Zurück in der Gewinnzone: Wolford schreibt 2014/15 wieder schwarze Zahlen

Der österreichische Leg- und Bodywearspezialist Wolford AG hat im Geschäftsjahr 2014/15 nach zwei Jahren in der Verlustzone wieder einen Gewinn erzielt. Der Umsatz stieg angesichts der Schließung zahlreicher unprofitabler Shops trotz vorteilhafter Wechselkursveränderungen aber nur geringfügig. Das Unternehmen sieht in den vorgelegten Zahlen einen ersten Erfolg des laufenden Restrukturierungsprogramms.

„Der Transformationsprozess von Wolford ist noch nicht abgeschlossen, aber die Strategie der Refokussierung auf die Kernkompetenzen des Unternehmens und die systematische Optimierung der eigenen Retail-Standorte trägt erste Früchte," erklärte Vorstandschef Ashish Sensarma. Das Unternehmen habe „wichtige Grundlagen für ein nachhaltig profitables Wachstum gelegt“ – unter anderem durch die Schließung von mehr als zwanzig unprofitablen Läden in den vergangenen beiden Geschäftsjahren.

Nicht zuletzt aufgrund positiver Währungseffekte stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 30. April endete, um 0,9 Prozent auf 157,3 Millionen Euro. Dazu trug ein starkes Schlussquartal entscheidend bei, in dem die Erlöse um zwölf Prozent wuchsen. Vom schwachen Eurokurs profitierte das Unternehmen nicht zuletzt im wichtigen Nordamerikageschäft. Dort erwirtschaftete Wolford 18 Prozent seines Umsatzes. Trotz der Schließung einiger Standorte wuchsen die Erlöse in den USA um fünf Prozent. Auch in Asien (+20 Prozent), Spanien (+11 Prozent), Italien (+9 Prozent), Großbritannien (+7 Prozent) und Skandinavien (+2 Prozent) ging es aufwärts.

Weniger gut entwickelten sich die Erlöse in anderen Märkten: In Österreich sanken sie aufgrund von Standortschließungen um zwei Prozent. In Deutschland (-2 Prozent) und Frankreich (-3 Prozent) schwächelte das Großhandelsgeschäft, in Zentral- und Osteuropa (-14 Prozent) machten sich die Folgen der Ukraine-Krise bemerkbar.

Positiv entwickelten sich die Umsätze in den eigenen Standorten, also eigene Boutiquen, Concession-Shop-in-Shops und Factory Outlets: Dort stiegen sie sowohl in absoluten Zahlen als auch flächenbereinigt um ein Prozent. Im Online-Geschäft legte Wolford sogar um 24 Prozent zu. Im Großhandelsgeschäft sank der Umsatz trotz eines klaren Aufwärtstrends im Schlussquartal um zwei Prozent. Das Unternehmen machte „Probleme einzelner Handelspartner“ und die Auswirkungen der Ukraine-Krise für den Rückgang verantwortlich.

Das Unternehmen will seinen Sanierungskurs „konsequent weiterverfolgen“

Trotz höherer Ausgaben für Material, Personal, Marketing und neue Läden erreichte Wolford nach zwei Jahren wieder die Gewinnzone, weil der Verkauf von Mietrechtsoptionen zusätzliches Geld in die Kasse spülte. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich 2,17 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein operativer Verlust in Höhe von 4,72 Millionen Euro verbucht werden musste. Unter dem Strich stand ein Gewinn nach Steuern in Höhe von 1,03 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte Wolford einen Verlust von 2,81 Millionen Euro ausgewiesen.

Das Unternehmen kündigte an, sein Sanierungsprogramm „konsequent weiterzuverfolgen“. Dessen Eckpunkte sind die „Revitalisierung der Marke, die Überarbeitung der Produktpalette, die Neuausrichtung der Marktkommunikation und die Optimierung der kontrollierten Distribution“. Der Prozess sei „noch nicht abgeschlossen“ und werde „das Unternehmen auch im laufenden Jahr beschäftigen“. Mittelfristiges Ziel ist eine EBIT-Marge von zehn Prozent. Für das laufende Jahr hat sich das Management eine Umsatzverbesserung und ein positives Betriebsergebnis vorgenommen.

Ersten Zahlen zufolge ist der Aufwärtstrend erst einmal ungebrochen: Das neue Geschäftsjahr habe „vielversprechend“ begonnen, hieß es aus Bregenz. „Nach den ersten zwei Monaten verzeichnet das Retail-Geschäft zweistellige Wachstumsraten“, erklärte das Unternehmen. Insbesondere das Online-Geschäft sei „mit aktuell hohen zweistelligen Zuwächsen weiter auf Erfolgskurs“.

 

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