Bikini Berlin: Neue Geschäftsführerin soll endlich Erfolg bringen

Das Design-Einkaufszentrum Bikini Berlin kommt auch nach rund zweijährigem Betrieb nicht so recht auf die Beine und konnte sein Geschäftsmodell, auf kleine, exklusive Modemarken und Jungdesigner zu setzen, noch immer nicht erfolgreich am Markt platzieren. Vor allem an Werktagen verirrt sich kaum ein Kunde in das komplett renovierte Gebäude am Berliner Zoo. Lediglich fotografierende Touristen, lärmende Schulklassen und Kaffee trinkende Rentner bevölkern den Einkaufstempel, sorgen dort aber kaum für Umsatz im Modehandel.

Nun soll eine neue Geschäftsführerin helfen, das Konzept doch noch zum Erfolg zu führen. Nachdem sich immer mehr Händler über die schwache Besucherfrequenz im Bikini Berlin beschwert hatten und die meisten der ursprünglichen Ankermieter bereits wieder verschwunden sind, soll nun endlich Bewegung in das für manche Branchenkenner längst gescheiterte Projekt kommen. Bestehende Mieter müssen gehalten und neue dazu gewonnen werden. Zudem muss sich das Kaufhaus endlich in der Zielgruppe etablieren, die von den Bikini-Betreibern in ihren ursprünglichen Planungen anvisiert worden ist: Junge, gebildete und zahlungskräftige Designliebhaber aus aller Welt.

Die halten sich jedoch lieber in den Trendbezirken Mitte, Prenzlauer Berg oder Kreuzberg auf und zeigten bislang wenig Lust, in dem meist als übersättigt, behäbig und altbacken wirkenden Bezirk Charlottenburg shoppen zu gehen. Dafür wird die Gegend rund um das Kaufhaus von Pauschaltouristen, Schulklassen und neureichen Markenfetischisten bevölkert, sie weder etwas mit avantgardistischem Nachwuchsdesign anfangen können noch Duftkerzen für 90 Euro das Stück erwerben wollen.

Versäumnisse bei Positionierung und Kommunikation

Kein Wunder also, dass das Bikini Berlin zwischen Souvenir-Shop und Prada-Store noch nicht seinen finalen Platz gefunden hat. Dazu kommt, dass das ursprüngliche Konzept der Eigentümer von der Bayerischen Hausbau längst betriebswirtschaftlichen Entscheidungen Rechnung tragen musste. So reihen sich mittlerweile Handy-Shops an Designerläden und Souvenir-Stores an Modeboutiquen. Eine Mischung, von der sich weder die anspruchsvolle Kundschaft noch Billigtouristen abgesprochen fühlen.

Doch nun soll alles besser werden: Seit dem 1. März ist Antje Leinemann für die Geschicke des Bikini Berlin verantwortlich. Sie soll endlich die „Weiterentwicklung und Positionierung von Bikini Berlin im hiesigen Markt“ schaffen, an der ihre Vorgänger so lange gescheitert sind. Die 50-Jährige gilt als eingefleischte Expertin für den stationären Handel und kommt von der Karstadt Warenhaus GmbH, wo sie über 20 Jahre in verschiedenen Führungspositionen tätig war.

So bleibt zu hoffen, dass die neue Geschäftsführerin das Bikini Berlin endlich zum Erfolg führt. Schließlich war das ursprüngliche Konzept durchaus mutig und erfolgversprechend. Ob die jahrelangen Versäumnisse bei der Zielgruppenansprache jedoch kurzfristig wettgemacht werden können und ob ausgerechnet eine ehemalige Führungsfigur eines in die Jahre gekommenen Kaufhauskonzerns für Besserung sorgen wird, bleibt abzuwarten.

Foto: Antje Leinemann / Bikini Berlin

 

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