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Die Textil- und Bekleidungsindustrie in den neuen Bundesländern ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres stärker gewachsen der Bundesdurchschnitt. Nach Angaben des Nord-Ostdeutschen Bundesverbandes (vti) vom Mittwoch verzeichneten die Unternehmen bis zum September ein Umsatzwachstum von 3,2 Prozent. Deutschlandweit habe des Plus lediglich 0,7 Prozent betragen. "Wir gehen also recht optimistisch den Jahresendspurt an", sagte Jenz Otto, Hauptgeschäftsführer des vti beim Branchentag der Textil- und Modebranche des Erzgebirges und des Vogtlandes in Annaberg-Buchholz.

Die Region Erzgebirge-Vogtland habe mit rund 5000 Beschäftigten in mehr als 90 mittelständischen Unternehmen, Instituten und Schulen die größte Dichte an textilen Produktions-, Forschungs- und Bildungskapazitäten in den neuen Bundesländern. Daher solle die textile Berufsausbildung künftig für ganz Ostdeutschland in Plauen konzentriert werden, forderte der Arbeitgeberverband.

Mit Beginn des neuen Lehrjahres haben den Angaben zufolge 245 junge Menschen eine Ausbildung in der ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie aufgenommen. Dadurch beschäftigten die Unternehmen im Bereich des nord-ostdeutschen Branchenverbandes mehr als 1000 Azubis, die überwiegende Mehrheit davon in Sachsen. "Dies ist angesichts der starken Konkurrenz anderer Branchen und der aktuellen demografischen Entwicklung ein sehr erfreuliches Ergebnis, wenngleich freilich nicht alle Lehrstellen besetzt werden konnten", sagte vti-Geschäftsführer Peter Werkstätter.

Weil Digitalisierung, Automatisierung und logistische Vernetzung auch in der Textilproduktion immer wichtiger würden, forderte der Verband erneut eine Konzentration der Ausbildung, wie sie bereits in den Regionen Bayern-Franken und Nordrhein-Westfalen umgesetzt würden..

Man müsse den Berufsnachwuchs für die Herausforderungen der "Industrie 4.0" wappnen. Da dies jedoch nur mit modernster technischer Ausstattung ginge, müsse man die verfügbaren Kräfte und Mittel bündeln, sagte Werkstätter. "Mit dem Beruflichen Schulzentrum e.o. Plauen und der Fördergesellschaft für Berufliche Bildung existiert in der Vogtlandmetropole eine solide Basis - sowohl für die duale als auch für die Verbundausbildung", betonte Werkstätter.

Der in Chemnitz ansässige Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) vereint nach eigenen Angaben 180 Unternehmen aus den neuen Bundesländern. Von den insgesamt rund 16 000 Beschäftigten sind 14 500 in Sachsen und Thüringen tätig. Der Gesamtumsatz belief sich im Vorjahr auf 1,82 Milliarden Euro. (dpa)