Prada: Jahresgewinn bricht um 28 Prozent ein

Schwache Geschäfte in Europa und Asien und hohe Ausgaben haben den Nettogewinn des italienischen Luxusmodekonzerns Prada SpA im Geschäftsjahr 2014/15 empfindlich schrumpfen lassen. Mit Sparmaßnahmen und höherer Effizienz will das Unternehmen in den kommenden Monaten den aller Voraussicht nach weiterhin schwierigen Marktbedingungen begegnen.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. Januar abgeschlossen wurde, musste Prada einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen. Die Erlöse sanken um 1,0 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro. Verantwortlich waren vor allem Probleme in Asien. In der für den Konzern mit Abstand wichtigsten Marktregion, die den asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan umfasst, sank der Umsatz um 3,1 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. In den chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong, wo die Massendemonstrationen im vergangenen Herbst den Einzelhandel empfindlich beeinträchtigen, und Macau, zwei für Prada wichtigen Märkten, waren die Erlöse rückläufig. Insgesamt musste das Unternehmen in Großchina einen Umsatzrückgang um 6,3 Prozent (währungsbereinigt -7,3 Prozent) hinnehmen. Die Einzelhandelserlöse im gesamten asiatisch-pazifischen Raum gingen um 5,5 Prozent (währungsbereinigt -6,5 Prozent) zurück, obwohl das Unternehmen im Laufe des Jahres 18 neue Boutiquen – bei drei Schließungen - eröffnete.

In Italien verfehlte der Umsatz mit 553,4 Millionen Euro das Vorjahresniveau nur knapp (-0,1 Prozent). Im restlichen Europa konnten zusätzliche 17 Filialen nicht verhindern, dass der Umsatz deutlicher zurückging: Er sank insgesamt um 4,9 Prozent auf 739,1 Millionen Euro. Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einigen Ländern, aber auch die geringere Kauflaune von Touristen aus ökonomisch angeschlagenen Staaten wie Russland machten Prada zu schaffen. Die Einzelhandelserlöse gingen trotz der Neueröffnungen um 1,3 Prozent zurück.

Zulegen konnte Prada demgegenüber in Amerika (+0,9 Prozent, 492,1 Millionen Euro), Japan (+7,9 Prozent, 367,6 Millionen Euro) und dem Mittleren Osten (+13,6 Prozent, 103,5 Millionen Euro). Diese Zuwächse reichten jedoch nicht aus, um beim Umsatz auf Konzernebene das Vorjahresniveau zu erreichen.

Hohe Investitionen in die Flächenexpansion bei gleichzeitig nachlassender Nachfrage belasteten das Ergebnis von Prada im abgelaufenen Jahr

Trotz nachlassender Nachfrage hatte Prada im vergangenen Jahr weiter auf Wachstum gesetzt. Ende Januar verfügte das Unternehmen weltweit über 594 eigene Boutiquen, ein Jahr zuvor waren es 540 gewesen. Das bedeutete deutlich höhere Kosten, gleichzeitig gingen die Einzelhandelserlöse, die immerhin knapp 85 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten, aber um 0,5 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro zurück. Zudem steckte das Unternehmen viel Geld in Prestigeprojekte wie die Ausstellung „Pradasphere“, die in London und Hongkong gastierte. Das Ergebnis geriet entsprechend unter Druck: Der operative Gewinn (EBIT) sank gegenüber dem Vorjahr um 25,3 Prozent auf knapp 701,6 Millionen Euro, der auf die Anteilseigner entfallende Jahresüberschuss sogar um 28,2 Prozent auf 450,7 Millionen Euro.

Der beunruhigenden Ergebnisentwicklung will das Unternehmen mit strengeren Kostenkontrollen und Effizienzsteigerungen entlang der Lieferkette sowie im eigenen Einzelhandel begegnen. Hoffnungen setzt die Unternehmensführung in die Politik: „In den ersten Monaten des laufenden Jahres haben die Finanzmärkte positiv auf die währungspolitischen Anreize reagiert. Das weckt Hoffnungen auf ein Wachstum in der Realwirtschaft“, erklärte sie in ihrem Ausblick. Trotzdem sind die Erwartungen insgesamt nicht gerade rosig: „Die Unsicherheit in der internationalen Luxusgüterbranche bleibt angesichts lokaler Probleme in bestimmten Märkten und anhaltender Wechselkursschwankungen bestehen“, räumte die Konzernleitung ein.

 

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