K&L: Restrukturierung geht weiter, Filialschließungen stehen bevor

Das Weilheimer Modeunternehmen K&L, das im Oktober 2018 ein Schutzschirmverfahren beantragt hatte, macht mit seiner Sanierung durch Restrukturierung weiter. Diese soll keine Auswirkungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb haben. Am 1. Januar 2019 erfolgte die planmäßige Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung; jetzt sollen 14 Filialen mit insgesamt knapp 200 Mitarbeitern in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen geschlossen und das Unternehmen neu ausgerichtet werden. Dies gab K&L in einer Pressemitteilung vom gestrigen Donnerstag bekannt.

„Die insgesamt vorherrschende schwierige Lage und Umsatzentwicklung im Gesamttextilmarkt bestätigt auch im Rückblick nochmals unseren konsequenten Schritt, die Restrukturierung von K&L im Rahmen eines gesteuerten Insolvenzverfahrens zu beschleunigen“, sagte Jens Bächle, Geschäftsführer (CEO) von K&L. „Wir haben die letzten drei Monate genutzt, um unser Sanierungskonzept auszuarbeiten und die Neuausrichtung des Unternehmens zu forcieren. Auch beziehungsweise insbesondere der positive Geschäftsverlauf im Dezember und Januar zeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen greifen“, so Bächle.

Alle derzeitigen 54 Filial-Standorte des Unternehmens mit Flächen zwischen 500 und 3.200 Quadratmeter Verkaufsfläche wurden sorgfältig geprüft und die Schließung von 14 von ihnen bis Ende April 2019 gemeinsam von Geschäftsführung und Betriebsrat nach Zustimmung des Gläubigerausschusses beschlossen. Die betroffenen Filialen sind Hof, Ingolstadt, Mühldorf Zentrum, Neu-Ulm, Pfaffenhofen, Rosenheim, Schongau und Straubing in Bayern; Bad Mergentheim, Ellwangen, Ludwigsburg und Ulm (beide Standorte) in Baden-Württemberg sowie Plauen in Sachsen.

„Die Schließung von 14 Filialen ist leider unerlässlich, um K&L wieder nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen und als Ganzes erhalten zu können. Bei allen betroffenen Standorten sehen wir auch unter Annahme günstiger Rahmenbedingungen mittel- bis langfristig nicht die Chance, dass sie einen positiven Ergebnisbeitrag leisten können“, erklärte Dr. Christian Gerloff, Geschäftsführer (CRO). Alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen jedoch die Möglichkeit erhalten, in einer anderen K&L-Filiale weiterbeschäftigt zu werden.

Das operative Geschäft in den Filialen soll bis zum letzten Verkaufstag ohne Einschränkungen und mit dem aktuellen Sortiment weiterlaufen. Basierend auf den sich dann ergebenden Umsatzgrößen durch Schließung der Filialen werden die Strukturen der Hauptverwaltung und der Logistik am Hauptsitz in Weilheim angepasst. Von den strukturellen Anpassungen sind knapp 20 Mitarbeiter in der Zentrale betroffen. Insgesamt beschäftigt K&L nach Durchführung der Sanierungsmaßnahmen dann noch knapp 900 Mitarbeiter.

„Es ist uns gelungen, mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und Sozialplan zu verabschieden, der sowohl die Belange der von den Sanierungsmaßnahmen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigt als auch dem Unternehmen K&L ermöglicht, wieder profitabel zu wirtschaften und die Beschäftigung von knapp 900 Mitarbeitern zu sichern“, bestätigte Bächle.

„Seit dem im Herbst beantragten Schutzschirmverfahren hat die Geschäftsführung von K&L die insolvenzrechtlichen Möglichkeiten im Rahmen der Eigenverwaltung erfolgreich genutzt, um das Unternehmen neu auszurichten. Zudem besteht ausreichend Liquidität und K&L ist bis Ende 2019 durchfinanziert. Es gibt sehr gute Aussichten, dass das Verfahren schon bald erfolgreich abgeschlossen werden kann“, fügte Rechtsanwalt Oliver Schartl hinzu, der gerichtlich bestellte Sachwalter.

Die verbleibenden 40 Filialen sollen in den nächsten Monaten modernisiert und so die Attraktivität der Verkaufsflächen und des Sortiments gesteigert werden. Die Maßnahmen zur weiteren Optimierung des Sortiments umfassen die Konzentration auf Kernlieferanten und Kernsortimente, die Erweiterung des Angebots trendorientierter Ware und Aktionsware zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis sowie den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit Partnermarken – mit dem Ziel, die bisherige Flächenproduktivität weiter zu steigern, so das Unternehmen.

K&L ist derzeit auf Investorensuche, um seine Kapitalbasis zu stärken und Gläubiger zufriedenzustellen und befindet sich nach eigenen Aussagen „aktuell auf einem guten Weg“. Erste indikative Angebote liegen vor, die derzeit geprüft werden. „Mit einem Ergebnis im Investorenprozess kann in den nächsten Wochen gerechnet werden“, gibt sich K&L zuversichtlich.

Foto: K&L-Zentrale in Weilheim / K&L
 

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