VF Corporation verdoppelt Quartalsgewinn

Der US-amerikanische Bekleidungskonzern VF Corporation hat das zweite Quartal 2017 mit einem mächtigen Gewinnsprung abgeschlossen. Das lag allerdings nur daran, dass die Verluste des vor knapp einem Jahr verkauften Segments "Contemporary Brands" nicht mehr in der Bilanz auftauchten. Insgesamt zeigte sich Konzernchef Steve Rendle mit den am Montag vorgelegten Zahlen zufrieden. Die Resultate seien aufgrund guter Geschäfte im eigenen Einzelhandel und im Ausland "solide" ausgefallen und hätten "den Erwartungen entsprochen", erklärte er in einer Mitteilung. Die Jahresprognosen wurden sogar ein wenig nach oben korrigiert.

Die Marken The North Face, Vans und Timberland können Umsatzzuwächse erzielen

In den Monaten April bis Juni lag der Umsatz aus fortgeführten Geschäften – also ohne die Anteile der inzwischen abgegebenen oder noch zum Verkauf stehenden Segmente – bei 2,36 Milliarden US-Dollar (2,02 Milliarden Euro). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete das eine Steigerung um zwei Prozent (währungsbereinigt +3 Prozent). Die mit Abstand größte Sparte Outdoor & Action Sports legte um vier Prozent (währungsbereinigt +5 Prozent) zu und kam auf 1,47 Milliarden US-Dollar. Dazu trugen die Hauptmarken Vans (+8 Prozent, währungsbereinigt +9 Prozent), The North Face (+5 Prozent, währungsbereinigt +6 Prozent) und Timberland (+2 Prozent, währungsbereinigt +3 Prozent) mit soliden Zuwächsen bei.

Auch im Bereich Imagewear, der Berufsbekleidungs-Sparte des Konzerns, übertraf der Umsatz das Vorjahresniveau: Er wuchs um elf Prozent (währungsbereinigt +12 Prozent) auf 150,0 Millionen US-Dollar. Weniger gut sah es im Segment Jeanswear mit den Labels Lee und Wrangler aus. Dort schrumpften die Erlöse um fünf Prozent (währungsbereinigt -4 Prozent) auf 600,8 Millionen US-Dollar. Der Umsatz mit Sportswear sank um ein Prozent auf 114,3 Millionen US-Dollar.

Der Konzern war vor allem im Ausland und im eigenen Einzelhandel erfolgreich

Im Ausland entwickelten sich die Umsätze auch im abgelaufenen Vierteljahr deutlich dynamischer als in der Heimat: Während die Erlöse in den USA lediglich um ein Prozent stiegen, kletterten sie im internationalen Geschäft um vier Prozent (währungsbereinigt +6 Prozent). Dazu trugen alle Marktregionen mit Zuwächsen bei, herausragend waren aber die Steigerungsraten in China (+13 Prozent, währungsbereinigt +18 Prozent).

Insgesamt verdankte der Konzern das Umsatzplus dem eigenen Einzelhandel. Dort wuchsen die Erlöse um 13 Prozent (währungsbereinigt +14 Prozent), wozu das Online-Geschäft mit einer überdurchschnittlichen Steigerung um 34 Prozent (währungsbereinigt +36 Prozent) entscheidend beitrug. Im Großhandel verfehlte der Umsatz das Vorjahresniveau knapp (-3 Prozent, währungsbereinigt -2 Prozent).

Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften sinkt um 16 Prozent

Der Quartalsüberschuss fiel mit 109,9 Millionen US-Dollar (94,3 Millionen Euro) mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahreszeitraum, als er lediglich bei 51,0 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Vor einem Jahr waren allerdings noch die Verluste der im August 2016 verkauften Sparte "Contemporary Brands" mit den Marken 7 For All Mankind, Splendid und Ella Moss verbucht worden. Der um die Ergebnisbeiträge aller inzwischen verkauften oder zum Verkauf stehenden Unternehmensteile bereinigte Nettogewinn aus fortgeführten Geschäften lag bei 114,9 Millionen US-Dollar und damit um 16 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Konzern begründete den Rückgang mit negativen Währungseffekten und höheren Betriebskosten.

Angesichts der aktuellen Quartalszahlen wurden die Jahresprognosen angehoben

Trotzdem veranlassten die vorliegenden Zahlen das Management dazu, die Jahresprognosen anzuheben. Weil die Erlöse im wichtigen Segment Outdoor & Action Sports voraussichtlich höher ausfallen werden als bisher gedacht, erwartet der Konzern nun einen Jahresumsatz in Höhe von 11,65 Millionen US-Dollar. Das würde eine Steigerung um zwei Prozent (währungsbereinigt +3 Prozent) gegenüber 2016 bedeuten. Für das Ergebnis pro Aktie werden jetzt 2,94 US-Dollar prognostiziert, was dem oberen Ende des bisherigen Zielkorridors (2,89-2,94 US-Dollar) entspricht.

VF Corporation, 2. Quartal 2017
Umsatz 2,36 Milliarden $
Nettogewinn 109,9 Millionen $

Foto: The North Face Facebook-Page

 

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