Influencer bangen wegen Coronavirus-Krise um ihre Existenz

Auch Influencer und Content Creator machen sich während der Coronavirus-Krise Gedanken um ihre Zukunft. Das ergab eine Studie der Agentur KMB Creative Network AG zum Thema: “Folgen von Covid-19 für Influencer und Content Creator in Deutschland”.

In der aktuellen Lage verbringen viele Menschen mehr Zeit in ihren eigenen vier Wänden und auch damit in den sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Die Follower sind also da um den bezahlten Content der Influencer zu konsumieren. Allerdings sind auch sie, wie viele anderen Solo-Selbstständige , von der wirtschaftlichen Unsicherheit betroffen: Unternehmen die sonst ihre Produkte mithilfe von Influencern platzieren müssen jetzt den Gürtel enger schnallen und beim Marketingbudget sparen.

84 Prozent fühlen sich existentiell bedroht

Der Sparkurs zeigt sich auch in den Reaktionen der befragten Influencer. 68 Prozent gaben an, “dass ihnen in den letzten zwei Wochen aufgrund der Corona-Krise Aufträge gekündigt worden seien.” Das Ausbleiben von Einnahmen spricht sich auch im Rest der Branche herum: 84 Prozent sehen in der Coronavirus-Krise eine existenzielle Bedrohung.

Influencer bangen wegen Coronavirus-Krise um ihre Existenz

Covid-19 beeinflusst Arbeitsweise und Content

Auch Influencer arbeiten aus dem Homeoffice und haben eingeschränkte Möglichkeiten ihrer Arbeit nachzugehen - eine Zeit in der die kreativen Köpfe noch mehr gefragt sind. Gerade einmal fünf Prozent bemerkten keine Auswirkungen auf ihre Arbeitsweise. Vielmehr zeigt sich, dass nicht nur das Wie sondern auch das Was ändert. Outdoor-Produktionen lassen sich nur auf dem eigenen Gelände mit gutem Gewissen produzieren, wie beim aktuellen Lookbook von 032c Apparel. Dieses porträtiert Fashion Editor Marc Goehring in Kleidungsstücken der Kollektion - zum Beispiel bei der Gartenarbeit oder beim Gassi gehen.

Influencer bangen wegen Coronavirus-Krise um ihre Existenz

Allgemein gaben die Influencer aber an, “dass Sponsored Posts sich in der aktuellen Situation falsch anfühlen. Viele haben das Bedürfnis, verstärkt über persönliche Erlebnisse zu posten.” Ganz oben auf der Themen-Agenda steht die Krise selbst: Quarantäne-Tagebuch statt Produktplatzierung. 91 Prozent der Teilnehmer gaben an, einen direkten Einfluss der Coronavirus-Krise auf ihren Content zu bemerken.

Mehr Follower-Engagement

Mehr als 80 Prozent berichteten von einem Anstieg des Engagements der Follower. Die Content Creators produzieren mehr und erreichen außerdem eine höhere Frequenz der Kanäle. Dies bestätigen 68 Prozent der Teilnehmer.

Influencer bangen wegen Coronavirus-Krise um ihre Existenz

Obwohl es vermehrt um das Thema ‘Coronavirus’ geht, reagieren viele Zuschauer mit positiven Feedback auf die Arbeit und freuen sich über die gemeinsame Interaktion. Dahin verändert sich auch die Ausrichtung der Inhalte.

Der offene Teil der Umfrage zeigte die Tendenz, dass Rücksicht und Nachhaltigkeit an Stellenwert gewinnen: “Der Wunsch nach mehr Achtsamkeit im Umgang mit den Followern gehört für die Mehrzahl genauso dazu, wie ein bewussterer Umgang mit dem direkten Umfeld und der Umwelt. Während der reine Kommerz ein Stück zurücktritt. Eine Antwort, die vor allem von Fashion-Influencern kam.”

Zukunft

Diese Entwicklung soll nach der Krise fortgesetzt werden und sich nicht nur auf Content und Follower beziehen. Auch langfristige Kooperation mit Marken, bei denen die Arbeit der Content Creator wertgeschätzt wird, sind gewünscht. Dadurch sollen auf “werbliche Schnellschüsse” verzichtet werden und die Möglichkeit bieten “echte Geschichten zu erzählen”, die an den veränderten und nachhaltigeren Inhalt angepasst sind.

“Viele Influencer artikulierten sehr konkret und offen den Wunsch, dass wir den Purpose der Marke deutlich formulieren können und uns darauf einlassen, mit ihnen gemeinsam echte Storys zu entwickeln. Eigentlich eine Verpflichtung, die uns in Agenturen, Marketing- und Kommunikationsabteilungen immer schon antreiben sollte. Doch oft fördert eine Krise, in der wir uns zweifelsohne befinden, das wirklich Wesentliche wieder an die Oberfläche.”

Die Berliner Agentur KMB Creative Network AG ist spezialisiert auf Influencer Relations und Social Media für Marken im Bereich der Konsumkultur. Gründer Christoph Kamps wirkt neben seiner leitenden Tätigkeit in der Agentur noch als Trendforscher am Institut für Generationenforschung.

Zum Studiendesign:

Im Zeitraum vom 19. März bis 26. März 2020 befragte KMB Creative Network AG in einem Online- Panel anonymisiert 80 Influencer in Deutschland, ob und wie sich die Corona-Krise auf sie und ihre Arbeit auswirkt. Die zehn Fragen bestanden aus geschlossenen Multiple Choice-Fragen und offenen Textfeldfragen.

Die befragten Influencer haben von unter 10.000 bis über 500.000 Follower (37,5 Prozent haben weniger als 50.000 Follower, 25 Prozent haben 50.000 bis 100.000 Follower und 37,5 Prozent haben über 100.000 Follower). Die Influencer posten über verschiedene Themen (Mehrfachnennung möglich) wie zum Beispiel Lifestyle (83 Prozent), Fashion (83 Prozent), Beauty (50 Prozent), Travel (50 Prozent), Food (33 Prozent) oder Design & Interieur (21 Prozent).

Foto: Maddi Bazzocco on Unsplash (Titelbild)/ KMB Creative Network AG (Statistiken)

 

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