Tool im Fokus: GFA Policy Matrix Asia
Nach erfolgreichen Ausgaben für die EU und Amerika hat die Non-profit Organisation Global Fashion Agenda (GFA) ihre GFA Policy Matrix: Asia veröffentlicht. Die Ressource soll die Gesetzgebung zu Nachhaltigkeits- und Sozialthemen in der Modebranche der Region abbilden. Sie konzentriert sich dabei auf acht wichtige herstellende Länder: Bangladesch, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Pakistan, die Türkei und Vietnam.
Da Informationen zu Richtlinien und Gesetzen oft verstreut sind, soll die neue GFA Policy Matrix Asia einen zugänglichen Überblick über politische Entwicklungen in diesem Bereich bieten. Zukünftig ist geplant, den Geltungsbereich auf weitere Länder auszudehnen.
„Die Einführung der GFA Policy Matrix Asia ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung unserer strategischen Arbeit in der gesamten Region. Während wir die Circular Fashion Partnerships vor Ort umsetzen, gewinnen wir entscheidende Einblicke, was Kreislaufsysteme erfolgreich macht. Diese Ressource ergänzt diese Erfahrung, indem sie textilbezogene Nachhaltigkeitsrichtlinien in wichtigen Produktionsregionen Asiens abbildet, wo sich die Gesetzgebung schnell entwickelt“, kommentierte GFA CEO Federica Marchionni in einer Erklärung.
Aufbau der GFA Policy Matrix Asia
Die Policy Matrix orientiert sich an den fünf Schlüsselprioritäten der Fashion CEO Agenda: respektvolle und sichere Arbeitsumgebungen, bessere Lohnsysteme, verantwortungsvoller Ressourcenumgang, intelligente Materialauswahl und Kreislaufsysteme. Unter jeder Priorität orientiert sich die Gliederung am Status der politischen Initiativen. Zuerst werden die bereits erlassenen und in Kraft getretenen Maßnahmen genannt. Danach folgen laufende Initiativen, solche, die überarbeitet werden, sowie nicht-politische und bevorstehende Initiativen.
Jeder Eintrag zu einer bestimmten politischen Maßnahme wird durch eine Zusammenfassung der Hauptziele und -bestimmungen ergänzt. Er listet auch wichtige politische Entscheidungsträger:innen und Interessengruppen auf, sofern verfügbar. Dies hebt die an der Entwicklung beteiligten Akteur:innen hervor und gibt Einblicke in die wichtigsten Gestaltenden der regulatorischen Landschaft. Ein gut sichtbares Statusfeld informiert auf einen Blick über Stand, Aktualisierungen und Änderungen.
Ein Abschnitt mit zusätzlichen Informationen listet relevante Ressourcen auf. Dazu gehören etwa Links zu Handbüchern und andere nützliche Informationen, einschließlich der Positionen von Interessengruppen, Medien- und anderen Berichten.
Was umfassen die fünf Schlüsselbereiche?
Respektvolle und sichere Arbeitsumgebungen
Zu wissen, wo man bei einem bestimmten Thema nachschauen muss, ist oft die halbe Arbeit. Daher ist ein Überblick über die Hauptthemen jeder Priorität hilfreich, wobei sich einige überschneiden können. Der Abschnitt über respektvolle und sichere Arbeitsumgebungen berührt beispielsweise Themen wie: Sorgfaltspflicht, Berufsrisiken, Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmenden, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, gefährliche Chemikalien, Diskriminierung, Menschenrechtsverletzungen, Zwangsarbeit und Sklaverei, Menschenhandel, Beschwerdemechanismen, weibliche Arbeitskräfte, Gleichstellung der Geschlechter, geschlechtsspezifische Gewalt, finanzielle Inklusion, finanzielle Stärkung, Arbeitsplatzsicherheit, sozialer Schutz, Auswirkungen von Covid-19 auf Arbeitnehmende, Sichtbarkeit der Lieferkette, Transparenz und Einkaufspraktiken.
In diesem Bereich hebt die Matrix einen Übergang zu modernisierten Arbeitsgesetzen und obligatorischer Sorgfaltspflicht hervor. Zu den bemerkenswerten Neuerungen gehören Indiens neues Arbeitsgesetzbuch (2025), das 29 zersplitterte Gesetze zusammenfasst, um den Schutz der Arbeitnehmenden zu verbessern. Auch Indonesiens bevorstehendes Gesetz zur obligatorischen menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht ist hier zu nennen.
Bessere Lohnsysteme
Der Abschnitt über bessere Lohnsysteme umfasst Themen wie: Sorgfaltspflicht, faire Lohnsysteme, Zahlungssysteme, Mindestlohn, existenzsichernder Lohn, transparente Lohndaten, Einkaufspraktiken, Lohnfestsetzung, Tarifverhandlungen, Gewerkschaften, Lohndiebstahl, Beschwerdemechanismen, Lohnschutzsysteme, Arbeitsschutz, Sozialschutzsysteme, durchsetzbare Markenvereinbarungen, informelle Wirtschaft, Subunternehmer:innen, Sklaverei und Menschenhandel.
Der Lohnschutz wird durch gesetzliche Rahmenbedingungen gestärkt. Beispiele sind Kambodschas Mindestlohngesetz von 2018, das neue Sätze für den Bekleidungssektor mit Wirkung zum Januar 2025 festlegt, und Indiens Lohngesetzbuch von 2019.
