Neue Initiative will Herstellende dabei unterstützen, den Branchenwandel anzuführen
Wie können Bekleidungshersteller:innen den ökologischen Wandel ermöglichen? Und wie können sie dies auf eine national koordinierte, strukturierte und länderspezifische Weise tun? Zu diesem Zweck wurde vor einigen Jahren die von Hersteller:innen geführte Plattform ATTI (Apparel and Textile Transformation Initiative) konzipiert und 2025 offiziell als Organisation gegründet. Ihre Fortschritte in Pilotprojekten in Bangladesch und der Türkei wurden am Montag, dem 9. Februar 2026, in einer Nebensitzung des OECD-Forums zur Sorgfaltspflicht im Bekleidungs- und Schuhsektor diskutiert.
Olivia Windham-Stewart eröffnete die Sitzung, indem sie die ATTI als eine entscheidende Entwicklung im globalen Bekleidungssektor vorstellte. Die unabhängige Beraterin für Menschenrechte und ökologische Nachhaltigkeit betonte, dass die Initiative darauf abziele, „fragmentierte, markengesteuerte Standards“ durch einen „einheitlichen, national kohärenten“ Ansatz zu ersetzen. Die Kernphilosophie von ATTI bestehe somit darin, über die reine Einhaltung von Vorschriften hinauszugehen und einen tieferen, systemischeren ökologischen Wandel anzustreben.
„Wir versuchen sehr, den Ansatz von der reinen Einhaltung von Vorschriften wegzubewegen. Wir wollen eine Plattform entwickeln, die es den Hersteller:innen selbst ermöglicht, die Prioritäten für die Branche zu identifizieren“, erklärte Windham-Stewart. Sie betonte die einzigartige Position der Initiative als ein von Hersteller:innen geführtes Programm, das zudem vom internationalen Bekleidungsverband (IAF) und der internationalen Vereinigung der Textilherstellenden (ITMF) unterstützt wird.
Stärkung von Hersteller:innen im Kontext: Bangladesch
Vidiya Khan, Vizepräsidentin der Bekleidungsherstellenden und -exportierenden Bangladeschs (BGMEA), unterstrich die Bedeutung der Führungsrolle von Hersteller:innen in einer Landschaft, die oft von externen Anforderungen diktiert wird. Sie betrachtet ATTI als eine Plattform, die lokale Branchenverbände befähigt, für ihre eigenen Interessen und Prioritäten einzutreten. Für Khan geht es bei der Initiative darum, das Narrativ des bangladeschischen Bekleidungssektors zurückzugewinnen. Es soll sichergestellt werden, dass die Transformationsbemühungen auf den tatsächlichen Kapazitäten und Herausforderungen der Fabriken vor Ort basieren.
Um den Erfolg der Initiative zu gewährleisten, hat die von der BGMEA und der Bangladesh Knitwear Manufacturers and Exporters Association (BKMEA) geleitete Niederlassung in Bangladesch eine umfassende Bedarfsanalyse in Auftrag gegeben. Diese soll spezifische Fortschrittshindernisse identifizieren. Dieser datengestützte Ansatz soll dem Verband die notwendigen Beweise liefern, um effektiv mit Marken und der Regierung in Kontakt zu treten. Khan betonte den selbstbestimmten Charakter dieser Arbeit: „Hier geht es darum, dass Hersteller:innen Erkenntnisse für Hersteller:innen generieren. So stellen wir sicher, dass unsere Strategien auf den Realitäten und Prioritäten der Branche beruhen.“
Diagnostische Methoden und evidenzbasierte Planung
Mahmudul Hasan von Engineering Resources International (ERI), dem bangladeschischen Beratungsunternehmen, das ATTI in Bangladesch unterstützt, erläuterte die zur Durchführung der Bedarfsanalyse in Bangladesch eingesetzte Vorgehensweise. Diese ist in zwei verschiedene Phasen unterteilt: Evidenz und Diagnostik, gefolgt von Validierung und Priorisierung. Dieser strenge Rahmen stellt sicher, dass der endgültige Transformationsplan nicht auf Annahmen beruht, sondern auf einem differenzierten Verständnis des aktuellen Zustands des Sektors. Dabei wurden fünf Schlüsselbereiche indentifiziert: Daten, Kapazität, Technologie, Finanzen und Politik.
