Indien verbietet 43 weitere chinesische Apps

Nach dem Verbot von 175 chinesischen Apps in den letzten Monaten - darunter auch die beliebte Video-Sharing Site TikTok - ist die indische Regierung noch nicht am Ende, was weitere Verbote angeht. Am Dienstag machte das Ministerium für Elektronik & IT (MEIT) eine Liste mit 43 chinesischen Apps bekannt, die jetzt ebenfalls verboten sind, darunter einige von Alibabas Apps wie AliExpress und Alipay Cashier, aber auch die Liefer-App Lalamove India, beliebte Dating Sites wie AsianDate und Livestreaming Apps wie Taobao Live.

Als Grund wurde der Schutz der Souveränität und Integrität des Landes genannt: „Diese Maßnahme wurde auf der Grundlage von Angaben zu diesen Apps getroffen, die Tätigkeiten nachgehen, die der Souveränität und Integrität Indiens, der Verteidigung Indiens, der Sicherheit des Staates und der öffentlichen Ordnung schaden. Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie hat auf der Grundlage der umfassenden Berichte des indischen Koordinationszentrums für Cyberkriminalität im Innenministerium die Anordnung erlassen, den Zugang zu diesen Anwendungen für Benutzer in Indien zu sperren“, hieß es vom MEIT in der Erklärung vom Dienstag.

Am 29. Juni 2020 hatte die indische Regierung den Zugang zu 59 mobilen Anwendungen blockiert, wenige Wochen nachdem bei militärischen Auseinandersetzungen in der Region Ladakh 20 indische Soldaten getötet wurden. Am 2. September 2020 wurden 118 weitere Apps gemäß Abschnitt 69A des IT-Gesetzes verboten.

Regierung: Schutz der Souveränität und Integrität Indiens ist gefährdet

„Die Regierung ist verpflichtet, die Interessen der Bürger sowie die Souveränität und Integrität Indiens an allen Fronten zu schützen, und sie wird alle möglichen Schritte unternehmen, um dies zu gewährleisten“, schließt die Mitteilung.

Dieser Schritt erfolgt zwar nach dem in weiten Teilen des Landes gefeierten Diwali-Fest, das am 14. November begangen wurde, aber vor Black Friday-Veranstaltungen und den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr, die den gesamten E-Commerce ankurbeln.

Die jüngste Maßnahme und eine seit den Auseinandersetzungen wachsende anti-chinesische Haltung, die mit dem Boykott chinesischer Waren einhergeht, dürfte chinesische Unternehmen treffen, die in den 1,3 Milliarden Menschen starken indischen E-Commerce-Markt investiert haben, darunter Alibabas digitale Plattform Paytm und dessen Investition in den indischen Online-Lebensmittelhändler BigBasket. Es bleibt abzuwarten, wie sich die jüngste Maßnahme auf die Umsätze des zweitgrößten Internetmarkts der Welt auswirkt.

Bild: TheBetterDay via Creative Commons
 

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