Luxuswarenhauskonzern Neiman Marcus beantragt Gläubigerschutz

Der US-amerikanische Kaufhauskonzern Neiman Marcus Group hat Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Die durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Ladenschließungen setzten dem kriselnden Einzelhändler stark zu, das Marken wie Chanel und Gucci nun Millionenbeträge schuldet.

Vor dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus habe Neiman Marcus Fortschritte Richtung langfristiger Profitabilität gemacht, sagte Geschäftsführer Geoffroy van Raemdonck in einer Mitteilung am Donnerstag. “Doch wie die meisten Unternehmen sehen wir uns heute mit beispiellosen Beeinträchtigungen durch die Covid-19-Pandemie konfrontiert, die unerbittlichen Druck auf unser Geschäft ausüben."

Für seine Restrukturierung hat Neiman Marcus 675 Millionen US-Dollar (624 Millionen Euro) an Finanzierung von seinen Gläubigern bekommen um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Außerdem haben die Gläubiger ein Paket von 750 Millionen US-Dollar zugesichert, um der Kaufhausgruppe aus der Insolvenz bis zum “frühen Herbst” zu helfen. Die Gläubiger übernehmen auch die Kontrolle als Haupteigentümer des Unternehmens, das hofft sich im Zuge dessen von 4 Milliarden US-Dollar an Schulden zu befreien.

Mytheresa ist nicht Teil des Chapter 11 Prozesses von Neiman Marcus

Das Ausmaß der Insolvenz verdeutlichen die offenen Forderungen in Millionenhöhe. Unter den Gläubigern von Neiman Marcus befinden sich auch etliche große Luxusnamen, wie Dokumente zeigen. Chanel hat Forderungen von 6 Millionen US-Dollar, gefolgt von Gucci mit 3,1 Millionen US-Dollar, Dolce & Gabbana mit 2,7 Millionen US-Dollar, Stuart Weitzman mit 2,6 Millionen US-Dollar oder auch Burberry mit 2 Millionen US-Dollar.

Neiman Marcus befand sich schon seit längerer Zeit in finanziellen Engpässen. Die Schließung seiner Stores seit Ende März aufgrund der Coronavirus-Pandemie versetzte dem Konzern den letzten Stoß. Die Geschäfte bleiben auch weiter bis Ende des Monats geschlossen. Zu der Gruppe gehören außer 43 Stores von Neiman Marcus auch zwei Luxuskaufhäuser von Bergdorf Goodman Goodman sowie 22 Off-Price-Läden von Last Call. Der Onlinehändler MyTheresa wurde bereits vor dem Insolvenzantrag aus dem Besitz von Neiman Marcus genommen.

Mytheresa wird weiterhin als eigenständige und unabhängige Gesellschaft operieren, betonte Geschäftsführer Michael Kliger in einer Mitteilung am Donnerstag. “Natürlich sind es keine einfachen Zeiten, aber wir können jetzt schon sehen, dass wir als Online Luxusretailer eine größere Widerstandskraft haben und der Trend zum E-Commerce durch diese Krise noch beschleunigt wird.”

Bild: Neiman Marcus

 

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