Lululemon: Kurseinbruch nach enttäuschenden Aussichten

Der kanadische Sportswearanbieter Lululemon Athletica Inc. hat die Erwartungen der Analysten zuletzt nicht erfüllt. Zwar konnte das auf Yoga-Bekleidung spezialisierte Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr beim Umsatz und Ergebnis kräftig zulegen, allerdings fiel der Gewinn im vierten Quartal etwas geringer aus, als erhofft worden war. Zudem liefen die Geschäfte in den ersten Wochen des neuen Jahres nicht wie gewünscht. Die Anleger reagierten verschnupft: Der Aktienkurs stürzte nach der Veröffentlichung der Jahresbilanz und der aktuellen Prognosen zeitweilig um mehr als zwanzig Prozent ab.

Insgesamt erwirtschaftete Lululemon im Geschäftsjahr 2016/17, das am 29. Januar abgeschlossen wurde, einen Umsatz in Höhe von 2,3 Milliarden US-Dollar (2,2 Milliarden Euro). Damit wurde das Vorjahresniveau um 14 Prozent übertroffen. Im Online-Geschäft wuchsen die Erlöse um 13 Prozent auf 453,3 Millionen US-Dollar, in den Shops der Marke stieg der Umsatz auf vergleichbarer Fläche um vier Prozent.

Dank einer höheren Bruttomarge konnte das Unternehmen seinen operativen Gewinn trotz gestiegener Betriebskosten um 14 Prozent auf 421,2 Millionen US-Dollar verbessern. Angesichts höherer Steuerbelastungen wuchs der Jahresüberschuss um zwölf Prozent auf 303,4 Millionen US-Dollar (284,3 Millionen Euro). Der verwässerte Gewinn pro Aktie stieg von 1,89 auf 2,21 US-Dollar.

CEO Potdevin räumt "langsamen Start" ins neue Geschäftsjahr ein

CEO Laurent Potdevin nannte die Jahresergebnisse einen "Meilenstein" in der Geschichte des Unternehmens. Erstmals seit drei Jahren sei der operative Gewinn wieder gesteigert worden. Weniger positiv fiel sein Urteil über die jüngsten Entwicklungen aus: Lululemon habe „einen langsamen Start“ ins neue Geschäftsjahr hingelegt, räumte er ein. Verantwortlich machte er Fehler im Sortiment: Offenbar waren die aktuellen Angebote zu monoton für den Geschmack der Kundinnen ausgefallen. Für das erste Vierteljahr rechnet das Unternehmen daher mit einem leichten Umsatzrückgang auf vergleichbarer Fläche. Weil auch das Ergebnis pro Aktie im vierten Quartal mit 0,99 US-Dollar etwas niedriger ausgefallen war, als Marktexperten zuvor erhofft hatten, verloren die Aktien des Unternehmens Ende vergangener Woche fast ein Viertel ihres Wertes.

Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert das Unternehmen trotz der zuletzt schwachen Zahlen eine Umsatzverbesserung auf 2,55 bis 2,60 Milliarden US-Dollar. Dem liegt ein erwartetes Wachstum auf vergleichbarer Fläche im "niedrigen einstelligen Prozentbereich" zugrunde. Der verwässerte Gewinn pro Aktie soll auf 2,26 bis 2,36 US-Dollar gesteigert werden. Mögliche Rückkäufe sind in dieser Prognose noch nicht berücksichtigt.

Lululemon, Geschäftsjahr 2016/17
Umsatz 2,3 Milliarden $
Nettogewinn 303,4 Millionen $

Foto: Lululemon
 

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