Verantwortungsvoller Ressourcenumgang
Der Abschnitt zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen behandelt Themen wie: Wasser, Wasserverfügbarkeit, Wasserstress, Wasserknappheit, Energie, Verbrauch fossiler Brennstoffe, CO2-Besteuerung, Energiewende, erneuerbare Energien, wissenschaftsbasierte Ziele, Chemikalieneinsatz, chemische Verschmutzung, gefährliche Chemikalien – bei der Textil- und Lederverarbeitung/in Färbeprozessen, Biodiversität, Nutzung natürlicher Ressourcen, Gewinnung von Neumaterialien, Landrestaurierung, nachhaltige Landbewirtschaftung, regenerative Landwirtschaft, Entwaldung, Landnutzung, Transparenz, Rückgewinnung von Abfallströmen und Rückverfolgbarkeits-Tools.
Der Abschnitt konzentriert sich auf die Entkopplung der Wertschöpfung von der Umweltzerstörung. Dies soll durch strengere Verschmutzungskontrollen und Klimaverpflichtungen erreicht werden. Der Bericht dokumentiert wichtige gesetzgeberische Maßnahmen. Dazu gehören Indonesiens Verordnung Nr. 12 (2025) zu Abwasserstandards und das erste umfassende Klimagesetz der Türkei (2025), das ein nationales Emissionshandelssystem einführt. Darüber hinaus haben mehrere Länder, darunter Bangladesch, Pakistan und China, aktualisierte national festgelegte Beiträge (NDC 3.0) für 2025 eingereicht. Diese sollen die gesamt-wirtschaftliche Dekarbonisierung beschleunigen.
Intelligente Materialauswahl
Die intelligente Materialauswahl ist ebenfalls eine wichtige Priorität und umfasst Themen wie: Faseranbau und -ernte, Monokulturen, regenerative Landwirtschaft, Naturfasern, biologisch abbaubare Materialien, biologische Produktion, Landnutzung, Bodengesundheit, Chemikalieneinsatz, synthetische Fasern, Fasern auf fossiler Basis, Mikrofasern, Mikroplastik, recycelte Materialien, Biomaterialien, Tierschutz und Pelzhandel.
Sie betont die verantwortungsvolle Beschaffung und die Sicherheit der Verbraucher:innen durch technische Standards und Kennzeichnung. Zu den jüngsten Entwicklungen gehören die türkischen Kennzeichnungsanforderungen für Bestandteile tierischen Ursprungs von 2025. Auch Indiens bevorstehende verbindliche Kennzeichnungsvorschriften für Bekleidung, die eine vollständige Offenlegung der Faserzusammensetzung erfordern, zählen dazu. Diese Initiativen sollen irreführende Angaben verhindern. Sie sollen auch die regionale Produktion an globale Nachhaltigkeits- und Transparenzstandards, wie den digitalen Produktpass, anpassen.
Kreislaufsysteme
Nicht zuletzt befasst sich der Abschnitt über Kreislaufsysteme mit Themen wie: Textilrecycling, Wiederverwendung von Textilien, lineares System, Produktlebenszyklus, Haltbarkeit, Recyclingfähigkeit, Monomaterialität, Kreislaufsysteme, zirkuläre Geschäftsmodelle, Produktdemontage, Post-Consumer-Textilien, Materialströme, Upcycling, Überbestände, Restbestände, Textilsortierung, erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), Abfallverbringung und Skalierung von Technologien.
In diesem Abschnitt verfolgt der Bericht den Wandel von linearen zu geschlossenen Kreislaufmodellen. In diesen wird Abfall vermieden und Materialien werden kontinuierlich im Umlauf gehalten. Wichtige politische Maßnahmen sind Chinas „Implementation Opinions on Accelerating the Recycling of Waste Textiles“ (2022) und Vietnams nationaler Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft (2025). Diese Rahmenwerke priorisieren die Integration informeller Abfallsektoren in die formale Wirtschaft. Sie fördern auch die ”4Rs“ (Reduce, Reuse, Recycle, Recover), um industrielle Textilabfälle zu bewirtschaften.
Schließlich identifiziert die Matrix mehrere bevorstehende Initiativen, die die Branche bis 2027 und darüber hinaus prägen werden. Dazu gehören Indiens Tex-Eco Initiative und der National Fibre Scheme (2026-2031), die sich auf grüne Märkte und die Selbstversorgung mit Rohstoffen konzentrieren. Auch Kambodschas erstes spezielles Gesetz zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz zählt dazu. Durch die Zusammenführung dieser unterschiedlichen politischen Entwicklungen bietet die GFA eine Orientierungshilfe für Interessengruppen. Sie hilft dabei, sich in den schnellen regulatorischen Veränderungen in Asiens einflussreichen Textil- und Bekleidungsproduktionszentren zurechtzufinden.
Fazit
Angesichts der Zunahme von textilspezifischen Strategien in der Region, gezielten Nachhaltigkeitsvorschriften und Initiativen zur Kreislaufwirtschaft ist die GFA Policy Matrix Asia ein nützliches Instrument. Es soll den Akteur:innen der Branche helfen, sich in einer sich schnell entwickelnden politischen Landschaft zurechtzufinden. Dies gilt insbesondere, da Textilien zunehmend als strategischer Sektor für den sozialen und ökologischen Wandel anerkannt werden.
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