

K&L hatte bereits im September 2017 mit der Umsetzung eines Restrukturierungsplans begonnen. Gleichzeitig übernahm der damalige Finanzvorstand Jens Bächle durch ein Management-Buyout die Geschäftsführung des Unternehmens. Sein Sanierungsplan bestand aus verschiedenen Maßnahmen wie Kosteneinsparungen, Schließung der Einkaufsgesellschaft in Asien, eine Neuausrichtung der Kollektionen und die Aufnahme weiterer Partnermarken in das Sortiment. Die bisherigen Maßnahmen sollen nun unter dem Schutzschirmverfahren verstärkt werden und K&L nachhaltig in die Profitabilität zurückführen. Um die Kapitalbasis und Zahlungsfahigkeit zu stärken wurde nun auch eine “strukturierte Investorensuche” eingeleitet.

Das Unternehmen mit 57 Filialen im süddeutschen Raum leidet auch an den Veränderungen innerhalb der deutschen Modelandschaft. Internationale Modekonzerne, Fashion-Discounter und der Onlinehandel haben den Wettbewerbsdruck in den vergangenen Jahren verschärft.

K&L will verlustreiche Filialen schließen und erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg von 116 auf 120 Millionen Euro. Neben Bächle wurde Christian Gerloff zum Geschäftsführer und Chief Restructuring Officer ernannt. Der Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte aus München sanierte neben Escada und Laurèl auch den Modehändler Wöhrl. Das Gericht bestellte außerdem auch Rechtsanwalt Oliver Schartl zum vorläufigen Sachwalter.

Foto: obs/K&L GmbH & Co. Handels-KG