Das Schutzschirmverfahren des Modehändlers Sinn wurde durch das Gericht in Hagen aufgehoben, nachdem die Gläubiger der Sinn GmbH am 08.09.2020 den vorgelegten Insolvenzplan ohne Gegenstimmen angenommen haben, teilt das Hagener Unternehmen am Mittwoch mit.

Die Aufhebung der Insolvenz setze den Schlusspunkt des alleine durch die Auswirkungen der ‘Coronavirus-Krise‘ notwendig gewordenen Restrukturierungsprozesses unter Zuhilfenahme der Möglichkeiten der Insolvenzordnung, heißt es in der Mitteilung.

Ende des Schutzschirmverfahrens in ‘Rekordzeit’

Sinn beendete das Verfahren innerhalb von fünf Monaten und verkündete, dass auf Basis des eigenen Wissens ‘ein Rekord’ aufgestellt worden sei: „Es wurde noch kein Schutzschirmverfahren eines Unternehmens von bedeutender Größe seit der Novellierung der Insolvenzordnung im Jahr 2012 in so kurzer Zeit erfolgreich beendet.”

Während des Verfahrens wurde kein Bekleidungshaus geschlossen oder Arbeitsplätze abgebaut. Stattdessen verkündete das Unternehmen Anfang September bereits die Stärkung des Filialnetzes: Zu den aktuell 23 Stores soll im Frühjahr 2021 ein weiterer in Bad Homburg dazu kommen.

„Das gesamte Sinn Team geht hochmotiviert in die nächste Phase der Weiterentwicklung in einem sich permanent wandelnden Wettbewerbsumfeld und wird danach streben, den Vertrauensvorschuss unserer Geschäftspartner mit ertragreichen Geschäften zu rechtfertigen”, schließt die Mitteilung.

120 Jahre Sinn

Mit der Beendigung des Schutzschirmverfahrens kann Sinn jetzt doppelt feiern: Zum einen, dass das Verfahren beendet wurde und zum anderen, das 120-jährige Bestehen der Gesellschaft. 1900 wurde die Westdeutsche Handelsgesellschaft, als Dachgesellschaft der damalig unabhängig agierenden Gebrüder Sinn Bekleidungshäuser gegründet.

 

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