Kaufhof streicht weniger Stellen als geplant

Die gute Nachricht zuerst: Die Kaufhauskette Galeria Kaufhof GmbH wird mit etwa 1.000 Stellen mehr als die Hälfte weniger kürzen als die noch Ende Januar angekündigten 2.600 beziehungsweise später 1.800 Stellen. Die schlechte Nachricht: ein Segmenttarifvertrag wird aller Wahrscheinlichkeit nach weitere Gehaltskürzungen für die verbleibenden Kaufhof- und auch die Karstadt-Mitarbeiter bedeuten, obwohl spätestens 2021 damit Schluß sein sollte.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche haben Unternehmensvertreter diesen Vertrag gegenüber Betriebsräten und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ins Spiel gebracht. In einem für Montag geplanten Treffen wollen Karstadt-Kaufhof-Eigentümer René Benko und Verdi-Chef Frank Bsirske Details diskutieren.

Bereits seit fünf Jahren schnallen Karstadt-Mitarbeiter den Gürtel enger und akzeptieren teils rund 11 Prozent weniger Gehalt, als ihnen laut Flächentarif zustehen würde. Durch die Einsparungen kann der Konzern einige Filialschließungen verhindern. Jetzt soll auch für Kaufhof ein Sanierungsvertrag her, der das gleiche Modell verfolgen würde.

Verdi lehnt dies ab und fordert stattdessen Ideen, um den Umsatz wieder zu steigern; also Einnahmen statt Sparmaßnahmen und Kürzungen der Arbeitszeit. „Ein nachhaltiges Zukunftskonzept, das die Warenhäuser dringend brauchen, können wir nicht erkennen. Kostensenkungen und Ausgliederungen sind doch kein Konzept“, kommentierte Orhan Akman, Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel bei der Gewerkschaft Verdi, den vom Gesamtbetriebsrat und der Geschäftsleitung am Freitag vereinbarten Sozialplan.

Dieser wird jetzt den Mitarbeitern und den Betriebsräten in den einzelnen Kaufhof-Filialen unterbreitet. Zudem wird seit Dienstag geprüft, wer gehen muss und wann; schon ab Juli könnte es losgehen. Die Abfindungen werden sich nach der Dauer der Beschäftigung bei Kaufhof richten und maximal 18 Monatsgehälter umfassen. Es sei denn, Mitarbeiter gehen freiwillig, dann bekommen sie eine höhere Abfindung.

Dementsprechend trüb ist die Stimmung in den Filialen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob von irgendwo noch eine kreativere Lösung kommt.

Foto: Galeria Kaufhof

 

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