Seidensticker konkretisiert Pläne für Wholesale-Comeback der Womenswear
Seidensticker bringt seine Womenswear ab der kommenden Ordersaison zurück in den Wholesale. Dafür hat der Blusenspezialist die Kollektion angepasst.
Bereits im Januar schloss Seidensticker-Chefin Silvia Bentzinger eine Rückkehr der Damenmode in den Großhandel nicht aus, wie sie im Interview erzählte – wollte damals aber noch keine konkreten Pläne verkünden. Nun bestätigte das Bielefelder Unternehmen die aktualisierte Strategie, nachdem das Fachmagazin Textilwirtschaft (TW) darüber berichtet hatte.
„Mit der Neuausrichtung unserer Damenoberbekleidung setzen wir bewusst auf Profil statt Breite", sagte Bentzinger auf Anfrage von FashionUnited. „Wir kehren mit einer klareren, moderneren Kollektion und einer selektiven Wholesale-Strategie zurück, die perfekt zu unserer Positionierung als Blusenspezialist passt."
Bevor Seidensticker Ende 2024 ankündigte, die Damenmode nicht länger über den Wholesale-Kanal zu vertreiben, seien Kollektion und Kund:innenstruktur sehr heterogen gewesen, erklärte Bentzinger gegenüber der TW. Zu dieser Zeit sei die Damenkollektion im Premium-Umfeld, aber auch bei Händler:innen wie Sinn und Galeria Kaufhof erhältlich gewesen, wodurch die verschiedenen Anforderungen zu einer Verwässerung geführt hätten.
Genaue Angaben zu potenziellen Handelspartner:innen wollte das Unternehmen auf Anfrage von FashionUnited noch nicht machen. Das Ziel seien aber nachhaltige Partnerschaften mit den „richtigen Handelspartner:innen", so die Chefin weiter. „Die aktuelle Marktbewegung eröffnet Chancen, die wir mit einem fokussierten Angebot und einer starken Handschrift nutzen wollen."
Ab Frühjahr 2027 will Seidensticker mit einem Sortiment wiederkehren, das fokussierter und ausdrucksstärker als zuvor ist. Insgesamt soll die Kollektion, die etwa 60 Optionen umfasst, etwas zurückhaltender sein – weshalb auch weniger Prints integriert werden. Der Fokus liegt auf der Bluse, wobei künftig auch Produktgruppen wie Strick, Hosen, Kleider und Blazer weiter ausgebaut werden sollen. Zusätzlich wurde das Never-out-of-Stock-Sortiment angepasst. Es umfasst nun rund 120 Artikel und setzt auf einen größeren Anteil an modischen Pieces.
Die Womenswear macht aktuell rund 30 Prozent des Umsatzes aus. Die Menswear soll zwar auch langfristig der Umsatztreiber bleiben – ein Anstieg der Damenmode auf 40 Prozent Umsatzanteil sei für das Unternehmen jedoch realistisch.
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