Shopping-Aktionstagen wie der Black Friday und der Cyber Monday haben dem Online-Modehändler Global Fashion Group (GFG) im Schlussquartal 2019 Rückenwind verliehen. So schaffte das Unternehmen operativ erstmals den Sprung über die Gewinnschwelle: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) belief sich demnach im vierten Quartal laut vorläufigen Zahlen auf 0,7 Millionen Euro, wie die Rocket-Internet-Beteiligung am Dienstag in Luxemburg mitteilte. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Verlust wegen höherer Vertriebs- und Verwaltungskosten allerdings deutlich auf rund 50 Millionen Euro. Die Anleger schauten aber vor allem auf das operative Ergebnis, das gut ankam. Die Aktie legte kurz nach dem Handelsstart um mehr als 12 Prozent zu.

Im Gesamtjahr 2019 stiegen die Erlöse währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahr um gut 17 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Damit hat das Unternehmen sein Umsatzziel (mehr als 1,3 Milliarden Euro) erfüllt. Am Markt hatten Analysten etwas weniger auf dem Zettel. Der operative Verlust reduzierte sich zudem in den zwölf Monaten von rund 50 Millionen Euro im Vorjahr auf etwa 37 Millionen Euro. Unter dem Strich stand nach Minderheiten ein Minus von fast 137 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr peilt das Management um die beiden Co-Chefs Christoph Barchewitz und Patrick Schmidt einen währungsbereinigten Zuwachs beim Umsatz auf etwa 1,5 Milliarden Euro an. Dabei dürften das erste Quartal unter anderem wegen der Waldbrände in Australien und dem vergleichsweise warmen Winter in den CIS-Staaten Russland Ukraine, Kasachstan und Weißrussland eher noch am unteren Ende der Spanne liegen.

Beim bereinigten operativen Ergebnis erwartet das Management zudem weitere Fortschritte hin zur Profitabilität. Spätestens 2021 soll beim bereinigten Ebitda ein Plus erreicht werden. Die Investition sollen sich zudem 2020 auf etwa 55 Millionen Euro belaufen, nach gut 72 Millionen Euro im Vorjahr. Bei den Prognosen wurden etwaige negative Auswirkungen durch die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 noch nicht berücksichtigt.

Detaillierte Zahlen will das 2011 gegründete Unternehmen, an dem neben Rocket Internet auch der schwedische Investor Kinnevik beteiligt ist, am 13. März vorlegen. (dpa)

 

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