Interview Global Fashion Exchange: ‘Nachhaltigkeit ist ein Trend, der andauern wird’

Überproduktion, Überkonsum - nirgendwo sonst zeigt sich Verschwendung so deutlich wie in der Modebranche: Dank Fast Fashion überflutet mehr Kleidung den Markt zu immer günstigeren Preisen als je zuvor; Kleidungsstücke werden nicht mehr geschätzt und entweder gar nicht getragen oder einmal getragen und dann weggeworfen. Dies führt dazu, dass 2,5 Milliarden Pfund Kleidung jedes Jahr auf Mülldeponien landen. Eine schockierende Tatsache. Global Fashion Exchange (GFX), eine internationale Plattform zur Förderung von Nachhaltigkeit in der Modebranche, veranstaltet inspirierenden Foren und kulturellen Veranstaltungen und ermöglicht es den Verbrauchern, mit interaktiven Clothing Swaps diese Verschwendung zu stoppen und gleichzeitig ihre Garderobe stilvoll zu erneuern. FashionUnited hat in einem Interview mit GFX-Mitbegründer Patrick Duffy mehr erfahren und Schlüsselaussagen im folgenden zusammengestellt.

Für Duffy gehen Überproduktion und Überkonsum Hand in Hand: “Man muss den Menschen beibringen, dass Marken weniger produzieren müssen, wenn sie weniger kaufen”, sagt er. “Was Marken derzeit tun, belastet den Planeten. Sie müssen deshalb auf Innovationen setzen und kritisch betrachten, was sie tun. Sie müssen sich auf bessere Qualität, aber auch auf Zirkularität konzentrieren und Produkte kreieren, die zu 100 Prozent kreislaufwertig sind.”

Genau wie Verbraucher spielen Marken und Einzelhändler eine große Rolle, wenn es darum geht, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit zu fördern; sie werden zu Aufklärern. “Sie müssen zusammen mit den Verbrauchern Verantwortung übernehmen. Die Produktion verlangsamen, da Fast Fashion die Branche erstickt. Innovative Materialien sind der Schlüssel, zum Beispiel solche aus Meereskunststoffen. Glücklicherweise ist Nachhaltigkeit ein Trend, der hoffentlich anhalten wird”, erklärt Duffy.

Erstaunlicherweise sind die großen Kleidertausch-Veranstaltungen weltweit kostenlos, “weil wir niemanden ausschließen wollen, da auch Nachhaltigkeit niemanden ausschließt; es geht alle an”, sagt Duffy. Entsprechend werden auch die Veranstaltungsorte kostenlos zur Verfügung gestellt und freiwillige Helfer, Models und andere arbeiten umsonst, um die gute Sache zu unterstützen und positive Veränderungen zu bewirken.

Und außer Spaß zu haben und eine fantastische neue Garderobe zusammenzustellen, ändern Besucher der Kleidertausch-Veranstaltungen auch oft ihre Einstellung. “Sobald die Menschen das Problem verstehen - dass die Modebranche die umweltschädlichste Industrie ist und wie Verbraucher dazu beitragen - können sie es nicht mehr aus ihrem Gedächtnis löschen. Die Leute ändern vielleicht nicht ihren Lebensstil, aber sie haben die Informationen erhalten, und die meisten wollen sich engagieren. Sie werden auf ihre eigene Art zu Aktivisten, teilen ihre Erfahrung auf den sozialen Medien und zeigen stolz ihre getauschten Artikel. Das ist eine positive Entwicklung”, fasst Duffy zusammen.

Wie die Global Fashion Exchange entstand, wie man eigene Kleidertausch-Veranstaltungen in seiner eigenen Stadt startet und Links zu weiterführenden Artikeln finden sich im kompletten Interview mit Patrick Duffy von GFX.

Foto: Patrick Duffy / Global Fashion Exchange
 

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