Interloop: Wahrheit in der Lieferkette beginnt auf dem Baumwollfeld
Während der GS1 – WAIR 24h Circular Fashion Journey präsentierte Pascal Betten, Managing Director von Interloop Europe, eine tiefgreifende Vision zur Lieferkettentransparenz. Der pakistanische Textilriese produziert jährlich fast eine Milliarde Paar Socken für Einzelhändler:innen wie Nike, Adidas und H&M. Das Unternehmen betonte, dass ein zuverlässiger Digitaler Produktpass (DPP) mit der Validierung der Daten an der Quelle steht und fällt.
Die Kluft zwischen Zertifizierung und Realität
Betten äußerte seine Bedenken über den aktuellen Stand von Nachhaltigkeitsaussagen. Obwohl Interloop mit zahlreichen Zertifizierungen wie der Better Cotton Initiative (BCI) arbeitet, stellt er fest, dass diese Daten auf Verbraucher:innenebene manchmal irreführend sein können. Die BCI garantiert nämlich nicht, dass ein bestimmtes Kleidungsstück physisch diese Baumwolle enthält. Stattdessen sichert sie nur zu, dass irgendwo in der Lieferkette nachhaltig eingekauft wurde. Für einen wahrheitsgetreuen DPP ist eine Verlagerung von dokumentenbasierten Angaben hin zur physischen Rückverfolgbarkeit notwendig.
Upstream-Wahrheit als Fundament
Eine entscheidende Erkenntnis aus der Präsentation ist, dass die Glaubwürdigkeit von Downstream-Daten vollständig von der ‚Upstream-Wahrheit‘ abhängt.
„Es beginnt nicht in der Fabrik oder im Geschäft, sondern auf dem Baumwollfeld“, so Betten.
Um dies zu gewährleisten, hat Interloop eigene Baumwollfarmen als Blaupause für die regenerative Landwirtschaft gegründet. Inzwischen haben sich 10.000 Landwirt:innen angeschlossen, wobei die Daten direkt vom Feld erfasst werden.
Validierung durch eindeutige Identifikation
Interloop hat ein ‚Track-and-Trace‘-System entwickelt, bei dem die Daten dem physischen Material folgen und nicht umgekehrt. Jeder Schritt in der Lieferkette – vom Baumwollballen über das Garn bis zum Endprodukt – erhält einen einzigartigen QR-Code. Dieser ist mit den Standards von GS1 verknüpft, darunter die Global Trade Item Number (GTIN) für Produkte und die Global Location Number (GLN) für Standorte. Dies schafft eine unveränderliche digitale Spur.
Die Komplexität der Tier-4-Zulieferer
Für viele Marken ist die Transparenz in den tieferen Ebenen der Lieferkette, Tier drei und Tier vier, eine enorme Herausforderung. Der Grund dafür ist, dass sie diese Unternehmen nicht besitzen. Betten betonte, dass Zusammenarbeit und Vertrauen entscheidend sind, um Zulieferer:innen davon zu überzeugen, ihre Daten zu teilen. Bei Interloop ist das System so konzipiert, dass jede:r Akteur:in den bestehenden Datensatz anreichert. Frühere Daten können dabei jedoch nicht überschrieben werden. Dies gewährleistet die Integrität der Informationen.
Vertrauen durch Verifizierung
Der Unterschied zwischen Transparenz und Vertrauen liegt laut Betten in der Verifizierung. Transparenz bedeutet lediglich, Daten aufzuzeigen. Vertrauen entsteht jedoch erst, wenn diese Daten geprüft, mit Zeitstempeln versehen und unabhängig kontrolliert wurden. Ein DPP muss daher ein ‚lebendes Dokument‘ sein, das während des gesamten Lebenszyklus des Produkts wächst.
Fazit Für Interloop sind Zirkularität und Transparenz untrennbar mit ihrer Mission als ‚Agent of positive change‘ verbunden. Indem sie Daten auf Artikelebene von der Quelle an erfassen, schaffen sie eine Grundlage, auf der Einzelhändler:innen und Verbraucher:innen aufbauen können. In einer Zeit, in der die EU-Vorschriften für den DPP noch in der Entwicklung sind, zeigt Interloop, dass proaktives Handeln und die Integration der Lieferkette der einzige Weg nach vorne sind.
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