Seidensticker streicht 60 Stellen wegen Umsatzrückgängen

Seidensticker plant einen weiteren Personalabbau am Standort Bielefeld. Dieser Schritt dient dazu, die Kosten angesichts von rückläufigen Umsatzerwartungen zu senken, teilte der Hemdenhersteller am Donnerstag mit.

Insgesamt will Seidensticker 60 Mitarbeiter in Bielefeld entlassen. Der Standort soll aber weiter Hauptsitz des Unternehmens bleiben, das weltweit 2.300 Angestellte beschäftigt – auch im Einkaufsbüro Hongkong sowie in vier Produktionsstätten in Vietnam und Indonesien.

„Wir bedauern zutiefst, dass die Ereignisse der letzten Monate diese Maßnahmen unumgänglich machen. Als Familienunternehmen sind diese Entscheidungen für uns besonders schwierig – aber sie sind absolut notwendig, um die Zukunft unseres Unternehmens zu sichern”, sagte Frank Seidensticker, geschäftsführender Gesellschafter der Seidensticker-Gruppe.

Zukunft gesichtert trotz Umsatzrückgängen

Für das laufende Geschäftsjahr bis 30. April 2021 rechnet Seidensticker mit einem Umsatzrückgang von 20 Prozent aufgrund der Pandemie. „Die Bekleidungsindustrie ist von den Folgen der Coronakrise besonders hart betroffen. Wir können derzeit noch nicht abschätzen, wann sich der Markt stabilisieren wird, gehen aber davon aus, dass das Verbraucherverhalten für mindestens ein Jahr sehr zurückhaltend sein wird”, sagt Gerd Oliver Seidensticker, geschäftsführender Gesellschafter der Seidensticker-Gruppe.

Die Zukunft des Unternehmens sollte durch die Gewährung einer NRW-Landesbürgschaft gesichert sein, heißt es in der Mitteilung. Auch die finanzierenden Banken unterstützten diesen Prozess partnerschaftlich seit Beginn des Coronavirus-Ausbruchs.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das 1919 gegründete Familienunternehmen sich von 120 Mitarbeitern getrennt und Tochtergesellschaften geschlossen nachdem es die Lizenz für die Marke Camel Active verloren hatte. Im Mai stellte Seidensticker seine Premium-Marke Jacques Britt ein, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und weil die Folgen die Fortführung des Labels unmöglich machten.

Jetzt setzt Seidensticker auf die weitere Digitalisierung der Unternehmensprozesse und will Funktionen auslagern. “Bereits vor Corona haben wir in vielen Bereichen, angefangen bei der Erstellung der Kollektionen bis hin zur Präsentation via virtuellem Showroom, mit der Umsetzung digitaler Prozesse begonnen. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen werden wir auch Dienstleistungen teilweise auslagern und uns dadurch deutlich schlanker machen”, sagte Silvia Bentzinger, Geschäftsführerin der Marke Seidensticker, in der Mitteilung.

Bild: Kölner Laden /Seidensticker

 

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