Steigende Nachfrage in China beflügelt globale Luxusgüterbranche

Höhere Kaufkraft und wachsende Konsumfreude in China bescheren den Anbietern von Luxusartikeln solide Umsatzzuwächse – und haben die Kräfteverhältnisse in der Branche bereits nachhaltig verändert. „Die Chinesen haben sich als stärkste Macht im weltweiten Luxusgeschäft etabliert“, fasste das Beratungsunternehmen Bain & Company die Ergebnisse einer aktuellen Studie zusammen. Die Untersuchung „Luxury Study 2019 Spring Update“ hatte Bain gemeinsam mit dem italienischen Branchenverband Fondazione Altagamma erarbeitet.

Demnach stieg der weltweite Umsatz mit Luxusgütern im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf insgesamt 260 Milliarden Euro. Für 2019 erwarten die Experten ähnliche Wachstumsraten: Sie prognostizieren ein währungsbereinigtes Umsatzplus von vier bis sechs Prozent auf 271 bis 276 Milliarden Euro.

In den folgenden Jahren wird es für die Branche voraussichtlich weiter aufwärts gehen: „Das globale Luxusgütergeschäft hat sich auf einem hohen Wachstumsniveau eingependelt“, erklärte Oliver Merkel, einer der Partner bei Bain, in einer Mitteilung. Diese „neue Normalität“ werde sich „bis 2025 mit jährlichen Zuwachsraten von drei bis fünf Prozent fortsetzen“, ergänzte der Luxusgüterexperte.

In China wird der Umsatz mit Luxusartikeln 2019 voraussichtlich um zwanzig Prozent steigen

Eine tragende Rolle werden dabei auch weiterhin die chinesischen Kunden spielen. Der Studie zufolge soll der Umsatz der Premiummarken in China im laufenden Jahr um bis zu zwanzig Prozent steigen. Ein wesentlicher Grund für die beachtliche Dynamik ist demnach neben gesamtwirtschaftlichen Faktoren auch ein zunehmender Mentalitätswandel: „Die ab 1995 geborene modebewusste Generation Z hat sich dort mit ihrer Neigung zu Spontankäufen zur spannendsten Kundengruppe entwickelt“, erklärten die Verfasser. Die Bedeutung dieses jungen Käufersegments für die Branche wird aller Wahrscheinlichkeit nach sogar noch deutlich wachsen: „2025 werden chinesische Konsumenten mehr als 45 Prozent aller weltweiten Luxuskäufe tätigen“, erwarten die Experten. Sie beobachteten zudem weitere Veränderungen: So wird demnach inzwischen zunehmend in Festlandchina eingekauft, während die traditionellen Shopping-Ziele Hongkong und Macao an Zugkraft verlieren.

Eine überdurchschnittlich schnell wachsende Nachfrage nach Luxusgütern ermittelten die Marktforscher auch in vielen asiatischen Märkten außerhalb Chinas. Der Region prognostizieren für 2019 sie eine Umsatzsteigerung um zehn bis zwölf Prozent. „Ausschlaggebend dafür ist vor allem die wachsende Mittelschicht in Indonesien, Vietnam und auf den Philippinen“, erklärten die Studienverfasser.

In Japan, Europa und Amerika erwarten die Experten nur geringe Zuwächse

Der japanische Markt, der für die Branche traditionell von großer Bedeutung ist, kann da nicht mithalten. Ihm wird für das laufende Jahr immerhin ein Wachstum um zwei bis vier Prozent prognostiziert. Dabei spielen wiederum die konsumfreudigen chinesischen Verbraucher eine wichtige Rolle: „In Tokio werden sich bereits in diesem Jahr die Olympischen Spiele 2020 positiv bemerkbar machen. Das Interesse von Reisenden aus China zieht schon jetzt an“, erläuterten die Marktforscher.

Wie Japan reichen auch die übrigen „gesättigten Märkte“ nicht an die Wachstumsraten der aufstrebenden asiatischen Länder heran. Während die Luxusgüterbranche in Nord- und Südamerika der Studie zufolge im laufenden Jahr immerhin auf ein Umsatzplus von zwei bis vier Prozent hoffen kann, erwartet Bain in Europa lediglich ein Wachstum um ein bis drei Prozent. Zwar profitierten hochpreisige Händler von der Kauflaune asiatischer Touristen, die allgemein flaue Konjunkturentwicklung und „die sozialen und politischen Turbulenzen in Ländern wie Großbritannien und Frankreich“ hätten zuletzt aber die Nachfrage belastet.

Für den erst der Welt erwarten die Studienverfasser sogar einen Umsatzrückgang im Luxussegment. Voraussichtlich werden die entsprechenden Erlöse in diesen Märkten gegenüber dem vergangenen Jahr um etwa zwei Prozent sinken. Das liegt unter anderem daran, dass wohlhabende Verbraucher aus dem Nahen Osten aufgrund der jüngsten Wechselkursveränderungen zunehmend im Ausland einkaufen.

Foto: Gucci Facebook-Page
 

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