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„Impact und Happiness“: Wie Supermarque-Gründer Marc Sasserath Marke, Investment und Community verbindet

Zwischen kuratiertem Markenaufbau, selektiven Investments und einer klaren kulturellen Haltung hat sich Supermarque als Plattform etabliert, die Mode über das Produkt hinaus denkt. Im Zentrum steht dabei ein Ökosystem aus eigenen Produkten, Kollaborationen und Beteiligungen – darunter auch das Berliner Label Haderlump, in das Marc Sasserath über sein Portfolio Sasserath 1871 investiert hat.

Gleichzeitig erweitert Supermarque seine Markenwelt über Formate, die Community und Diskurs zusammenbringen. Besonders sichtbar wird das im Live-Podcast-Format „Le Black Sofa“.

'Le Black Sofa' von Supermarque Credits: Supermarque

Im Interview spricht Marc Sasserath über seine Rolle als Investor und Kurator, die Entscheidung für Haderlump Berlin, den Balanceakt zwischen Wachstum und Identität sowie die Frage, wie unabhängige Labels in einem zunehmend komplexen Marktumfeld nachhaltig wachsen können, ohne ihre Haltung zu verlieren.

Herr Sasserath, Supermarque versteht sich als kuratiertes Store- und Brand-Ökosystem. Wie positionieren Sie die Marke und welche Ziele verfolgen Sie aktuell?

Supermarque hat sich sehr gut positioniert, und wir haben eine tolle Community aufgebaut. Mit „Le Black Sofa“ haben wir ein einzigartiges Content-Format für die Community geschaffen, das nicht nur in Berlin lebt, sondern im letzten Jahr in Paris, Zürich und Mönchengladbach zu Gast war.

2026 wird das Konzept nach New York und Dubai reisen. Die Marke ist dabei die Plattform für das, was wir tun: unsere eigenen Supermarque-Produkte wie das ikonische Outama, Supermarque-Kollaborationen wie mit Designerin Ina Seifart oder Lederkünstler Philipp Bree, aber auch die Brands, die uns nahe stehen und in die wir investiert sind. Und dann haben wir als gutes Trüffelschwein natürlich immer ein paar tolle Supermarque-Finds. 2026 wird es dann auch wieder ein paar schöne neue eigene Produkte geben.

Welche Rolle spielt dabei auch der physische Raum für Ihre Marke?

Wir haben den Store bereits im November 2024 eröffnet und sind tatsächlich an einer besonderen Location in Berlin, die sich gerade toll entwickelt. Wir werden auf jeden Fall weitere Pop-ups machen, und ich möchte gerne einen fahrenden Supermarque Store haben. Und dann träume ich natürlich von einem Store in Paris oder Marseille …

Der Store von Supermarque in Berlin Credits: Supermarque

Sie setzen also weiterhin auf den stationären Handel, auch wenn viele junge Labels heute primär digital wachsen. Warum ist physische Präsenz für Sie dennoch so entscheidend?

Gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz wird multisensuelles Markenerleben immer wichtiger, besonders für communitystarke Brands wie Haderlump und Supermarque. Idealerweise strahlt das dann auf den digitalen Absatz ab. Beides zusammen funktioniert komplementär: physisch für die Experience und das multisensorische Erleben, digital für Reichweite und Skalierung.

Sie bewegen sich mit Supermarque bewusst zwischen kuratorischem Anspruch und unternehmerischem Wachstum. Wie gelingt es Ihnen, dabei langfristig zu denken und kurzfristigen Skalierungsdruck zu vermeiden?

Das ist eine der wichtigsten Fragen: Gute Marken wachsen organisch und nicht überstürzt. Gier ist kein guter Ratgeber, und man verrät schnell die eigene Identität.

Welche Rolle spielt die Stadt Berlin für Ihre Arbeit, sowohl kreativ als auch unternehmerisch?

Berlin war schon immer und ist nach wie vor eine der globalen Metropolen für Style, Kreativität und Entrepreneurship – insofern kein schlechter Ort.

Apropos Berlin, Sie haben vor einiger Zeit auch in das dort beheimatete Label Haderlump investiert. Was hat Sie daran gereizt?

Ich war sofort schockverliebt. Ich mag das Label, den Stil, die ganze Experience, die sie der Community bieten und ganz besonders die Gründer und das Team. Insofern war sehr schnell klar, dass ich investieren musste.

Wie würden Sie Haderlump heute charakterisieren, und wo sehen Sie die Marke in den kommenden fünf Jahren?

Haderlump ist für mich der Prototyp des Berliner Labels. Made in Berlin mit einem hohen Maß an Schneiderkunst und Verantwortung. Eigentlich ist die Brand heute schon mehr als nur Mode. Wenn Haderlump sanft und organisch noch weiter in die Welt wächst, ist in den nächsten fünf Jahren alles erreicht.

Die kreative und operative Führung liegt weiterhin beim Gründerduo. Wie definieren Sie Ihre Rolle, ohne diese Unabhängigkeit zu beeinflussen?

Ich glaube, ich kann Rat geben, Türen öffnen und dabei helfen, die Marke sanft und organisch wachsen zu lassen. Und manchmal vielleicht auch ein wenig Halt geben.

Neben Haderlump haben Sie mit Sasserath 1871 ein breites Investmentportfolio aufgebaut. Nach welchen Kriterien wählen Sie Beteiligungen aus, und wie verstehen Sie Ihre Rolle als Investor?

Wir investieren in „Impact und Happiness“. Also in Unternehmen, die ein wenig Glück ins Leben bringen und das möglichst nachhaltig tun. Dabei sind mir die Gründer:innen immer sehr wichtig. Und sie müssen ein Monopol in etwas besitzen, das man gleichzeitig sanft wachsen lassen kann.

Freude in Zeiten von geopolitischen Spannungen, ökologischen Herausforderungen und technologischem Wandel ist allerdings nicht immer einfach, oder? Welche Entwicklungen sehen Sie daher aktuell für unabhängige Labels und die Modebranche insgesamt?

Ich glaube, es geht heute mehr denn je um die verantwortungsvolle Entwicklung der eigenen Identität und den sensiblen und verantwortungsvollen Umgang mit unserem Kontext und der Welt, in der wir leben. Wenn man heute ein klein wenig Glück geben möchte, sollte dies möglichst wenig Schaden anrichten.


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