Italien: 20 Textilfirmen in Prato schließen sich Greenpeace Detox-Kampagne an

20 Unternehmen in Prato, der ältesten bekleidungs- und textilherstellenden Gemeinde Italiens, haben sich der Greenpeace Detox-Kampagne angeschlossen. Dies kündigte die Umweltorganisation am Donnerstag auf ihrem Blog an. Die Detox-Kampagne unterstützt Modemarken und Einzelhändler bei der Beseitigung giftiger Chemikalien aus ihren Lieferketten und bekämpft die Wasserverschmutzung. Der jüngste Schritt ist ein Versuch, das Problem direkt und an der Wurzel anzugehen und es nicht nur auf Marken und Einzelhändler abzuwälzen.

“Gemeinsam prägen wir eine zukünftige Lieferkette, die die Verwendung von gefährlichen Chemikalien wie persistenten und bioakkumulativen PFCs, brom- und chlorhaltigen Flammschutzmitteln, zinnorganische Verbindungen und mit Azo-Farbstoffen verbundenen Aminen, die negative Auswirkungen auf die menschliche Fortpflanzung haben und Krebs verursachen, beseitigt”heißt es in der Greenpeace-Mitteilung. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation haben die 20 Prato-Betriebe “bereits große Fortschritte darin gemacht, gefährliche Chemikalien aus ihren Fabriken zu entfernen und sind bereit, mehr zu tun”.

Die Region exportiert Kleidungsstücke im Wert von mehr als 2,5 Millionen Euro pro Jahr (15 Prozent der weltweiten Textilproduktion in Bezug auf Umsatz) und produziert für große internationale Marken wie Burberry, Prada, Valentino, Armani und Gucci. Die 20 Unternehmen repräsentieren mehrere Ebenen der Lieferkette, einschließlich der Chemie- und Rohstoffproduktion, Garn- und Stoffherstellung sowie dem Färben und der Veredlung. Alle Betriebe sind Mitglieder des Arbeitgeberverbandes Toskana Nord (CTN; Confindustria Toscana Nord), dem größten Verband Italiens, der den größten Textilbereich Europas abdeckt.

Italien: 20 Textilfirmen in Prato schließen sich Greenpeace Detox-Kampagne an

Vereinbarung gilt für mehr als 13.000 Tonnen Garn und Rohstoffe

Der CTD wird die regionale Annahme der Detox-Standards überwachen, die noch nie gemeinsam auf Lieferketten-Ebene umgesetzt wurden. Laut Greenpeace wird die Vereinbarung mehr als 13.000 Tonnen Garn und Rohstoffe und mehr als 13 Millionen Meter Stoff jährlich betreffen.

“Pratos Entscheidung wird innerhalb der globalen textilen Lieferkette Wellen schlagen und hoffentlich mehr Hersteller dazu ermutigen zu entgiften. Sie haben den 'Gold'-Standard gewählt, an dem alle anderen Modemarken und branchenspezifischen gefährlichen chemischen Initiativen gemessen werden. Nun, da ihre eigenen Zulieferer sich verpflichtet haben, gefährliche Chemikalien zu beseitigen, haben Marken wie Gucci, Prada und Armani keine Entschuldigung mehr, [ihrem Beispiel] nicht zu folgen ", sagte Giuseppe Onufrio, Geschäftsführer von Greenpeace Italien. Im letzten Detox-Catwalk von Greenpeace gehörte Armani noch zu den 'Detox-Schlusslichtern'; solchen Unternehmen, die die Umweltorganisation als “unverbindliche Giftsüchtige” beschreibt.

Bisher haben die 20 engagierten Unternehmen aus Prato bereits verschiedene gefährliche Chemikalien wie von der Detox-Kampagne gefordert in der Herstellung entfernt, darunter bromierte und chlorierte Flammschutzmittel, zinnorganische Verbindungen und Amine. Zudem haben sie weiterhin in Übereinstimmung mit dem Detox-Aktionsplan eine Liste aller gefährlichen Chemikalien zusammengestellt, die bis 2020 aus der Lieferkette verschwinden müssen. Sie haben auch kürzere Fristen festgelegt, um problematische gefährliche Chemikalien einschließlich poly- und perfluorierten Verbindungen (PFCs ), die in Outdoor-Ausrüstungen verwendet werden, zu entfernen. Letzte sollen bis zum 1. Juli 2016 stufenweise abgebaut werden.

“Es ist wichtig für unseren Verband und unsere Unternehmen in Prato, der Welt zu zeigen, dass wir technisch und finanziell verpflichtet sind, die Detox-Anforderungen in die Praxis umzusetzen. In den kommenden Monaten werden wir unsere Herstellung weiter entgiften und eine Lieferkette grüner machen, die voll Stolz internationalen Marken den höchsten Standard in der Textilindustrie bietet”, sagte CFN-Präsident Andrea Cavicchi.

Die 20 teilnehmenden Betriebe sind Achimo, Cromos, Daykem, Ciampolini, Yarn Be.Mi.Va, Yarn Biagioli Modesto, Spinning Papi Fabio, Furpile Idea, Ilaria Manifattura Lane, Italian Industry Yarn, Jersey Mode, Lanificio Belluci, Lanificio Olive, Marini Industrie, Pecci Yarn, Project SRL Lana, Tintoria Biagioli Modesto, Tintoria Allessandrini, Tintoria Comet und Tintoria Flordiluce.

Fotos: Greenpeace
 

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