Nach schwachem Schlussquartal: VF Corporation kann Jahresumsatz nur geringfügig steigern

Der US-amerikanische Bekleidungskonzern VF Corporation hatte in den letzten Wochen vor dem Jahreswechsel mit dem zu milden Wetter und ungünstigen Wechselkursveränderungen zu kämpfen. Trotzdem konnte er seinen Jahresumsatz leicht verbessern. Der Nettogewinn stieg deutlich, weil geringere Wertberichtigungen als im Vorjahr vorgenommen werden mussten.

Insgesamt erwirtschaftete der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von knapp 12,4 Milliarden US-Dollar (11,2 Milliarden Euro). Das bedeutete eine Steigerung um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Belastet wurden die Zahlen nicht nur durch die Kurssteigerung des US-Dollars im Vergleich zu zahlreichen Lokalwährungen, sondern auch durch die Tatsache, dass 2015 eine Verkaufswoche weniger umfasste als 2014. Bereinigt um Wechselkursschwankungen und den Effekt der fehlenden Woche stieg der Umsatz um sieben Prozent.

Dass die Erlöse nur um ein Prozent stiegen, lag auch am vergleichsweise schwachen vierten Quartal: In dem sank der Umsatz um fünf Prozent (währungs- und kalenderbereinigt +3 Prozent) auf 3,41 Milliarden US-Dollar. Konzernchef Eric Wiseman erklärte, die allgemein schwächere Kundennachfrage, zu warme Temperaturen und die Stärke des US-Dollars hätten die Geschäfte vieler Unternehmen in diesem Zeitraum belastet. Er gehe aber von „einer relativ kurzzeitigen Herausforderung“ aus, für die sein Konzern „gut aufgestellt“ sei.

Auch das Segment „Outdoor & Action Sports“ hatte im Schlussquartal mit den widrigen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Aufs Jahr gesehen konnte die mit Abstand umsatzstärkste Sparte, in der Marken wie The North Face, Vans und Timberland geführt werden, ihre Erlöse aber um drei Prozent (währungsbereinigt +9 Prozent) auf 7,40 Milliarden US-Dollar verbessern. Wachstumsmotor war die Marke Vans, deren Umsatz um sieben Prozent (währungsbereinigt +14 Prozent) auf 2,2 Milliarden US-Dollar stieg.

Niedrigere Abschreibungen ließen den Jahresüberschuss um 18 Prozent wachsen

Das Segment Jeanswear mit den Labels Wrangler und Lee erreichte mit 2,79 Milliarden US-Dollar nahezu das Vorjahresniveau (währungsbereinigt +4 Prozent), in den kleineren Bereichen Imagewear (1,08 Milliarden US-Dollar, -2 Prozent, währungsbereinigt -1 Prozent), Sportswear (635,1 Millionen US-Dollar, -2 Prozent, währungsbereinigt -2 Prozent) und Contemporary Brands (344,1 Millionen US-Dollar, -14 Prozent, währungsbereinigt -11 Prozent) sanken die Erlöse.

Trotz der nur mäßigen Umsatzsteigerung wuchs das Ergebnis deutlich: Der operative Gewinn stieg um 16 Prozent auf 1,66 Milliarden US-Dollar, der Jahresüberschuss sogar um 18 Prozent auf 1,23 Milliarden US-Dollar. Verantwortlich waren deutlich niedrigere Wertberichtigungen bei den kriselnden Modemarken 7 For All Mankind, Ella Moss und Splendid, die im Segment Contemporary Brands geführt werden. Die entsprechenden Abschreibungen sanken von 396,4 auf 143,6 Millionen US-Dollar.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit weiteren Zuwächsen. Er prognostizierte eine Umsatzsteigerung um einen mittleren einstelligen Prozentsatz und eine Verbesserung des Gewinns pro Aktie um fünf Prozent (währungsbereinigt +11 Prozent). Erwartet werden unter anderem überdurchschnittliche Umsatzzuwächse in der „Outdoor & Action Sports“-Sparte und weiter schrumpfende Erlöse in den Segmenten Sportswear und Contemporary Brands.

Foto: Vans
 

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