Ein entscheidendes Element dieser Bewertung ist die Einbeziehung von Perspektiven aus dem gesamten Managementspektrum. Dies gewährleistet eine ganzheitliche Sicht auf die Betriebsabläufe in den Fabriken. Durch die Befragung sowohl des oberen als auch des mittleren Managements erfasst das Projekt ein Gleichgewicht zwischen übergeordneter Strategie und alltäglichen Umsetzungshürden. „Diese Struktur ermöglicht es uns, sowohl strategische als auch operative Perspektiven zu erfassen“, erklärte Hasan. Dies sei wesentlich, um realistische Wege für einen systemischen Wandel zu identifizieren.
Wegweisende Umsetzung im Kontext: Türkei
Mehmet Kaya, Vorsitzender des Bereichs Nachhaltigkeit des Istanbuler Verbands der Bekleidungsexportierenden (ITHIB), teilte Einblicke aus dem türkischen Pilotprojek, das bereits in die Phase der Lösungsentwicklung übergegangen ist. Die Türkei hat ihre Bedarfsanalyse bereits Anfang 2025 durchgeführt und entwickelt nun einen Prototyp für einen Transformationsplan. Dieser konzentriert sich auf Energie, Wasser und Abwasser. Diese Arbeit ist tief in die breitere Nachhaltigkeitsstrategie von ITHIB eingebettet und bezieht eine Vielzahl lokaler Interessengruppen ein, darunter Regierungsministerien und nationale Branchenverbände.
Das türkische Modell führt drei verschiedene Umsetzungsansätze ein: transversal, systemisch und maßgeschneidert. Dies ermöglicht Flexibilität, je nachdem, ob sich ein Betrieb innerhalb einer organisierten Industriezone befindet oder nicht. Diese Modelle spiegeln die strukturelle Komplexität der türkischen Branche wider. Sie zielen darauf ab, Lösungen effektiv im gesamten Sektor zu skalieren. Kaya betonte die Bedeutung der praktischen Umsetzung gegenüber theoretischen Zielen: „Die entscheidende methodische Frage ist nicht nur, was und welche Interventionen angewendet werden, sondern vielmehr, wie man sie effektiv und in großem Maßstab umsetzt.“
Zusammenarbeit und Zukunft der Sorgfaltspflicht in der Branche
In der abschließenden Diskussion sprachen die Vortragenden die entscheidende Rolle von Marken und Regierungen im Transformationsprozess an. Sie argumentierten, dass Herstellende zwar die Führung übernehmen, Marken jedoch über einzelne Pilotprojekte hinausgehen müssten. Sie sollten sich zu einer geteilten Verantwortung bekennen, insbesondere in Bezug auf Investitionen und langfristige Ziele. Die Diskussion hob hervor, dass ATTI die Sorgfaltspflicht effektiver mache, da die Initiative eine Plattform für einen echten Dialog anstelle einer Checkliste externer Vorgaben bereitstelle. So wird sichergestellt, dass Umweltziele erreicht werden, ohne die wirtschaftliche Rentabilität zu gefährden.
Die Veranstaltung endete mit einem Aufruf zu mehr globaler Zusammenarbeit und der Ausweitung des ATTI-Modells auf andere Produktionszentren. Durch die Nutzung der Expertise nationaler Verbände könne die Branche widerstandsfähigere und nachhaltigere Lieferketten schaffen, die die lokalen Gegebenheiten widerspiegelten. Auf dem weiteren Weg wird der Erfolg dieser von Hersteller:innen geführten Initiativen von einem Paradigmenwechsel abhängen. Wie die Vortragenden vorschlugen, müssen „Transformationsprioritäten national koordiniert werden, um Fragmentierung und Doppelarbeit zu reduzieren, damit wir unsere Bemühungen bündeln können.“
Weitere Informationen über Zeitplan, Phasen, Struktur und Ansatz der Initiative finden sich auf der offiziellen Website unter attransformation.org.
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