Neuer Strategieplan: Puig peilt für 2032 einen Jahresumsatz von mehr als acht Milliarden Euro an

Der spanische Mode- und Kosmetikkonzern Puig musste seinen Investorentag zunächst verschieben. Grund dafür waren die letztlich erfolglosen Gespräche mit dem US-amerikanischen Kosmetikkonzern The Estée Lauder Companies über eine mögliche Fusion. Am Mittwoch fand der erste „Capital Markets Day“ von Puig als börsennotiertes Unternehmen nun aber statt. Der Konzern nutzte die Veranstaltung, um seinen neuen Strategieplan vorzustellen. Dessen Hauptziel ist es, bis 2032 die Umsatzmarke von acht Milliarden Euro zu überschreiten.

Der Plan trägt den anschaulichen Titel „Vision 2032“. Die Strategie für die kommenden sieben Jahre setzt vor allem auf Zuwächse in den Kategorien Kosmetik, Düfte und Dermokosmetik, die im Mittelpunkt der Wachstums- und Expansionsphase stehen. Die Modehäuser des Konzerns sollen weiterhin primär für den Verkauf von Parfüms und Kosmetika genutzt werden. Es wurden keine Initiativen vorgestellt, um die Geschäftsaktivitäten und die Präsenz im Modebereich selbst auszubauen. So taucht das Wort „Mode“ in der Pressemitteilung zu den Eckpunkten des Plans kein einziges Mal auf. Abseits der reinen Umsatzzahlen strebt Puig bis 2032 an, weltweit zu den vier führenden Unternehmen im Bereich „Premium Beauty“ zu gehören. Zudem will der Konzern eines der beiden weltweit führenden Duftunternehmen werden.

Executive Chairman Marc Puig, der zur dritten Generation der Gründerfamilie gehört, erläuterte die Pläne. Die Kombination seiner Stärken habe den Konzern „im Jahr 2025 zu einem Nettoumsatz von über fünf Milliarden Euro geführt“, erklärte Puig in einem Statement. „Damit haben wir unseren Umsatz in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifacht, was die Grundlage für ‚Vision 2032‘ bildet.“

Der Plan stütze sich „auf das organische Wachstum des aktuellen Portfolios“, so Puig. „Ergänzt wird dies durch gezielte Übernahmen, die außergewöhnliche Marken, neue Kompetenzen oder eine Präsenz in attraktiven Kategorien und Märkten einbringen“.

Bei der Umsetzung des Plans konzentriert sich Puig nach eigenen Angaben darauf, profitables Wachstum voranzutreiben und langfristigen Wert zu schaffen. Dafür sollen die Investitionen gezielt in die wichtigsten Marken, Kategorien, Märkte und Kanäle fließen. Im Fokus stehen dabei jene Bereiche, die das größte Potenzial für die verschiedenen Geschäftseinheiten bieten.

Auf Markenebene hat Puig vier strategische Prioritäten definiert. Erstens soll die Sparte „Prestige-Düfte“ durch neue Parfüms und globale Aktivierungen für die französischen Modehäuser Rabanne und Jean Paul Gaultier weiterentwickelt werden. Gleichzeitig wird das US-amerikanische Modehaus Carolina Herrera als Beauty-Marke durch weiteres Wachstum im Duftgeschäft und den Ausbau des Make-up-Segments ausgebaut.

Zweitens will der Konzern sein Portfolio an „Nischendüften“ stärken. indem das Wachstum der schwedischen Marke Byredo und des britischen Traditionshauses Penhaligon’s durch eine Erweiterung von Produktion und Vertrieb vorangetrieben wird.

Drittens soll die britische Marke Charlotte Tilbury als kategorieübergreifende Beauty-Marke wachsen. Geplant sind der Ausbau des Vertriebsnetzes, ein beschleunigtes Wachstum bei Make-up sowie Hautpflege und der Einstieg in das Duftsegment ab 2028.

Viertens wird die Dermokosmetik-Sparte konsolidiert, indem die Übernahme des spanischen Unternehmens Isdin abgeschlossen und die Größe der französischen Marke Uriage bis 2032 durch Expansion in neue Kategorien, Kanäle und Märkte verdoppelt wird. Zusammen mit der griechischen Marke Apivita soll so eine Sparte mit einem Pro-forma-Nettoumsatz von über einer Milliarde Euro entstehen.

Generell setzt der Konzern auf eine weitere Konsolidierung in der Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst, sowie im Travel Retail. Außerdem soll die Präsenz in Lateinamerika und im E-Commerce sowohl auf digitalen Marktplätzen als auch mit den eigenen Onlineshops ausgebaut werden.

Ziel des Konzepts ist es, bis 2032 die Marke von acht Milliarden Euro Nettoumsatz zu überschreiten. Dies würde am Ende der Laufzeit einem Wachstum von knapp 59 Prozent entsprechen. Als Vergleichsbasis dienen die 5,04 Milliarden Euro, die das spanische Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftet hatte.

Darüber hinaus will Puig im Rahmen des Sieben-Jahres-Plans sein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 1,8 Milliarden Euro steigern und eine bereinigte EBITDA-Marge von über 22,5 Prozent erreichen. Diese hatte 2025 bei 20,7 Prozent gelegen. Dabei setzt der Konzern auf Skaleneffekte bei den Vertriebsgemeinkosten, eine höhere operative Effizienz und Synergien zwischen den Marken des Portfolios.

„‚Vision 2032‘ ist unser Plan, um das, was funktioniert, profitabel zu skalieren“, erklärte CEO Jose Manuel Albesa. „Unser Ziel ist es, im Jahr 2032 einen Nettoumsatz von acht Milliarden Euro zu überschreiten, uns unter den vier führenden ‚Premium-Beauty‘-Unternehmen zu positionieren und eines der beiden weltweit führenden Duftunternehmen zu werden.“


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