Prada: Schwache Nachfrage in China lässt Jahresgewinn einbrechen

Der italienische Luxusmodekonzern Prada SpA musste im vergangenen Geschäftsjahr den Problemen auf dem chinesischen Markt Tribut zollen. Aufgrund der schwachen Umsatzentwicklung in Asien sackte der Nettogewinn um mehr als ein Viertel ab. Das geht aus den vollständigen Zahlen für das Ende Januar abgeschlossene Geschäftsjahr 2015/16 hervor, die Prada am Freitag präsentierte. Bereits vor einigen Wochen hatte das Unternehmen vorab mitgeteilt, dass die Erlöse in seiner umsatzstärksten Marktregion zurückgegangen waren .

Die schwachen Geschäfte in China trugen dazu bei, dass der Konzernumsatz 2015 das Vorjahresniveau knapp verfehlte. Im asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan) sanken die Erlöse um vier Prozent, bereinigt um Wechselkursveränderungen sogar um 16 Prozent. „Schwierige Zeiten auf den asiatischen Märkten hatten signifikante Auswirkungen auf die Absatzentwicklung in der Region, vor allem in Hongkong und Macao, wo sich das Nachlassen der Binnennachfrage und der Touristenzahlen besonders schwerwiegend bemerkbar machte“, erklärte das Unternehmen.

Die schwache Umsatzentwicklung machte sich naturgemäß beim Ergebnis bemerkbar, zumal die Betriebskosten durch die Eröffnung neuer Boutiquen gewachsen waren. Die zusätzlichen Ausgaben konnten angesichts stagnierender Erlöse nicht kompensiert werden. So sank die operative Marge gegenüber dem Vorjahr von 19,8 auf 14,2 Prozent, der Betriebsgewinn (EBIT) schrumpfte um 28,3 Prozent auf 502,9 Millionen Euro. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettoergebnis sank um 26,6 Prozent auf 330,9 Millionen Euro.

Prada plant Sparmaßnahmen, will aber weiter in Neueröffnungen und Marketing investieren

Angesichts der beunruhigenden Entwicklung hat das Unternehmen bereits Maßnahmen ergriffen, um das Ergebnis zu stabilisieren. Da die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht zu ändern sind, will das Management mit internen Initiativen auf die „komplizierte Situation“ reagieren. So soll der Sortimentsmix verbessert und die Preiskalkulation enger an die lokalen Wechselkursentwicklungen angepasst werden. Vor allem zielen die Pläne aber darauf ab, Kosten zu senken. Das Unternehmen hat hier bereits die Abläufe in der Produktion und im Vertrieb analysiert, um diese effizienter zu gestalten.

Seine ambitionierten Zukunftspläne will Prada aber trotz der aktuellen Probleme nicht zu den Akten legen: Die Investitionen in „langfristige Wachstumsziele“ werden daher aufrechterhalten. Das betrifft den Ausbau des eigenen Einzelhandels und der Infrastruktur, aber auch aufwändige Marketingprojekte. „Priorität haben Maßnahmen, die darauf abzielen, das Markenbild zu stärken und die Beziehungen zur immer anspruchsvolleren Zielgruppe auszubauen“, erklärte das Unternehmen.

Foto: Prada

 

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